Bauhof streicht freiwillige Leistungen

von Redaktion

Die angespannte Haushaltslage zwingt die Gemeinde Bad Feilnbach zum Sparen. Der Gemeinderat hat nun entschieden, welche freiwilligen Leistungen des Bauhofs künftig wegfallen. Das hat Folgen für Parkbänke, Christbäume und die Grünpflege.

Bad Feilnbach – Die angespannte Haushaltslage der Gemeinde Bad Feilnbach veranlasste die Gemeinderäte im öffentlichen Teil der 104. Sitzung, sich mit den „Freiwilligen Aufgaben ihres gemeindlichen Bauhofs“ auseinanderzusetzen und über künftige Vorgehensweisen zu entscheiden.

Grundlage für die Befassung mit dem Thema war die Beratung in der Gemeinderatssitzung vom 20. November 2025, in der eine Ausschreibung zur Friedhofspflege an einen externen Dienstleister abgelehnt wurde. Ebenso entschied sich das Gremium gegen eine weitere Bauhofstelle für Zusatzleistungen zur Friedhofspflege.

Einsparungen mit
Augenmaß gefordert

Auf Vorschlag der Fraktionssprecher sollten neben Kapazitäten für eine verbesserte Friedhofspflege einige weitere freiwillige Leistungen auf den Prüfstand gestellt werden – mit dem Ziel, der wachsenden Aufgabenflut entgegenzuwirken. Künftige Entscheidungen im Gemeinderat bedürfen dabei einer deutlicheren Beachtung von Folgekosten, vor allem im Sach- und Personalbereich. Viele freiwillige Aufgaben wurden im Laufe der Jahre zusätzlich in den Verantwortungsbereich des Bauhofs übertragen, welche nur teilweise durch weitere Mitarbeiter aufgefangen wurden.

Dazu gehören Ersatz- und Unterhaltsmaßnahmen von etwa 400 Parkbänken, die für den Kurort notwendig sind und unter anderem von Senioren genutzt werden. Ein Verzicht sei nicht möglich, jedoch könnten einige Standorte optimiert werden, künftig aber keine Mehrungen mehr stattfinden sollten. Ein Ausmähen erfolge nur noch zweimal jährlich. Möglichkeiten zur Optimierung von Verkehrssicherungspflicht, Pflege und Unterhalt wurden zum Thema Gemeindewald diskutiert.

Die kleinen beleuchteten Christbäumchen, gestiftet vom Kur- und Tourismusverein, werden nach Mehrheitsbeschluss nicht mehr von Mitarbeitern des Bauhofs an die Lichtmasten entlang der Kufsteiner Straße angebracht. Nicht verzichtet werden sollte auf die beleuchteten Christbäume in den Friedhöfen. Zur Kostenoptimierung werde über Patenschaften nachgedacht.

Der Wertstoffhof ist Aufgabe des Landkreises, der die Kosten nur im Rahmen der Öffnungszeiten erstattet. Leistungen könnten hierfür auch von Minijobbern erbracht werden.

Vorgeschlagen wurde beim Punkt „Grünpflege Allgemein“ eine Reduzierung der zeitaufwendigen Rosenpflege am Rathausplatz um etwa 30 Prozent oder eine Umorientierung auf pflegeleichtere Bepflanzung. Der Pachtvertrag am Zementwerk Litzldorf solle aufgekündigt werden. Dadurch entfallen Verkehrssicherungspflicht, Unterhalt und Pachtzins im Sinne freiwilliger Aufgaben.

Gemeinderat Peter Menhofer (ÜW) regte an, zur Reduzierung freiwilliger Leistungen keine Papierkörbe und Ständer für Hundekottüten mehr anzubringen und wandernde Gäste verstärkt in die Verantwortung zu nehmen, ihren Müll sowie Hundekot selbst zu entsorgen.

Zu prüfen sei auf Anregung von Gemeinderat und Zweitem Bürgermeister Josef Rauscher eine Notwendigkeit der Veranstaltung „Boarisch auf d’Nacht“, insbesondere an schlecht besuchten Austragungsorten wie am Gasthaus Weingast in Kematen. Begründet wurde dies damit, dass die Bühne von Mitarbeitern des Bauhofs mit entsprechendem Aufwand auf- und abgebaut wird. Die Liste von Vorschlägen, die zu Einsparungen bei freiwilligen Leistungen beitragen, solle nach Meinung von Gemeinderat Konrad Schwaiger (SPD) fortgeführt werden. Allerdings sei bei den angesprochenen und noch absehbaren Punkten eine Vorgehensweise mit Augenmaß notwendig, wie Marinus Moser (ÜW) appellierte und eine strukturierte Planung von Einsätzen und Manpower anregte. Dem Bauhofleiter Martin Mayer zufolge befinde sich das Gemeinderatsgremium hinsichtlich der Situation von Einsparung und Optimierung auf dem richtigen Weg.

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