Zum Bericht „Faschingszug rollt durch Bad Aibling“ (Lokalseiten):
Der Faschingszug heuer in Bad Aibling hat mich tatsächlich nachdenklich gestimmt. Für mich war immer klar, dass es im Fasching zwar natürlich auch ums Feiern geht, nicht alles zu ernst zu nehmen – und vor allem sich selber am allerwenigsten. Wenn ein sogenannter „Gaudiwurm“ jedoch merklich nur noch mehr zur Bulldog-Schau wird und mehr dazu dient, seine eigene Party auf den zum Teil wirklich Ideenlosen bis hinzu reinen Werbe-Wägen in eigener Sache (Burschenfest hier, Weinfest da) zu nützen, um mit maximaler Dezibel-Lautstärke aus den Boxen die Innenstadt zu beschallen, weiß ich nicht, warum Alt und Jung, Familien oder Freundescliquen den Weg inklusive gekaufter Zuschauer-Zeichen in die Stadt machen sollten. Den Veranstaltern, ergo der Faschingsgilde, mache ich hier die wenigsten Vorwürfe. Sie sind auf die Teilnehmer angewiesen und heißen zu Recht alle herzlich willkommen. So soll es auch bitte bleiben, die FG ist ein wichtiger und sympathischer Anlaufpunkt für alle Generationen – man schaue sich nur den gigantischen Zulauf in der Kinder- und Jugendgarde an). Vielmehr appelliere ich mit meinem Faschingsherz an die Vereine, die hier teilnehmen, oder vielleicht auch gar nicht erst kommen.
Ihr alle wollt eure Partys, Feste, Festwochen und so weiter zu Erfolgen machen. Keine Frage, das ist auch gut so. Ein Faschingszug sollte aber eine Feier für alle sein, nicht nur in eurem geschlossenen Faschingswagen-Kosmos. Hinterfragt euch bitte, warum bis auf eine einzige Musikkapelle (ein großes Danke hier mal an die Dreder Musi, die „letzten Mohikaner“) keiner mehr Lust hat, am Festzug mitzuwirken. Es geht definitiv anders, siehe Beispiele Flintsbach, Neubeuern. Das sind Gaudiwürmer auf Augenhöhe für alle.
Johannes Rottmüller
Bad Aibling