Duett der Gegensätze

von Redaktion

Octavia Hanel und Ulrike von der Osten stellen in Bruckmühl aus

Bruckmühl – Mit einer Doppelausstellung setzt die „Galerie Markt Bruckmühl“ ihr Jahresprogramm 2026 fort. Sie trägt sinnigerweise den Titel „Duett“ und präsentiert Skulpturen und Grafik von Octavia Hanel sowie Malerei und Raumzeichnung von Ulrike von der Osten.

Der Bruckmühler Kulturreferent Stefan Mager hieß eingangs der Vernissage die zahlreichen Gäste – darunter Altbürgermeister Franz Heinritzi, Marktgemeinderätin Dr. Monika Mager und Künstler aus der Region – willkommen und betonte: „Es ist ein schöner Anlass. Nicht nur, weil wir wieder neue Werke sehen dürfen, sondern weil Kunst uns immer auch einlädt, innezuhalten, anders zu schauen und miteinander ins Gespräch zu kommen.“

Farbarchitekturen treffen auf makellose Skulpturen

Weiter führte er aus: „Was diese Ausstellung besonders macht, ist das Zusammenspiel beider Positionen: Ein Spannungsfeld, das nicht trennt, sondern bereichert. Die Galerie wird so zu einem Ort des Austausches – zwischen den Werken, zwischen den Künstlerinnen und nicht zuletzt zwischen Ihnen. Ich lade Sie herzlich ein, sich Zeit zu nehmen, die Werke auf sich wirken zu lassen, mit den Künstlerinnen ins Gespräch zu kommen und Ihre eigenen Eindrücke zu entdecken. Kunst entfaltet ihre Wirkung oft leise – aber nachhaltig.“

Daran schloss auch Cornelia Ahrens in ihrer Einführungsrede an. „Sie werden in dieser Ausstellung Arbeiten von beeindruckender Ästhetik, verblüffender Farbenvielfalt und nicht nur im Wortsinn ausgefeilte Techniken sehen“, konstatierte die Galerie-Leiterin und ging danach neben dem Werdegang auf die Arbeitsweisen der beiden Künstlerinnen ein.

„Die Malerei von Ulrike von der Osten wird geprägt von farbintensiven Flächen, alle gemalt mit Acryl. Sie gehen ineinander über, überlagern oder überdecken sich und erhalten häufig durch kräftigste Pinselstriche, die mitunter an Fahrbahnen erinnern, eine weitere Dimension. Schaut man genau, erkennt man, dass sich nicht nur die Farben überlagern, sondern häufig auch die Träger der Farben: Die Malerei auf Papier wird ergänzt durch die Malerei auf (hinter) dem Glas, das das Papier bedeckt.

So entsteht ein dreidimensionaler Effekt der Arbeiten. Aus dem Wechselspiel von Konstruktion und Dekonstruktion erwachsen Bildräume und Farbarchitekturen, die teilweise über den Bildrand hinaus und hinwegstreben“, so Ahrens.

Zur Schaffensweise von Octavia Hanel erklärte die Galerieleiterin: „Der Gegensatz zu den Arbeiten von Ulrike von der Osten könnte zunächst nicht größer sein. Ihre Skulpturen sind hell, klar, fast sanft, auch ihre Grafik weist kaum Farbe auf. Sind es bei Ulrike von der Osten die exakt gesetzten Pinselstriche, ist es bei Octavia Hanel das systematische, fast unendlich wiederholte Schleifen.

Ihre Skulpturen, aus Lindenholz geformt, bestechen durch ihre glatte, absolut makellose Oberfläche, glänzend stehen sie vor dem Betrachter. Die Säge kommt nur beim groben Zuschnitt der Holzblöcke zum Einsatz. Die weiteren Arbeiten werden von ihr ausschließlich in Handarbeit mit Geißfuß und Schnitzeisen ausgeführt.“

Bei aller Unterschiedlichkeit hätten die beiden Künstlerinnen doch etwas gemeinsam: die geradezu choreografierte Präzision bei der Gestaltung ihrer Kunstwerke, so die Rednerin.

Musikalisch eingeleitet wurde die Veranstaltung von Dominik Hanel, der auf der spanischen Gitarre das von ihm komponierte Stück „Inspiration“ spielte. Am Ende gab es von den beiden Künstlerinnen Dankesworte und Blumen für das Galerie-Team.

Die insgesamt 46 Exponate sind in der „Galerie Markt Bruckmühl“ (Telefon 08062/5307) noch bis zum 26. April zu sehen.

Öffnungszeiten: Mittwoch, 14 bis 18 Uhr, und Samstag/Sonntag von 11 bis 18 Uhr.

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