Bruckmühl – Vorbehaltlos stimmte der Marktgemeinderat einstimmig allen vier „Big Points“ der vergangenen Ratssitzung zu. Diskutiert wurden: Haushaltsplan 2026, Priorisierungsliste für gemeindliche Investitionen für den Haushaltsplan 2026 sowie Finanzplan und Investitionsprogramm 2025 bis 2029. Mehrfach hervorgehoben wurde während der Beschlussfassung die intensive sowie zielgerichtete Vor- und Detailarbeit von Rathausspitze, Gemeindeverwaltung und Mandatsträgern.
Eingangs der Beratung machte Bürgermeister Richard Richter (CSU/PW) klar: „Es war ein hartes Stück Arbeit, mit einem realen Zahlenwerk den Haushalt 2026 auf die Beine zu stellen.“ Dabei zeigte er sich auch zufrieden, dass trotz des spürbaren Mangels nicht nur das Beste für Bruckmühl realisiert werden konnte, sondern auch wichtige Zukunftsausgaben mit gutem Augenmaß angegangen werden können. In dem Zusammenhang dankte er den Marktgemeinderäten für ihre wegweisenden Entscheidungen, „wenn auch manche in ihrer Außenwirkung auf keine positive Resonanz gestoßen sind“.
Steigende Umlage und wichtige Zuweisungen
Im Anschluss daran stellte Michael Lindner das komplexe Zahlenwerk mit einem Gesamtumfang von 437 Seiten in seinen Kernpunkten vor. Erfreut zeigte sich der Fachbereichsleiter und Kämmerer darüber, dass sich die zuerst ermittelten Jahresprognosen mit Minuszeichen vor etlichen Haushaltsstellen nicht bewahrheitet haben. Trotzdem war die Aufstellung des Haushaltes auch für das laufende Jahr wieder eine „wahre Herkulesaufgabe“. Galt es dabei doch, den Fokus zielgerichtet zu lenken, um anstehende, teils unaufschiebbare Pflichtaufgaben des Marktes nicht zu vernachlässigen.
Das imposante Haushaltszahlenwerk weist ein Gesamtvolumen von knapp 71,45 Millionen Euro (in 2025: 65,1 Millionen Euro) aus. Der Verwaltungshaushalt beläuft sich dabei auf 54,85 Millionen Euro (2025: 50,2 Millionen Euro), der Vermögenshaushalt auf 16,61 Millionen Euro (2025: 14,9 Millionen Euro).
Für das Haushaltsjahr 2026 sind laut Michael Lindner über die fortgeltenden Kreditermächtigungen aus den Vorjahren hinaus keine neuen Kreditermächtigungen erforderlich.
Die Kreisumlage an den Landkreis steigt leider von 11,56 Millionen Euro für 2025 auf 12,62 Millionen Euro in 2026. Gründe für den Anstieg sind nach Darstellung von Michael Lindner neben der besseren Steuerkraft der Gemeinde im Basisjahr 2024 auch der Anstieg des Kreisumlagensatzes um einen Prozentpunkt von 48,5 auf 49,5 Prozent.
Finanzkraft
und Verschuldung
Die Kreisumlage ist das Geld, das sich der Landkreis Rosenheim jährlich von den 46 nachgeordneten Städten, Märkten und Kommunen holt, um seinen eigenen Haushalt bestreiten zu können. Aufgrund der unterdurchschnittlichen Steuer- und Umlagekraft erhält die Marktgemeinde Schlüsselzuweisungen in Höhe von 1,96 Millionen Euro (2025: 1,66 Millionen Euro). Diese gewährt der Freistaat finanzschwächeren Kommunen.
Nachdem der Rotstift auch bei den Personalkosten (Nach- und Neubesetzungen von Stellen) angesetzt wurde, wirft der Verwaltungshaushalt hier mit 1,31 Prozent trotz der Tarifanpassungen für den öffentlichen Dienst um 2,8 Prozent erfreulicherweise nur einen moderaten Zuwachs aus.
Die Zuführung vom Verwaltungshaushalt zum Vermögenshaushalt (Indikator für die Finanzkraft einer Kommune) beläuft sich im Jahr 2026 auf 2,50 Millionen Euro (2025: 2,88 Millionen Euro) und liegt somit 100.000 Euro (2025: 388.500 Euro) über der gesetzlich vorgeschriebenen Höhe (Summe der ordentlichen Tilgungen).
In Summe liegt die Pro-Kopf-Verschuldung mit 1.231 Euro leider über dem Landesdurchschnitt größenvergleichbarer Gemeinden von 801 Euro.
Das Gesamtvolumen der Investitionen 2026 weist mit 14,21 Millionen Euro ein Plus von 14,53 Prozent gegenüber dem Haushaltsjahr 2025 mit 12,41 Millionen Euro aus.
Spiegelbild der
politischen Großwetterlage
Abschließend bezeichnete der „Chef der Zahlen, Daten und Fakten“ den Haushalt als Spiegelbild der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Großwetterlage: „Ohne überhaupt einen eigenen Entscheidungsspielraum zu haben, mussten wir eine Vielzahl an vorgegebenen Entscheidungen umsetzen, die uns von oben vorgegeben wurden.“
Für das Ratsplenum war der Haushaltsplan „ohne Wenn und Aber“ genehmigungsfähig. Ohne weiteren Diskussionsbedarf erhielt der Haushaltsplan 2026 dann mit einem einstimmigen Ergebnis „grünes Licht“. Letzteres galt auch für die Aufstellung der Priorisierungsliste gemeindlicher Investitionen für den Haushaltsplan 2026.
Damit wurde auch eine äußerst zeitintensive Auflage der Rechtsaufsichtsabteilung im Landratsamt Rosenheim zielorientiert umgesetzt. Über den Finanzplan und das Investitionsprogramm 2025 bis 2029 der Marktgemeinde wird gesondert berichtet.