Bruckmühl – Nachdem die Theaterer vom Stadltheater Bruckmühl im vergangenen Herbst „Charleys Tante“ mit großem Erfolg auf die Heufelder Bühnenbretter gezaubert hatte, haben sie sich nun – zum 35-jährigen Vereinsbestehen – wieder an die Inszenierung eines Volksstück-Klassikers getraut: „Der verkaufte Großvater“, die bäuerliche Groteske von Anton Hamik aus dem Jahr 1942, in der Bearbeitung von Franz Xaver Kroetz steht auf dem Programm.
Großartige
Ensembleleistung
Schon viele große Volksschauspieler wie Hans Moser (im Film 1962), Henry Vahl (Ohnsorg-Theater im TV 1961) oder Michl Lang mit dem Komödienstadl (im TV 1967) haben darin brilliert. Worum geht es: Der reiche Haslinger-Bauer (Peter Iberle) will seine Tochter Ev (Michaela Fuchs) mit Lois (Christian Kastl), dem Sohn des armen Kreithofer-Bauern (Thomas Sedlmair) verbandeln, da er sich davon einen beträchtlichen Vermögensvorteil verspricht. Die beiden jungen Leute lehnen eine Verbindung allerdings entschieden ab.
Um sich doch noch den erhofften finanziellen Vorteil zu sichern, überredet der Haslinger-Bauer den Kreithofer-Bauern, ihm dessen Großvater (Wolfgang Becke) zu verkaufen. Da der Großvater mit seinen Streichen gerade die Magd Zenz (Ingrid Brandl) aus dem Haus getrieben hat, willigt der Kreithofer ein. Gemeinsam mit Ehefrau Hanni (Margit Reiser), die in seine Gaunerei eingeweiht ist, will der Haslinger nun endlich zum Ziel kommen.
Da ihr Knecht Martl (Max Burggraf) sich eine kleine „Auszeit“ erschwindelt hat, können die beiden den Großvater ganz ungeniert und ungestört umgarnen. Oder führt sie der schlitzohrige Alte selbst an der Nase herum?
Unter der einfühlsamen Regie von Heidi Heynen bieten die Heufelder Theaterer eine großartige Ensembleleistung, bei der die Spielfreude nicht zu bremsen ist. Das „Bauern-Duell“ (Thomas Sedlmair und Peter Iberle) könnte unterhaltsamer kaum sein und die aufkeimende Liebe zwischen Lois (Christian Kast) und Ev (Michaela Fuchs, mit ihrem ersten Auftritt beim Stadltheater) wird höchst charmant und glaubwürdig inszeniert.
Und vor allem ist da Walter Becke als Großvater mit einer grandiosen Darbietung, die kein Vorbild scheuen muss. Eine Leistung, vor der man tief den Hut zieht. Insgesamt bietet das Stadltheater wieder einmal beste Unterhaltung, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Weitere Aufführungen in der Theaterhalle Heufeld: Freitag und Samstag, 13./14. März, jeweils um 20 Uhr; Sonntag, 15. März, um 19 Uhr; Freitag und Samstag, 20./21. März, jeweils um 20 Uhr sowie Sonntag, 22. März, um 14 Uhr. Einlass ist jeweils eine Stunde vor Beginn.
Karten gibt es bei Manu´s cartoleria e libri, Kirchdorfer Straße 14 in Bruckmühl. Restkarten sind an der Abendkasse erhältlich.