Der Mensch in der Nebenrolle des Grausamen

von Redaktion

Nonfiktionale Bad Aibling Filmkritik zu „Space Dogs“ von Elsa Kremser und Levin Peter

Bad Aibling – Die OVB-Heimatzeitungen präsentieren während der Nonfiktionale Filmkritiken von Jugendlichen, die im Rahmenprogramm des Filmfestivals entstehen. Heute: „Space Dogs“ von Elsa Kremser und Levin Peter.

Der Film läuft am heutigen Freitag, 13. März, um 19.30 Uhr.

Straßenhunde gehören für viele Menschen zum Stadtbild großer Metropolen, doch selten fragt man sich, woher sie kommen, wie sie leben und was sie erlebt haben.

Genau hier setzt die Dokumentation an, die sich mit den Straßenhunden in Moskau beschäftigt und ihren Ursprung bis in die Zeit der sowjetischen Raumfahrt zurückverfolgt. Hunde wurden von den Straßen Moskaus eingefangen, trainiert, operiert und schließlich unter extremen Bedingungen ins Weltall geschickt, oft ohne Aussicht auf eine Rückkehr.

Die Regisseure begleiten vor allem zwei Hunde, deren Alltag auf der Straße schonungslos und ohne Kommentierung gezeigt wird. Statt Interviews oder erklärender Off-Stimme setzt der Film auf eine beobachtende Kamera, die sich häufig auf Augenhöhe der Tiere, häufig sogar leicht darunter, befindet. So wird ihre Sichtweise nachvollziehbar gemacht und der Mensch rückt – zumindest optisch – in eine Nebenrolle.

Trotz der grundsätzlich interessanten Thematik halten wir die Dokumentation nicht für empfehlenswert. Sie führt dem Publikum vor allem eines vor Augen: wie rücksichtslos und grausam Menschen gegenüber Tieren handeln können.

Zwar kann man dem Film zugutehalten, dass er Missstände offenlegt, doch für uns reicht das nicht aus, um ihn positiv zu bewerten. Insgesamt bleibt der Eindruck, dass das Leid der Tiere gezeigt wird, ohne dem Zuschauer einen konstruktiven Mehrwert zu bieten.

Josefine Ban/Sara Lüers

Artikel 1 von 11