Bad Aibling – Der englische Dramatiker und Lyriker William Shakespeare (1564-1616) hat ein großartiges und faszinierendes Welterbe hinterlassen, dessen Reize bis in unsere Gegenwart reichen. Dazu gehört die Tragödie „Macbeth“, mit der das Team der Theater-AG des Gymnasiums Bad Aibling, begleitet von Zwischen- und anhaltendem Schlussapplaus eine überaus gelungene Premiere feiern durfte.
Allen Darstellern gelang es, den Bühnenklassiker in einer Neufassung von Stefan Otto mit dem Titel „Macbeth – Baron des Bösen“ in einer faszinierenden Aufführung umzusetzen. Gefeiert wurden ebenso die beiden Regisseurinnen Barbara Schlögel und Katja Becker, die den anspruchsvollen Stoff in Szene setzten.
Die Ovationen des begeisterten Publikums galten neben den Protagonisten auf der Bühne auch dem Team im Hintergrund sowie Janette Welz als Schottin mit Dudelsack und dem Musiker-Ensemble.
Zwischen Unterdrückung
und dem Kampf um Freiheit
Oberstudienrat und Schulleiter Mark Lörz versprach zu Beginn der Vorstellung einen besonderen Abend mit anspruchsvollem Stoff. Ergebnis war eine ereignisreiche und kurzweilige Vorstellung, in der 19 hoch motivierte Schüler in den Jahrgangsstufen 8 bis 13 Herz und Leidenschaft zur darstellenden Kunst eindrucksvoll an den Tag legten.
Es ging um Streben nach Macht und Ruhm und seine Folgen, wenn Verantwortungslosigkeit, Intrigen, Hass, Unterdrückung und Boshaftigkeit, aber auch Liebe, Befreiung, der Kampf um Freiheit und Frieden ins Spiel gebracht werden – und am Ende tragisch enden.
Die Zusammenhänge von Tragik, Dramatik, Spannung, Ausdrucksvermögen und Heiterkeit illustrierte ein Schachspiel, welches ein geschlossen engagiertes Theaterteam in den Tagen zuvor als einfache, jedoch aussagekräftige, Bühne in die Aula zauberten. Lichteffekte in verschiedenen Farben auf Protagonisten und Situationen und Szenen zugeordnet, etwa in der von Macbeth und seiner Begegnung mit drei Zauberwesen, förderten mystische, dramatische und tragische Stimmungen. Dazu mischten sich unter anderem auch passende rockige Töne von Musikern.
Bezogen auf den Premierenabend überzeugten zum einen Lena Vidal als Macbeth, Nadja Rust als Lady Macbeth oder Katharina Nachtweih als Macduff schauspielerisches Können in ihren auf sie zugeschnittenen Hauptrollen. Das Damentrio, das sich auf die bevorstehenden Abiturprüfungen vorbereitet und seit Jahren in der Theatergruppe in verschiedenen Aufgaben engagiert, wurde am Ende der Vorstellung mit „Aiblinger Gymi-Oskars“ in Richtung bevorstehender Abiturprüfungen und Zukunft als Student oder Berufsausbildung verabschiedet.
Lob und Anerkennung zollten die Zuschauer für die Leistungen weiterer blendend vorgetragener Rollen. Dazu gehörte Marie Laugel (Lady Evelyn), Leo Schiessler (Lenox), Anina Kohn (Banquo), Paula Rössler (Roselin), Luca Kästner (Fléance), Emmi Wetzler, Juna Schirmann und Amelie Droscha (drei prophezeiende Zauberwesen), Theresa Weigl (Kammerfrau), Candela Fischer (Lady Lenox), Lena Becker (Mönch) und Lisa Mayr als Pförtner.
Félix Thimel (Bote/Diener), Mila Lotter (Mörder1/ Diener), Vroni Barthel (Lady Macduff/Narr) oder Lucy Reicheier (Mörder2/König Duncan) stellten ihre vielseitigen Talente in Doppelrollen eindrucksvoll unter Beweis.
Dem Zitat von Ernst R. Hauschka folgend „Macht ohne Verantwortung ist wie Feuer außer Kontrolle“ endete die Tragödie für Macbeth, unterstützt von seiner bösartigen und machtgierigen Frau Lady Macbeth, mit dem hinterhältigem Mord an den schottischen König Duncan tragisch im kriegerischen Kampf mit dem Tod.
Dem Schachspiel folgend und von den drei Zauberwesen eindrucksvoll zeichnend, fällt Macbeth in der Schlacht als König – und gleichzeitig stirbt auch das Böse. Das Gute siegt in Schottlands würdiger Königin Evelyn, die ihrem Land zu Frieden und Liebe verhilft.