„Jede Spende hilft konkret und unmittelbar“

von Redaktion

Am Mittwoch, 25. März, findet in Feldkirchen-Westerham eine Blutspende- und Typisierungsaktion statt. Organisiert wird sie von Bürgermeister Johannes Zistl und dem Roten Kreuz, um einen Stammzellenspender für die an Blutkrebs erkrankte Anne aus Kolbermoor zu finden.

Feldkirchen-Westerham – Für Johannes Zistl ist es eine Herzensangelegenheit. Am Mittwoch, 25. März, findet in der Gemeinde Feldkirchen-Westerham ein Blutspende- und Typisierungstag statt. Im Rahmen der Aktion „Nominieren, typisieren, Leben retten: OVB gegen Leukämie“ von Radio Charivari Rosenheim, den OVB-Heimatzeitungen und dem Pruttinger Bürgermeister Johannes Thusbaß nominieren sich die Bürgermeister aus dem Landkreis Rosenheim gegenseitig, um in ihrer Kommune eine Typisierungsaktion zu starten und damit einen passenden Stammzellenspender für Anne aus Kolbermoor zu finden. Auch Feldkirchen-Westerhams Rathauschef wurde nominiert – und war sofort begeistert von der Aktion.

Gemeinsam
Großes vollbringen

„Mich hat nach wenigen Tagen Richard Richter aus Bruckmühl nominiert“, erinnert sich Johannes Zistl. „Für mich war sofort klar: Das ist eine richtig gute Sache, da mache ich mit.“ Er selbst nominierte seinen Kollegen aus Großkarolinenfeld, Bernd Fessler. Johannes Zistl wollte es aber nicht nur bei der Stammzellen-Typisierung belassen. Denn auch die klassische Blutspende sollte nicht außer Acht gelassen werden. „Beide Aktionen retten buchstäblich Leben“, sagt der Rathauschef.

Bei der Stammzellenspende gebe es gleich mehrere Schwierigkeiten. Denn zum einen sei es gar nicht so einfach, einen passenden Spender zu finden. Zum anderen sei bei einem Treffer nicht gleich sicher, dass die Spende auch tatsächlich funktioniert. „Deshalb braucht es eine große Zahl an Registrierungen“, so Zistl. Und auch die Blutspende ist enorm wichtig. So sagt der Bürgermeister weiter, dass in Krankenhäusern Blut täglich benötigt wird. Doch Blut sei nur begrenzt haltbar und könne bei Knappheit auch nicht einfach künstlich hergestellt werden. „Jede Spende hilft konkret und unmittelbar“, sagt Zistl.

Die Typisierungsaktion bezieht sich in erster Linie auf Anne Willkommen aus Kolbermoor, die an Blutkrebs erkrankt ist. Vor vier Jahren fand sie den passenden Stammzellenspender. Doch nun ist der Blutkrebs zurück. Auch Johannes Zistl kennt ihren Fall. „Ich habe bereits bei ihrer ersten Erkrankung über die Medien von Anne erfahren“, erinnert er sich. „Zunächst wirken solche Nachrichten oft abstrakt, wenn man keinen direkten Bezug hat.“ Doch je mehr man sich mit den Schicksalen der Betroffenen beschäftigen würde, desto greifbarer würde das Ganze werden. Und desto größer würde auch der Wunsch werden, selbst etwas zu tun, sagt der Rathauschef. „Genau diese Möglichkeit habe ich jetzt, und die möchte ich nutzen.“

Gemeinsam mit dem Bayerischen Roten Kreuz (BRK) hat die Gemeinde nun den Blutspende- und Typisierungstag organisiert. „Vor allem das gesamte Team des BRK hat mich sehr beeindruckt“, lobt Zistl. „Kaum war die Nominierung angenommen, liefen dort bereits die Vorbereitungen.“ Und noch bevor die Gemeinde offiziell angefragt hatte, ob man nicht eine Typisierung und Blutspende kombinieren könnte, sei schon vieles organisiert gewesen. „Dieses Engagement verdient großen Respekt und ein herzliches Dankeschön“, so Zistl.

Nun sind es nur noch wenige Tage, bis sich Bürger von Feldkirchen-Westerham als Stammzellenspender bei der großen Aktion registrieren lassen können. Johannes Zistl ist sich sicher, dass viele Menschen aus seiner Gemeinde daran teilnehmen werden. „Beim Blutspenden haben wir viele treue Stammspender, die seit Jahren regelmäßig dabei sind“, sagt er. Zudem hofft er, dass viele junge Menschen – zwischen 18 und 45 Jahren – sich mit einem einfachen Wangenabstrich typisieren lassen. Schließlich gehe es nicht nur um Anne aus Kolbermoor. „Mit jeder einzelnen Typisierung helfen wir ihr – und gleichzeitig auch vielen anderen Menschen, die auf eine Stammzellenspende angewiesen sind“, sagt der Bürgermeister.

Deshalb wünsche er sich, dass auch Vereine und Unternehmen die Aktion am Mittwoch, 25. März, aktiv unterstützen. So könnten Vereine zum Beispiel mit ihrer Reichweite „super Werbung“ machen und auch zusammen mit ihren Mitgliedern viel bewegen. Unternehmen oder Arbeitgeber könnten ihre Mitarbeiter aktiv zur Aktion schicken oder eine Freistellung ermöglichen, damit die Angestellten daran teilnehmen können. „Für die Mitarbeitenden der Gemeinde Feldkirchen-Westerham gilt beispielsweise: Die Teilnahme an der Blutspende oder Typisierung ist Arbeitszeit“, sagt Zistl. „Wer als Verein, Firma oder privat finanziell helfen möchte, kann über die Spendenkonten des BRK oder der AKB unterstützen.“

Bürgermeister
will selbst mit anpacken

Auf die große Hilfsaktion in seiner Gemeinde freut sich Zistl sehr. Er hofft, dass viele daran teilnehmen werden, um möglichst viele Menschen unterstützen zu können. In dieser Sache möchte er auch „als Vorbild in der ersten Reihe“ vorangehen. „Ich nutze meine Reichweite, um für die Aktion zu werben, organisiere mit, bin am Veranstaltungstag vor Ort und packe selbst mit an“, sagt er.

Selbstverständlich werde er sich auch typisieren lassen, betont Zistl weiter. Schließlich wünscht er Anne „von Herzen“, dass durch die Aktionen in den teilnehmenden Kommunen ein passender Stammzellenspender gefunden wird. Er werde ihr auf jeden Fall weiterhin die Daumen drücken. So sagt Johannes Zistl außerdem: „Mir persönlich ist es wichtig, solche Aktionen aktiv zu unterstützen. Es gibt kaum etwas Sinnvolleres, als gemeinsam Leben zu retten.“

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