Machtwechsel verändert auch den Stadtrat

von Redaktion

Kirsten Hieble-Fritz (FW/ÜWG) wird neue Bürgermeisterin von Bad Aibling. In der Stichwahl dreht sie das Ergebnis und schlägt Amtsinhaber Stephan Schlier (CSU). Auch in der Zusammensetzung des Stadtrats wird sich damit etwas ändern.

Bad Aibling – Als hätte sie es vorher gewusst. Noch am vergangenen Sonntagnachmittag, viele Stunden, bevor das Ergebnis der Aiblinger Stichwahl feststand, bedankte sich Kirsten Hieble-Fritz (FW/ÜWG) bereits per Instagram-Video für die zahlreichen Anhänger, die ihr ihre Stimme zu diesem Zeitpunkt schon gegeben hatten. Dabei saß die 56-Jährige reitend und optimistisch gestimmt auf einem Pferd. Gegen 20 Uhr war dann klar: Sie wird neue Bürgermeisterin der Kurstadt, nachdem sie sich mit 52,1 Prozent der Stimmen gegen den bisherigen Amtsinhaber Stephan Schlier (CSU, 47,9 Prozent) durchgesetzt hatte.

Nachrücker Willmann
„sehr überrascht“

Ein durchaus überraschendes Ergebnis, nachdem Schlier am 8. März noch knapp an der absoluten Mehrheit (48 Prozent der Stimmen) vorbeigeschrammt und Hieble-Fritz bei 33,1 Prozent gelandet war. Damals war das jetzige Ergebnis nicht abzusehen. In den vergangenen zwei Wochen mobilisierten beide Kandidaten nochmals kräftig ihre Wählerschaft. Doch die Stichwahl stellte das ursprüngliche Voting auf den Kopf und leitete damit den Machtwechsel im Bad Aiblinger Rathaus ein.

„Das ist Demokratie, das ist der Wählerwille“, sagte Hieble-Fritz gegenüber dem OVB. Zwar sei sie nach Bekanntgabe ihres Sieges überwältigt und „völlig sprachlos“ gewesen. Aber: „Ich freue mich auch wahnsinnig, dass ich die Gewinnerin bin, will aber jetzt auch keine Haltung an den Tag legen, die die künftige Arbeit erschwert“, sagt sie mit Blick auf die Gremiums-Tätigkeit im Aiblinger Stadtrat. Sie lege viel Wert auf eine gute und sachliche Zusammenarbeit, was sie sich nun auch von der unterlegenen CSU wünsche.

Im Stadtrat selbst wird sich alleine durch ihren Wahlsieg schon an der Konstellation etwas ändern. Denn da Hieble-Fritz – auf Listenplatz 1 für die Freien Wähler und die überparteiliche Wählergemeinschaft Bad Aibling in den Stadtrat gewählt – nun das Bürgermeisteramt übernehmen wird, rückt ein weiterer Kandidat ihrer Gruppierung ins Gremium auf. Erster Nachrücker ist Thomas Willmann, der sich nun über ein Stadtrats-Mandat freuen kann.

„Das war natürlich sehr überraschend“, räumt der 45-Jährige am Tag nach der Stichwahl auf OVB-Anfrage ein. Natürlich habe er auf einen Sieg von Hieble-Fritz gehofft. „Aber Kirsten hatte nach der Wahl am 8. März ja doch einen deutlichen Rückstand“, sagt er und freut sich, dass man diesen innerhalb der vergangenen zwei Wochen aufholen konnte.

Im Kreise seiner Familie hat Willmann das Wahlgeschehen am Sonntag verfolgt und bereits nach etwa 30 von 36 ausgezählten Wahlbezirken die ersten Glückwünsche erhalten. Dass er nun Teil des Bad Aiblinger Stadtrats werde, habe er nicht erwartet. „Ich bin da Neuling und einer der Jüngeren“, sagt er und freut sich auf die kommenden Aufgaben.

Schlier: „Mein Einsatz für
die Stadt wird nicht enden“

Bei der CSU wird hingegen durch den ausbleibenden Erfolg in der Stichwahl kein Nachrücker in den Stadtrat einziehen können. Laut Wahlergebnis bleibt somit der unterlegene Bürgermeisterkandidat Stephan Schlier, der für seine Partei ebenfalls auf Listenplatz 1 gewählt wurde, „normales“ Mitglied des Gremiums. Etwas anderes ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt. Schlier erklärte, sichtlich getroffen von der Niederlage am Wahlabend: „Mein Einsatz für unsere Stadt wird nicht enden.“ Die CSU bleibt trotz des Verlusts des Bürgermeisteramtes stärkste Kraft im Bad Aiblinger Stadtrat.

In den sozialen Medien erhält Schlier, der dort seiner Kontrahentin zum Wahlsieg gratulierte, jedenfalls viel Zuspruch und Anteilnahme. Auf Facebook heißt es unter anderem: „Das hast Du absolut nicht verdient! Dein Einsatz für unsere Stadt wurde leider nicht honoriert. Die niedrige Wahlbeteiligung hat ein Übriges dazugetan.“

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