Feldkirchen-Westerham – Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Bruckmühl mit Feldkirchen-Westerham feierte kürzlich die Ordination von Pfarrerin z.A. Johanna Rosin. Sie hat die seit nahezu zwei Jahren verwaiste zweite Pfarrstelle angetreten, nachdem Pfarrer Samuel Fischer im Jahr 2024 nach neun Jahren die Emmauskirche verlassen hatte. Regionalbischof Thomas Prieto Peral vom Kirchenkreis Schwaben-Altbayern und Dekanin Dagmar Häfner-Becker führten die Ordination in der Emmauskirche in Feldkirchen-Westerham vor zahlreichen Ehrengästen durch.
Erst mit 18 Jahren die
erste Bibel gekauft
Johanna Rosin ist 28 Jahre alt, verheiratet und stammt aus Sachsen-Anhalt. Nach sieben Jahren Theologiestudium und einem zweijährigen Vikariat in der Christuskirche in München trat sie am 1. März ihre neue Pfarrstelle an.
Der Festgottesdienst begann mit einem feierlichen Einzug, begleitet von Orgel und Bläserensemble, und wurde von Pfarrer Andreas Strauß eröffnet. Dekanin Häfner-Becker sprach die Tauferinnerung mit Glaubensbekenntnis und ein Gebet. Nach dem Lied „Oceans“ der Oase-Band der Emmauskirche folgte die Ordinationsansprache von Regionalbischof Peral. Er hob den Mut hervor, sich in freier Entscheidung Gott zuzuwenden, in Anlehnung an den Brief des Apostels Paulus an die Römer. Er sagte über Johanna Rosin: „Sie haben etwas verstanden davon, sich zu entscheiden“, was bemerkenswert sei, da Johanna Rosin durch die politischen Verhältnisse in einem völlig unchristlichen Umfeld aufgewachsen ist und sich erst als Erwachsene taufen lassen konnte. Im Alter von 18 Jahren kaufte sie sich ihre erste Bibel und entschied sich für das Studium der Theologie. Regionalbischof Peral wünschte ihr Gottes Segen und versicherte ihr: „Die Menschen hier freuen sich auf Sie.“
Johanna Rosin stellte anschließend die Personen vor, die sie auf ihrem Weg begleitet haben: ihren Ehemann Maximilian, mit dem sie seit fünf Jahren verheiratet ist, sowie Christian Kauhaus, Lilli Kirchhoff, Lea Buchinger und Steffi Wist, die sie auf unterschiedlichste Weise all die Jahre hindurch bestärkt und unterstützt haben.
Nach den Lesungen durch die Assistenten erfolgte die Berufung mit Ordinationsgebet, Segnung und Sendung durch Bischof Prieto Peral. Das Abendmahl für alle Anwesenden wurde bei strahlendem Sonnenschein im großen Innenhof der Emmauskirche gereicht. Dieses Novum war der großen Anzahl der Teilnehmenden geschuldet. Nach dem Schlusssegen in der Kirche, dem von Bläsern und Orgel feierlich begleiteten Auszug, leitete Pfarrer Strauß über zu den Grußworten der Ehrengäste.
Feldkirchen-Westerhams Bürgermeister Johannes Zistl hob besonders die ökumenische Gastfreundschaft hervor und erinnerte an die zahlreichen gemeinsamen Aktionen der beiden Kirchen vor Ort. Da Familie Rosin in einem Ortsteil von Bruckmühl wohnen wird, begrüßte Bürgermeister Richard Richter Johanna Rosin und ihren Mann zudem als neue Bruckmühler Bürger.
Pastoralreferentin Monika Langer vom Pfarrverband Feldkirchen-Höhenrain-Laus überbrachte im Namen des Leitungsteams ein herzliches Willkommen und die besten Wünsche für eine gute Zusammenarbeit. Pastoralreferent Christof Langer vom Pfarrverband Bruckmühl, der die Wünsche von Pfarrer Augustin Butacu überbrachte, erinnerte eindringlich an die fortschreitenden Veränderungen in Gesellschaft und Kirche, die ein Umdenken und Neuorientieren hin zu einem geschwisterlichen Miteinander notwendig machten.
Viele gute
Wünsche zum Start
Andreas Stein von der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde erinnerte daran, dass nicht nur ein Einzelner, sondern die ganze Gemeinde berufen sei, den christlichen Glauben weiterzutragen. Auch er wünschte Johanna Rosin alles Gute. Wolfgang Hintermeier, Vertrauensmann der evangelischen Nachbargemeinden Mangfall und Moor, wünschte einen guten Start und Gottes Segen. Christel Obermüller, Vertrauensfrau des Kirchenvorstandes Bruckmühl/Feldkirchen-Westerham, sagte, die Gemeinde freue sich sehr darüber, dass Johanna Rosin sich gerade für diese Gemeinde entschieden habe und nehme sie mit offenen Armen auf.