Feldkirchen-Westerham – In der Gemeinde Feldkirchen-Westerham gibt es einige Neuheiten, was den Gemeinderat und seine 24 Sitze angeht. Von 8.745 Stimmberechtigten haben 5.668 Wähler ihre Stimmen abgegeben. Und damit viele Veränderungen hervorgebracht. Neu ist, dass die AfD nun Einzug in den Gemeinderatssaal hält. Ein Ergebnis, das Heinz Oesterle, Fraktionssprecher der SPD, erstaunt hat.
Grüne wollen den
Bürgermeisterposten
„Wir sind jetzt eine Gruppierung mehr, die direkt zwei Plätze im Gemeinderat belegen“, sagt er. Viele hätten überlegt, welche Wählergruppe Plätze bei der Kommunalwahl deshalb einbüßen werden. „Wir zum Glück nicht, wir haben unsere beiden Plätze halten können“, sagt Oesterle. Während sich also in anderen Wählergruppen bald neue Gesichter an den Tisch des Gemeinderats setzen, bleiben Heinz Oesterle und Pankraz Schaberl der Gruppe erhalten. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis“, sagt er. Die SPD in Feldkirchen-Westerham erhielt 9.124 Stimmen.
Für die kommende Zeit möchte sich die SPD vor allem um die jüngere Generation kümmern. „Uns sind die Jugendlichen und der Schulneubau sehr wichtig“, sagt Heinz Oesterle. „Genauso wie bezahlbares Wohnen, damit müssen wir uns auch mehr befassen.“
Das sieht Elisabeth Spielmann, Fraktionsvorsitzende der Grünen, genauso. Auch sie wollen bezahlbaren Wohnraum schaffen, den sich auch „der Normalbürger leisten kann“. „Es werden eher luxuriöse Wohnungen gebaut und sonst passiert nichts“, sagt Spielmann. Das solle sich in Zukunft ändern.
„Wir haben zwar einen Sitz verloren, aber sind alles in allem sehr zufrieden, vor allem, da wir jetzt auch einen ganz Jungen drin haben.“ Die Fraktion holte 21.397 Stimmen. Für Spielmann ein positives Ergebnis. Für die Zukunft haben die Grünen neben bezahlbarem Wohnen noch viel mehr vor. Darunter zähle zum einen, den Blick auf den Bürgermeisterposten gerichtet zu lassen. „Wir sind die zweitstärkste Kraft, das ist einfach unser Anspruch“, sagt Spielmann.
Einen Platz im Gemeinderat haben auch die Pro Bürger verloren. Fraktionsvorsitzender Franz Bergmüller ist mit dem Ergebnis „nicht zufrieden“. Was die Gründe hierfür sein könnten, müsse man nun intern beraten. Eine Idee hat Bergmüller dazu aber schon und verrät: „Ich bin AfD-Landtagsabgeordneter und es war auch schon 2020 so, dass viele AfD-Wähler die Pro Bürger gewählt haben“, erklärt er. Nun ist die AfD als Ortsgruppe selbst angetreten und erlangte gleich zwei Plätze im Gemeinderat. „Das hat uns sicherlich auch Stimmen gekostet“, sagt Bergmüller. Insgesamt bekamen „Pro Bürger“ 10.046 Stimmen.
Für die Zukunft möchten sich die Pro Bürger aber auch in einigen Bereichen der Gemeinde Feldkirchen-Westerham stark machen.
Für die AfD ist der Einzug in den Gemeinderat noch nicht wirklich zu fassen. Dennoch sind sie mit dem Ergebnis (12.031 Wähler) mehr als nur zufrieden, wie Roland Zeddies sagt: „Erstes Mal angetreten als AfD in Feldkirchen-Westerham und gleich zwei Plätze erobert.“ Das sei auch das Ziel gewesen. Mit mehr Plätzen habe man zunächst noch nicht gerechnet. „Es ist ein guter Start“, sagt Zeddies.
Er wohnt zwar schon länger in der Gemeinde, sei aber noch nicht so fest hier verwurzelt wie manch anderes Gemeinderatsmitglied. „Es ist eine Personenwahl und deshalb hängt vieles auch von Verwurzelung und Bekanntheitsgrad ab“, sagt er. Dass sie es aber dennoch geschafft haben, mache ihn sehr stolz. Und Themen werden sie auch einige mitbringen. „Wir haben noch keine Erfahrungen in diesem Bereich und müssen da natürlich erst einmal reinwachsen“, sagt Zeddies. Wichtig sei für ihn aber schon mal die Transparenz.
Mit Spannung erlebte Sepp Hupfauer, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler Feldolling, den Wahlabend. Auch weiterhin wird es für die lokale politische Wählergruppe zwei Plätze im Gemeinderat geben. Nur nicht mehr für ihn. „Ich bin sehr zufrieden, dass wir unsere zwei Mandate behalten können, und dazu haben wir jetzt noch einen Jüngeren dabei“, sagt Hupfauer. Deshalb habe er sich in der Liste nicht mehr weit oben aufgestellt. Dass immer mehr junge Leute sich für die Politik in der Heimat einsetzen, findet er gut. Die Freien Wähler Feldolling erhielten 8.846 Stimmen.
Zufrieden mit dem Ergebnis (15.042 Stimmen) ist auch Vinzenz Schaberl, Fraktionsvorsitzender der Parteifreie Freie Wähler Gesamtgemeinde. „Wir hatten gehofft, dass wir noch einen vierten Platz bekommen, aber wir sind froh, dass wir unsere drei halten konnten“, sagt er. Für die nächste Zeit wünscht sich Schaberl vor allem eine gute Zusammenarbeit im Gemeinderat. Schließlich könne nur so etwas Vernünftiges dabei rumkommen. „Man merkt einfach, dass viele Leute unzufrieden sind und das gelte es zu beheben. Und zwar indem wir jetzt gemeinsam nach Lösungen suchen“, so Vinzenz Schaberl.
Das Thema Wohnen steht bei allen weit oben auf der Liste. So auch bei der CSU. Fraktionsvorsitzender Bernhard Neumaier möchte sich mit seiner Fraktion auch für dieses Thema einsetzen. „Wichtig ist jetzt auch die Fertigstellung des Dorfplatzes und auch alle Verkehrsthemen“, sagt er. Insgesamt 36.186 Stimmen gingen an die CSU. Doch mit dem Ergebnis sei man nicht ganz zufrieden. „Wir haben einen Platz verloren, aber ich würde sagen, insgesamt kommen wir damit gut zurecht“, sagt Neumaier.
Zusammen mit dem
Sohn im Gemeinderat
Im Gegensatz dazu freut man sich in der Ortsliste Vagen sehr über das Ergebnis. Sie holte 13.992 Stimmen der Wähler und gewann damit noch einen Platz im Gemeinderat hinzu. „Für uns lief es sehr gut, wir haben jetzt drei Vertreter und unser Bürgermeister, Johannes Zistl, ist im Kreistag“, sagt Meixner. Deshalb könne er ganz klar von einem „schönen Ergebnis“ sprechen.
Er freut sich schon auf die kommenden Sitzungen im Gemeinderat. Schließlich gibt es viel zu tun. „Wir haben viele Anliegen und viel zu entscheiden“, sagt Meixner. Doch auf eine Sache ist er besonders stolz: „Ich freue mich sehr, dass ich wieder mit meinem Sohn im Gemeinderat sitzen werde.“