Tuntenhausen/Bad Aibling – „Es sollte einfach so sein“, sagt ein glücklicher Alexander Smoljanovic und blickt auf eine gelungene Suchaktion zurück. Der 27-Jährige aus Wanzleben in Sachsen-Anhalt geht einem durchaus ungewöhnlichen Hobby nach: Er sammelt Mülltonnen. Davon besitzt er mittlerweile über 275 verschiedene Exemplare. „Prinzipiell ist es wie beim Briefmarkensammeln“, erklärt er gegenüber dem OVB. Verschiedene Formen, Farben, Versionen und Größen. Als ihm seine damalige Nachbarin eines Tages eine Miniatur-Mülltonne schenkte, war es um ihn geschehen, erzählt der gelernte Versicherungsfachmann kürzlich.
Online angeboten:
„Ich hatte keine Chance“
Auf der Suche nach weiteren seltenen Exemplaren war er Anfang des Jahres, wie berichtet, auf die Region gestoßen, speziell auf Bad Aibling und Großkarolinenfeld, nachdem dort über die Online-Verkaufsplattform „Kleinanzeigen“ fünf alte Mülltonnen aus dem Jahr 1978 angeboten worden waren. Ein historisches Modell, das in seiner Sammlung noch fehlte. Denn hinter Smoljanovic‘ Hobby stecke schließlich nicht nur die reine Lust am Sammeln. „Mein Ziel ist es, die Historie zu bewahren“, betont er. Seine beachtliche Sammlung an unterschiedlichsten Mülltonnen, in die „kein Abfall, sondern nur Leidenschaft kommt“, bewahrt der junge Mann in drei Garagen auf, wo sie vor Staub und Dreck bewahrt würden.
Dort wollte er nun gerne noch jene Mülltonne von 1978 vom Hersteller OTTO dazustellen. Das Besondere an den Exemplaren: „Die Mülltonnen aus den 70er-Jahren hatten eine komplett glatte Vorderseite und die Mülltonnen aus den 80er-Jahren hatten eine abgestufte Vorderseite.“ Das 78er-Modell sei indes eine Art „Zwischenversion“ mit glatter Vorderseite und einer schmalen Leiste gewesen, was für Sammler wie ihn einen großen Reiz ausübe, erklärte Smoljanovic. Doch es sollte nicht sein. Über „Kleinanzeigen“ waren die Tonnen rasch vergriffen, „ich hatte keine Chance“. Über die Zeitung wandte sich der junge Mann deshalb an die Öffentlichkeit in der Hoffnung, den Besitzer zu finden und mit ihm womöglich ins Geschäft zu kommen.
Nun, mehrere Wochen später, spricht er gegenüber dem OVB über eine erfolgreiche „Mülltonnen-Safari“, die jedoch anders verlief, als geplant. Ursprünglich habe er sich zwar geärgert, dass er die Mülltonne von Mitte Januar aus Bad Aibling verpasst hatte, erzählt er. „Doch nun bin ich froh, dass ich diese Mülltonne verpasst habe!“ Denn durch die verpasste Chance habe seine Mülltonnen-Suche einen anderen Weg genommen. „Es gilt das Sprichwort: Umwege erhöhen die Ortskenntnis“, sagt Smoljanovic. So hätten sich kürzlich Gustav und Petra von Beerfelde aus dem Tuntenhausener Ortsteil Jakobsberg mit einem ähnlichen Mülltonnen-Modell bei ihm gemeldet.
Besonderes Geschenk
am Geburtstag
„An meinem 27. Geburtstag, 7. März, bin ich in den Süden gestartet“, erinnert er sich an das Mülltonnen-Abenteuer. In Tuntenhausen sei er sehr herzlich empfangen worden. „Es war sogar auch eine Brotzeit vorbereitet und ich habe einige interessante Dinge über die Region erfahren dürfen“, sagt er. So habe ich etwa erfahren, „dass einer der Jakobswege durch Jakobsberg führt“, erzählt der Versicherungsfachmann.
Er möchte sich deshalb ausdrücklich für die besondere Mülltonne und für die große Gastfreundschaft bedanken. „Ich stamme aus der Magdeburger Börde und dort ist alles flach. Da war der Besuch in der Region ein schöner Perspektivwechsel.“ Für Alexander Smoljanovic in jeder Hinsicht ein unvergesslich schöner Tag – nicht nur wegen der Mülltonne.