Fischbachau – Ab Ende März erhält der etwa 700 Meter lange Abschnitt der Staatsstraße 2077 zwischen Sandbichl und der Abzweigung zum Schotterwerk eine neue Asphaltdecke. Für die Fischbachauer eine bittersüße Nachricht: Einerseits erhalten sie damit ihren seit Jahrzehnten ersehnten Geh- und Radweg. Andererseits steht Autofahrern auf dem Weg zwischen Aurach und Fischbachau wieder eine weiträumige Umleitung bevor. Und das über den kompletten Bauzeitraum – bis Anfang Juli.
„Juhu, endlich wieder eine Baustelle“, versuchte sich Bürgermeister Stefan Deingruber in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Galgenhumor. Da stand die Maßnahme des Staatlichen Bauamts nur auf der Tagesordnung, weil es um die Auftragsvergabe für die Beleuchtung des neuen Weges ging. Anders als bei der Fahrbahn sei hier die Gemeinde für die Kosten zuständig, erklärte der Bürgermeister.
Kritik an Gestaltung
von Straßenlaternen
Im Abstand von 102 Metern und damit analog zum Geh- und Radweg zwischen Elbach und Streitwiese sollen die Lampen errichtet werden. Da die vorhandenen Holzmasten nicht mehr dem Stand der Technik entsprächen und damit nicht mehr vorschriftskonform seien, müssten sie ebenfalls ausgetauscht werden. Zudem erhalte die bis dato unbeleuchtete Bushaltestelle in Sandbichl zwischen den Hausnummern 11 und 12 eine eigene Lampe. Weil die Straßenbeleuchtung im Bereich Sandbichl obendrein verkabelt werde, würden die Leuchtstellen an der Hauptstraße 8 bis 14 an neuen Standorten errichtet. Rund 53.500 Euro habe die Bayernwerk Netz GmbH als Gesamtkosten veranschlagt, wobei in Absprache mit der Straßenbaufirma noch Synergieeffekte bei den Grabarbeiten und damit Einsparungen möglich seien.
Die Gemeinderäte stimmten der Auftragsvergabe einhellig zu. Willy Rothemund gab der Verwaltung noch mit auf den Weg, die an einigen Stellen bereits installierten LED-Lampen nicht einfach wegzuwerfen. Ein Augenmerk auf die Ästhetik war Andreas Estner (FWG) wichtig. „Man kann sich gern auch mal Gedanken über schöne Lampen machen“, sagte er. „Sie gehören schließlich auch zum Landschaftsbild.“
Schleichwege werden
wohl wieder ein Thema
Rothemund erinnerte dabei an die Dorferneuerung in Elbach, wo optisch ansprechende Straßenlaternen installiert wurden. „Die hat man später wegen Energiesparmaßnahmen aber wieder ausgetauscht.“
Wie Bauamtsleiter Joseph Soyer auf Nachfrage mitteilt, wird das Staatliche Bauamt zusätzlich zum Neubau des Geh- und Radwegs die Staatsstraße „ausbauen und grundhaft erneuern“ sowie an zwei Stellen auch die Böschungen sichern. Ferner werde der Durchlass des Sattelbachs am südlichen Ortsende saniert. Die durch die Vollsperrung bedingten Umleitungsstrecken werde das Staatliche Bauamt zeitnah bekannt geben. Feuerwehr und Rettungsdienst sollen die Baustelle aber passieren können.
Dass dies auch so mancher Autofahrer wieder über die schon bekannten Schleichwege versuchen wird, darauf stellt sich die Gemeinde schon mal ein. Ein Anwohner der schon ziemlich maroden Lehenpointstraße erkundigte sich deshalb am Ende der Sitzung, wann diese eigentlich saniert werden soll. Entsprechende Markierungen der besonders schadhaften Stellen seien schon mal angebracht worden, mittlerweile aber wieder verblasst.
Selbstverständlich werde der Bauhof die größten Schlaglöcher flicken, kündigte Deingruber an. Dies aber wegen des trotz der eigentlich weiträumigen Umleitung während der Vollsperrung wieder zu erwartenden Ausweichverkehrs ganz bewusst nur notdürftig. Die eigentliche Sanierung werde man erst nach Abschluss der Baumaßnahme auf der Staatsstraße in Angriff nehmen.
Anstrengendes
Baustellenjahr droht
Überhaupt schwor der Rathauschef die Bürger abermals auf ein anstrengendes Baustellenjahr ein. Denn sobald Fischbachau durch sei, folge im Sommer die Sanierung der B307/ Ortsdurchfahrt Neuhaus – mit Umleitung übers Leitzachtal. „Wenn das alles fertig ist“, sagte Deingruber, „haben wir hoffentlich wieder Normalität.“ Sebastian Grauvogl