Tuntenhausen – Am vergangenen Sonntag fanden in Bayern die Kommunalwahlen statt. In der Gemeinde Tuntenhausen wurde zum einen Christian Mayer zum neuen Bürgermeister gewählt und auch im Gemeinderat gibt es einige Veränderungen. 20 Sitze sind zu vergeben und hier gab es einige Neuheiten. Von 5.869 Stimmberechtigten haben 4.159 Wähler ihre Stimmen abgegeben. Und mit deren Wahl waren einige Gemeinderäte sehr glücklich.
Für ein angenehmes
Miteinander
Wie zum Beispiel Christian Birmoser von der Unabhängigen Liste Tuntenhausen (ULT). „Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, sagt er. „Wir hatten auch einen guten Zuwachs und mehr Stimmen als bei der vergangenen Wahl.“ Vor sechs Jahren kam die ULT zum ersten Mal in den Gemeinderat.
Eigentlich hatten sie gehofft, einen dritten Platz dazugewinnen zu können, doch den hätten sie „sehr, sehr knapp verpasst“. Die ULT erhielt 8.345 Stimmen. Auf die kommende Zeit freut sich Birmoser sehr. Schließlich sei die ULT noch sehr jung und habe viel Potenzial. „Vor sechs Jahren haben wir die Ortsliste gegründet, da der Ort Tuntenhausen selber noch keine Liste hatte und auch vertreten sein sollte“, erklärt er. Daraus habe sich dann mehr entwickelt. „Wir wollen nicht nur für Tuntenhausen da sein, sondern für die gesamte Gemeinde“, so Birmoser.
Zufrieden mit dem Ergebnis (4.317 Stimmen) ist auch Thomas Kranz von „Die Liste 83104“, obwohl sie einen Platz verloren haben und damit nur noch einen Vertreter im Gemeinderat haben. „Wir hatten uns eigentlich zwei Kandidaten erhofft und jetzt ist es nur noch einer“, sagt Kranz. Warum er dennoch zufrieden mit der Wahl ist, liegt an mehreren Aspekten. Wie zum Beispiel, dass mehr Frauen in den Listen vertreten waren, sich viel mehr junge Leute aufstellen ließen und auch die Wahlbeteiligung hoch war.
Dass jetzt nur noch einer von der Liste 83104 im Gemeinderat sitzen wird, sei dennoch schade. Eine Idee, woran es liegen könnte, hat Kranz: „Wir sind eine Liste, die über die gesamte Gemeinde hinausgeht – und Wähler tendieren immer mehr dazu, ihre eigenen Ortslisten zu wählen.“ Schließlich kenne man sich untereinander oftmals.
Für die Zukunft möchte sich die Liste 83104 mit der neuen Ortsmitte Ostermünchen noch mehr auseinandersetzen. „Das Wohnbauprojekt ist zum einen eine immense finanzielle Belastung für die Gemeinde und zum anderen sehen wir das Projekt auch nicht als soziales oder bezahlbares Wohnbauprojekt“, sagt Kranz.
Auch der Brenner-Nordzulauf sei ein großes Thema. „Wichtig ist für uns aber auch, den neuen Bürgermeister zu unterstützen und ein angenehmes Miteinander zu haben“, so Kranz.
CSU/FWG, aus deren Reihen auch der neue Bürgermeister kommt, haben hingegen nicht nur ihre fünf Sitze im Gemeinderat behalten, sondern stellen auch noch den Stimmenkönig der Kommune. Mit 2103 Stimmen hat Johann Stürzer, der seit 24 Jahren im Gemeinderat sitzt, den größten Zuspruch aller Kandidaten erhalten. „Dieser Vertrauensbeweis ehrt mich natürlich sehr“, sagt der 49-Jährige, der „hochzufrieden“ mit dem Ergebnis ist. Auch wenn er persönlich mit einem Sitz mehr für CSU/FWG „geliebäugelt“ hatte.
