Bad Aibling investiert 600.000 Euro in Technik

von Redaktion

Die Berufsschule Bad Aibling ist jetzt Profilschule für Informatik und Zukunftstechnologien. Für rund 600.000 Euro wurden neue Geräte angeschafft, die den Auszubildenden beste Zukunftschancen bieten und die Ausbildung auf den neuesten Stand heben.

Bad Aibling – Bei der Abschlussfeier der Staatlichen Berufsschule Bad Aibling wurden nicht nur an die Absolventen die Zeugnisse überreicht. Es wurde auch eine Reihe neu angeschaffter Geräte vorgestellt, die die Schule im Rahmen ihrer Einstufung als „Profilschule für Informatik und Zukunftstechnologien“ (PIZ) erhalten hat.

Nach dem „Zeugnisakt“ starteten die Gäste zu einem Rundgang durch die mit der neuen technischen Ausstattung versehenen Abteilungen, wo jeweils Azubis die „maschinellen Neuzugänge“ vorstellten.

Innovationen
in den Werkstätten

Im Bereich Anlagenmechanik SHK (Sanitär/Heizung/Klima) präsentierten Sandra Hofmüller und Fritz Aßbichler unter anderem modernste Luft-Wasser-Wärmepumpen einschließlich Hybridanlagen (Gas- und Luft-Wasser-Wärmepumpen kombiniert) sowie Anlagen für Kalkschutz und kontrollierte Wohnraumbelüftung.

In der „Bauabteilung“ demonstrierten Seppi Staber und Johann Hollinger ein nagelneues Testgerät für die Baustoffprüfung, einsetzbar vom Mauerwerk über Baustahl bis zum Holzbau. Das Gerät testet die Eigenschaften der jeweiligen Materialien bis zur Belastungsgrenze und darüber hinaus bis zum Bruch.

Die Zimmerer freuen sich über eine Fünf-Achsen-CNC-Fräse, die beispielsweise beim Treppenbau eingesetzt wird. Quirin Wendlinger führte mit einer Testfräsung die Anlage vor. Die Berufsschule Bad Aibling ist bayernweit die erste Berufsschule, die im Zimmereibereich mit einem solchen Gerät ausgerüstet ist.

Im Bereich Metallfertigungstechnik wurde ein digitales Höhenmessgerät in Betrieb genommen, das die Positionen und Durchmesser von Bohrungen zu verschiedenen Nullpunkten erfasst und die Positionen zueinander ins Verhältnis setzt. Maximilian Färber und Maximilian Hahn, beide Azubis bei der ArianeGroup, erläuterten fachkundig das neue Messinstrument. Die beiden absolvierten vor Kurzem einen mehrwöchigen Aufenthalt im Raumfahrtzentrum Guayana bei Kourou in Französisch-Guayana, wo unter anderem die Ariane-Raketen ins Weltall geschossen werden. Ebenfalls in der Metallfertigungstechnik sind die zwei neuen kollaborierende Fanuc-Roboter mit integriertem KI-unterstütztem Kamerasystem im Einsatz, die zum Abschluss der „Technik-Tour“ im Mittelpunkt standen.

Odaci Emirhan und Finn Stärtzner zeigten eine selbst konstruierte 3D-gedruckte Abfüllanlage für Müsli, bei der Kunden das personalisierte Müsli über eine App bestellen können. Der Abfüllprozess wird mithilfe einer SPS (Speicherprogrammierbare Steuerung) und eines Roboters automatisiert.

Eine Investition
in die Zukunft

Tief beeindruckt zeigte sich Landrat Otto Lederer nach der Besichtigungsrunde: „Es ist großartig, wie bei uns die Schule, die Betriebe und die Innungen zusammenarbeiten. Wenn man sieht, wie die Lehrer diese nicht ganz preisgünstigen Geräte in den Unterricht einbauen, wissen wir, dass die Investitionen sinnvoll eingesetzt werden.“

Im Gespräch mit unserer Zeitung erklärte Schulleiter Jürgen Ersing: „Der Gesamtbetrag der Neuinvestitionen beläuft sich auf rund 600.000 Euro. Die Lehrkräfte der Berufsschule bringen zusammen mit den Innungsbetrieben die Berufe technologisch auf den neuesten Stand und geben den Jugendlichen somit die besten Chancen für ihre Zukunft. Das Handwerk braucht Nachwuchs – für die Arbeit mit Hand und Kopf.“

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