Offene Fragen nach SEK-Einsatz

von Redaktion

Ein stundenlanger Polizeieinsatz mit Spezialeinsatzkräften und großräumigen Absperrungen hat am Samstag in einer Wohngegend in Bruckmühl für Aufregung gesorgt. Auslöser war laut Polizei eine verdächtige Wahrnehmung in einem von einem älteren Paar bewohnten Haus.

Bruckmühl – Eine „verdächtige Wahrnehmung“ habe die Einsatzkräfte am vergangenen Samstag gegen 12.10 Uhr auf den Plan gerufen, wie Stefan Sonntag, Polizeisprecher beim Präsidium Oberbayern Süd, mitteilte. Ziel des Einsatzes war demnach ein Wohnhaus in der Straße „Am Eichpold“, das von einem 82-jährigen Mann und seiner 71-jährigen Lebensgefährtin bewohnt wird. Zunächst rückte die Feuerwehr zur Wohnungsöffnung an.

Am Nachmittag wurde laut Angaben der Polizei das Spezialeinsatzkommando Südbayern (SEK) nachalarmiert, da „eine Gefährdung für die eingesetzten Polizeibeamten nicht ausgeschlossen werden“ konnte. Die Einsatzleitung lag beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd. Zahlreiche Kräfte umliegender Dienststellen wurden an den Einsatzort beordert, das Gebäude großräumig mit Absperrband gesichert und weiträumig mit Fahrzeugen umstellt. Neben mehreren Streifenwagen waren auch Fahrzeuge der Bereitschaftspolizei vor Ort.

„Kripo ermittelt
auf Hochtouren“

Wie das zuständige Polizeipräsidium Rosenheim in einer Mitteilung erklärt, wurden neben den Beamten des Spezialeinsatzkommandos Südbayern auch die Verhandlungsgruppe sowie der Rettungsdienst hinzugezogen. Auf Bildern des Einsatzes sind mehrere Rettungswagen des Bayerischen Roten Kreuzes und der Malteser zu sehen.

„Die Überprüfung der Wohnräume erfolgte im Laufe des frühen Abends durch die Spezialeinsatzkräfte. Hierbei konnten keinerlei Personen angetroffen werden“, heißt es in der Pressemitteilung der Polizei.

Zu den Hintergründen des Einsatzes gibt es bislang keine weiteren Angaben. Ob eine Gewalttat stattgefunden habe, es Opfer gebe oder zur Ursache des Einsatzes kann die Polizei also bisher nichts sagen. Die einzige offizielle Aussage aus dem Polizeipräsidium: „Die Kripo ermittelt auf Hochtouren.“

Auch Bruckmühls Bürgermeister Richard Richter konnte am gestrigen Sonntag keine weiteren Details nennen. Er hob jedoch hervor, es habe ein „sehr gutes Ineinandergreifen der Rettungskräfte von Polizei, Feuerwehr und allen anderen Einsatzkräften“ gegeben. Mit Blick auf die laufenden Ermittlungen betont Richter, man hoffe, „dass es schnell und vollständig aufgeklärt wird“.

„Es sind noch Zivilpolizisten vor Ort“, so ein Reporter aus dem Markt Bruckmühl am Sonntagmittag. Diese befragen laut seinen Beobachtungen die Anwohner. Vor dem Haus der beiden Senioren stehe ein Polizeiauto. Zum Grund für den SEK-Einsatz könnte die Aussage einer Anwohnerin aus der Straße „Am Eichpold“ interessant sein: Sie sagt, dass sie am Samstagnachmittag zehn bis zwölf Sprengstoff-Spezialisten gesehen haben möchte. Die Polizei äußert sich bisher nicht dazu.

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