Doch wichtig sei grundsätzlich nicht, von welcher Partei die Leute im Gemeinderat kämen, sondern dass es „vernünftige Personen“ seien. Daher wünscht er sich für die Zusammenarbeit im neuen Gemeinderat vor allem eins: „Ein konstruktives Miteinander.“ Denn in den vergangenen sechs Jahren sei ihm „zu viel Ideologie“ im Spiel gewesen. Insgesamt konnten CSU/FWG 18.990 Stimmen einsammeln.
Ebenfalls zufrieden mit der Gemeinderatswahl in Tuntenhausen ist Anton Messerer von der Freien Wählergemeinschaft Beyharting. Insgesamt 9.424 Stimmen holten sie. „Ein tolles Ergebnis und wir haben noch eine dritte Person dazugewonnen“, sagt Messerer. Den Erfolg dafür sieht er zum einen an dem guten Angebot ihrer Bewerber. „Und mir ist schon sehr wichtig, dass alle Ortsteile gut vertreten sind und wir auch immer die Stimmungen und Interessen vom Ort im Parlament ordentlich vertreten“, erklärt er weiter.
In den kommenden Jahren möchte die Freie Wählergemeinschaft Beyharting den Fokus vor allem darauf legen, dass sie Politik für die Leute vor Ort macht. „Dass wir ihre Probleme aufnehmen und dann mit in den Gemeinderat nehmen“, sagt Anton Messerer.
Die Anzahl an Sitzen der Parteifreien Wählergemeinschaft Schönau ist gleichgeblieben. Sie bekamen 8.955 Stimmen und haben auch weiterhin zwei Plätze im Gemeinderat. „Das Ergebnis ist absolut in Ordnung“, sagt Johannes Weigl. Er sei ganz entspannt an die Sache herangegangen. Anders als seine Listenkollegin Martina Lausch, die die meisten Stimmen erhalten hat. „Die ist gerade im Urlaub, die war schon etwas angespannt. Bei mir war das anders, denn nach acht Jahren im Gemeinderat wird man, glaube ich, etwas relaxter“, sagt Weigl und lacht. Fokus wird jetzt erst einmal auf dem „Bürgersaal“ liegen, der in Schönau entstehen soll.
Bei der Wählergemeinschaft Hohenthann liegt auch der Fokus auf einem Projekt innerhalb des Ortsteils. „Wir sind eine reine Ortsliste, uns ist deshalb vor allem wichtig, dass die Leute aus Hohenthann einen Ansprechpartner haben, der im Gemeinderat ist“, sagt Martin Lurz.
Am Wahlabend holte die Wählergruppe insgesamt 7.581 Stimmen. Es sei ein solides Ergebnis, mit dem man vorab schon gerechnet habe. „Viele Bewerber aus Hohenthann haben auf einer anderen Liste gestanden, weshalb uns dadurch auch ein paar Wähler abhandengekommen sind“, erklärt Lurz dazu. „Es ist nicht gut und es ist nicht schlecht. Es ist erwartungsgemäß“, so Lurz.
Unabhängige Wähler
sind sehr zufrieden
Anna Diarte Fernández von den Unabhängigen Wählern Ostermünchen (UWO) zeigte sich nicht nur mit dem Ergebnis ihrer politischen Gruppierung, sondern auch mit dem eigenen Ergebnis „sehr zufrieden“. Schließlich hatte sie mit 1.574 Stimmen das beste UWO-Ergebnis sowie das viertbeste Ergebnis aller Gemeinderatskandidaten geholt. Insgesamt wird die UWO, die 12.316 Stimmen auf sich vereinen konnte, weiterhin mit drei Personen im Gremium vertreten sein. Wobei sie sich besonders darüber freut, dass „insgesamt mehr Frauen“ in den Gemeinderat gewählt worden sind: „Ich denke, dass das auch den Willen der Wähler widerspiegelt.“
So sieht es vermutlich auch die Frauenliste, die 7.469 Stimmen holte und weiterhin zwei Ratsmitglieder stellen wird. „Wir sind sehr zufrieden. Der Stimmenanteil der FL ist erneut um 1,6 Prozent gewachsen. Das bildet für uns eine solide Basis“, kommentierte Theresia Englhart das Ergebnis für ihre politische Vereinigung.