Der Tatverdächtige schweigt

von Redaktion

Nach dem gewaltsamen Tod einer 71-Jährigen in Bruckmühl und der Entführung ihres Ex-Mannes (82) laufen die Ermittlungen der Soko „Bach“ auf Hochtouren. Der 42-jährige Tatverdächtige schweigt zu den Vorwürfen. Der schwer verletzte 82-Jährige befindet sich weiterhin im Krankenhaus.

Bruckmühl – Der Schock nach dem mutmaßlichen Mord an einer 71-Jährigen und der Entführung ihres Ex-Manns (82) sitzt in Bruckmühl noch immer tief. Und der Ruf nach Antworten wird lauter. Am 7. März hatte in der Straße „Am Eichpold“ ein SEK-Einsatz sowie ein Großaufgebot an Polizei, Rettungsdiensten, Feuerwehr und Wasserwacht für Aufsehen gesorgt. Wie berichtet, wurde bei dem Großeinsatz rund um ein Wohnhaus eine vermisste 71-jährige Chinesin in einem naheliegenden Bach tot aufgefunden. Nach den gerichtsmedizinischen Untersuchungen geht man davon aus, dass die Frau „gewaltsam zu Tode kam“, hieß es seitens des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Kurze Zeit später konnte ein 42-jähriger Tatverdächtiger aus München festgenommen werden. In dessen Wohnung fand die Polizei zudem den vermissten Ex-Mann (82) der Toten – gefesselt und schwer verletzt. Über die genauen Hintergründe der Tat war bislang noch nicht viel bekannt. Nun hat das OVB erneut bei den Ermittlern nachgefragt.

„Die Ermittlungen laufen seit dem besagten Wochenende, als die Tat bekannt wurde, stetig weiter“, erklärt Stefan Sonntag, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Die Soko „Bach“, die für den Fall eigens eingerichtet wurde, umfasse rund 35 Kollegen, die tagtäglich an dem Fall arbeiteten. „Da passiert sehr viel, was die Öffentlichkeit nicht sieht“, sagt Sonntag. Er stellt aber auch klar: „Es wird noch eine lange Wegstrecke in Anspruch nehmen, bis die Ermittlungen abgeschlossen sind.“ Unklar war bislang, ob oder inwiefern sich der Tatverdächtige gegenüber der Polizei kooperativ verhalten hat. Der 42-Jährige wurde am Tag nach dem Bruckmühler Einsatz in seiner Münchner Wohnung festgenommen. Dort fand man auch den 82-jährigen gefesselten Ex-Mann der toten Frau, der daraufhin in ein Krankenhaus gebracht wurde. Doch äußert sich der Tatverdächtige überhaupt zu den Vorkommnissen? „Nein“, sagt hierzu Polizeisprecher Stefan Sonntag. Der 42-Jährige habe bislang keinerlei Angaben gemacht. In welchem genauen Verhältnis der Mann zur Toten und dem 82-Jährigen steht, ist zum jetzigen Zeitpunkt somit auch noch nicht klar. „Es gilt derzeit ebenfalls, genau zu klären, welche Verbindungen es da möglicherweise gab oder eben auch nicht“, so Sonntag. Sicher könne man derzeit nur sagen, dass kein verwandtschaftliches Verhältnis besteht. Damit räumt Sonntag mit etwaigen Gerüchten auf, die durch unterschiedliche Medien gegeistert seien, etwa dass der Mann gewaltsam gegen seine Eltern vorgegangen sein könnte. „Dem ist nicht der Fall“, betont Sonntag. Warum es also zu der grausamen Tat gekommen war, ist unklar. Nachbarn hatten sich Sorgen gemacht, da sie länger nichts von beiden Senioren gehört hatten. Nachdem die 71-Jährige tot in einem angrenzenden Bach aufgefunden wurde, ergaben sich durch die folgenden Untersuchungen Anhaltspunkte dafür, dass die Frau gewaltsam zu Tode kam. Was genau das bedeutet oder anhand welcher Merkmale die Ermittler zu der Annahme kamen, konnte die Polizei bisher gegenüber dem OVB nicht erläutern, auch weil es sich dabei um „Täterwissen“ handle. Anders sieht es bei der Frage aus, wie lange die Frau zum Zeitpunkt des Auffindens bereits tot gewesen war. „Aufgrund der rechtsmedizinischen Untersuchungen dürfte die Frau nur kürzere Zeit vor dem Einsatz zu Tode gekommen sein“, erklärt der Polizeisprecher. Man gehe hier also eher von Tagen und nicht von Wochen aus. Und man rechne weiter fest damit, dass ein Gewaltakt stattgefunden habe. Woran die Frau letztlich tatsächlich gestorben sei, hierzu könne die Polizei derzeit keine Angaben machen.

Wie geht es dem
82-jährigen Ex-Mann?

Der 82-jährige Ex-Mann, den die Polizeikräfte aus der Münchner Wohnung des Tatverdächtigen befreit hatten, befindet sich laut Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd noch immer im Krankenhaus.

„Wir haben immer wieder mit dem Mann gesprochen und ihn dafür im Krankenhaus besucht“, beschreibt Sonntag den aktuellen Stand. Der Mann sei aufgrund seiner schweren Verletzungen und der erlebten Traumata noch in keinem guten Zustand. Deshalb werde sein Krankenhausaufenthalt wohl auch noch eine Weile andauern. „Wir sprechen immer wieder für kürzere Zeit mit ihm, aber wir wollen ihn natürlich auch nicht überfordern.“

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