Bad Aibling – Am Ende war es ein echter Wahl-Krimi mit einem überraschenden Ausgang. Amtsinhaber Stephan Schlier (CSU) musste sich bei der Stichwahl um das Bürgermeister-Amt in Bad Aibling denkbar knapp gegen Herausforderin Kirsten Hieble-Fritz (FW/ÜWG) geschlagen geben.
Nachdem bei der Kommunalwahl am 8. März noch vier Bürgermeisterkandidaten um den Chefsessel kämpften – und keiner die absolute Mehrheit der Stimmen erreichte –, traten nun der amtierende Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) gegen die Herausforderin Kirsten Hieble-Fritz (FW/ÜWG) an. Schlier hatte am 8. März 48 Prozent der Stimmen geholt, Kirsten Hieble-Fritz 33,1 Prozent. Doch von dem deutlichen Vorsprung war nun, zwei Wochen danach, nichts mehr übrig – und die Kurstadt hat eine neue Bürgermeisterin.
Wahlbeteiligung lag
bei 51,8 Prozent
Doch dass es ein denkbar enges Kopf-an-Kopf-Rennen werden würde, war am gestrigen Stichwahlabend bereits um kurz nach 18 Uhr schnell ersichtlich. Nach Auszählung der ersten drei von 36 Wahlbezirken führte Hieble-Fritz knapp mit 51 Prozent vor Schlier mit 49 Prozent. Und ähnlich spannend blieb es im Laufe des Abends, wenngleich sich beide Kandidaten im Sitzungssaal des Rathauses – wo einige wenige Besucher die Zwischenergebnisse mit Spannung verfolgten – selbst zunächst nicht blicken ließen.
Letztlich baute Hieble-Fritz ihren Vorsprung noch leicht aus und holte nach Auszählung aller 36 Wahlbezirke 52,1 Prozent (3961 Stimmen), Schlier erreichte 47,9 Prozent (3624 Stimmen). Die Wahlbeteiligung lag laut dem vorläufigen Endergebnis bei 51,8 Prozent (am 8. März noch bei 62,6).
Entsprechend überwältigt „und völlig sprachlos“ äußerte sich die Gewinnerin am Sonntagabend gegenüber dem OVB.
„Das Beste für die
Stadt rausholen“
„Ich freue mich wahnsinnig über das Ergebnis und die große Unterstützung“, sagte Kirsten Hieble-Fritz, die zugleich dem bisherigen Amtsinhaber Respekt zollen wollte. Der Wähler habe den Wunsch nach einem Richtungswechsel kundgetan und werde diesen nun bekommen, sagte sie. Hieble-Fritz wolle nun als Bürgermeisterin zusammen mit dem Stadtrat „mit Fairness und Respekt“ für Bad Aibling arbeiten „und das Beste für die Stadt rausholen“. Dabei werde sie immer eine gute Zusammenarbeit anstreben. „Und das wünsche ich mir auch von meinem Unterlegenen und seinem Team“, so Hieble-Fritz, die ergänzte: „Ich weiß nämlich ganz genau, dass nun ein Sack voll Arbeit auf mich wartet.“
Die FW/ÜWG-Kandidatin, die den Wahlsieg zunächst im Kreise von Familie und Freunden verfolgt hatte und sich später auf den Weg zu einer Wahlparty machte, zeigte sich umso dankbarer für den Zuspruch der vielen Aiblinger, die für sie gestimmt haben.
Im Rathaus selbst wollte sie, „auch aus Respekt“, an diesem Abend jedoch nicht vorbeischauen. Anders als Noch-Bürgermeister Stephan Schlier (CSU), der gegen 20 Uhr zusammen mit seiner Frau sichtlich angefasst die Treppen im Rathaus nach oben schritt, um sich mit seinen Anhängern auszutauschen.
Schlier: „Es war mir
eine große Ehre“
Nach emotionalen Umarmungen, unter anderem von CSU-Stadtratskollegen, sprach er seiner Mitbewerberin seinen Glückwunsch zum Wahlsieg aus. „Die Bad Aiblinger haben entschieden und ich wünsche ihr für die kommenden Aufgaben eine glückliche Hand“, erklärte Schlier gegenüber dem OVB.
„Herzlich bedanken möchte ich mich bei all meinen Unterstützern, bei meinem Team, meiner Familie und meiner Frau“, sagte der amtierende Rathauschef bemüht sachlich. Er danke den vielen Bad Aiblingern, die ihn in den vergangenen sechs Jahren unterstützt und die ihm auch in der Stichwahl das Vertrauen geschenkt haben. „Es war mir eine große Ehre, Bürgermeister unserer Stadt Bad Aibling zu sein.“
Schlier will Wahl
in Ruhe analysieren
Die Kurstadt bleibe seine Heimat und sein Einsatz für Bad Aibling werde nicht enden. Gründe, warum es letztlich nicht zu einem Sieg gereicht hat, konnte Stephan Schlier kurz nach Bekanntgabe der Ergebnisse noch nicht nennen. „Das schauen wir uns in Ruhe an.“
Nachdem also ab 1. Mai der Wechsel im Rathaus ansteht, folgt am kommenden Donnerstag, 26. März, zunächst eine Stadtratssitzung – in noch alter und bekannter Konstellation.