Maria Breuer feierlich verabschiedet

von Redaktion

Nachbarschaftshilfe steht seit 30 Jahren für gelebte Nächstenliebe

Tuntenhausen – Die Nachbarschaftshilfe Tuntenhausen ist seit 30 Jahren ein fester Bestandteil gelebter Nächstenliebe in der Gemeinde. Aus dem Samen, der 1996 gesät wurde und auf steinigem Boden entlang mühsamer Wege heranreifte, wuchsen in all den Jahren gute und wertvolle Früchte heran. Im Mittelpunkt der aktiven Frauen und Männer, verbunden mit Engagement und Ideenreichtum, steht die Nähe zu bedürftigen Menschen und Mitgliedern in der Gemeinde.

Judith Heinrich wird
neue Vorsitzende

Mit diesen Worten würdigten Dr. Richard Graupner, Pfarrer der evangelischen Gemeinden Bad Aibling, Kolbermoor und Großkarolinenfeld, und Marion Höher, Pastoralreferentin des katholischen Pfarrverbands Tuntenhausen-Schönau, bei einem ökumenischen Dankgottesdienst die unermessliche Arbeit des Jubiläumsvereins. Wertschätzende Verbundenheit bezeugten der amtierende Bürgermeister Georg Weigl und sein neu gewählter Nachfolger Christian Mayer sowie Bürger im katholischen Gotteshaus „St. Stephan und St. Laurentius“ zu Ostermünchen.

Ebenso großen Zuspruch erfuhr die bis dato noch amtierende Erste Vorsitzende Maria Breuer in der anschließenden Jahresversammlung im neuen Vereinsheim vom Trachtenverein GTEV „Almarausch“ Ostermünchen. Landrat Otto Lederer schloss sich im Laufe eines informationsreichen und geselligen Abends an. Er leitete die außerordentliche Neuwahl, aus der Judith Heinrich als künftige Vorsitzende einstimmig hervorging. Die turnusmäßigen Neuwahlen des gesamten Vorstands finden im kommenden Jahr statt.

Der Leitgedanke von Pastoralreferentin Marion Höher „Was wir tun, tun wir Gott zur Ehre“ als Zeichen aktiv gelebter Nächstenliebe basiert auf einer Idee der Gründerin Elisabeth Gförer. Um die Gründerin fanden sich gleichgesinnte Mitstreiterinnen aus Tuntenhausen, Beyharting und Schönau zusammen. Nach intensiver Mitgliederwerbung startete die Nachbarschaftshilfe am Samstag, 30. November 1996, mit 15 Weggefährten ihre Arbeit. Wie sich Mitgründerin und Vorsitzende Maria Breuer in ihrem geschichtlichen Rückblick erinnert, waren die ersten Wochen trotz schwierigem und zähem Anlauf von Euphorie geprägt. Ein Problem war, Helfer zu finden, etwa als erste Arbeiten in der Mittagsbetreuung von Kindern. Auch die Akzeptanz in der Bevölkerung war eher herausfordernd. Anfängliche Unterstützung leisteten einzelne Familien.

Die Strukturen haben sich auch innerhalb des Einzugsgebietes zum Positiven der Nachbarschaftshilfe Tuntenhausen gewandelt. Der Verein erfährt Rückenstärkung von aktuell 126 Mitgliedern. Sein Aufgabengebiet umfasst die Mittags- und Ganztagsbetreuung, Asyl, Tafelkunden, Betreuung betagter und kranker Bürger und leistet dort Hilfe, etwa in Familien, wo Hilfe durch ausgebildete Helfer dringend vonnöten ist. Sehr gut angenommen werde das Angebot „Repair-Café“ zur nachhaltigen und funktionsfähigen Reparatur von Elektrogeräten, Holzgegenständen, Uhren oder auch Kleidung. Diese Aktion förderte gleichermaßen die Pflege von sozialen Kontakten.

Die scheidende Vorsitzende Breuer wehrt sich strikt gegen diskriminierende Bezeichnungen wie „Eure Putzweiber“. Ihre Helfer und Helferinnen sind ausgebildete Einsatzkräfte, die sich mit Herz und Leidenschaft dem „Nächsten in Not“ widmen; dazu gehören Familien und vor allem Kinder. Bei alltäglichen Einsätzen erleben die tätigen Dienste und Helfer auch harte Situationen.

Schwer nachvollziehbare
Bürokratie

Durch Mitgliedsbeiträge, Zuschuss der Gemeinde sowie Spenden finanziert die Nachbarschaftshilfe nach dem Kassenbericht von Kassierin Michaela Speiser ihre Aufgaben, die im Jahr 2025 im Kerngeschäft 3.711 Stunden an Einsätzen umfassten. Wie Einsatzleiterin Juana Voracek berichtete, sei ihr Job sehr gut ausgefüllt. Herausfordernd sei die zunehmende und schwer nachvollziehbare Bürokratie. Verantwortung für die Nachbarschaftshilfe übernimmt ab sofort Judith Heinrich. Wichtige Aufgaben schultern gemeinsam Maria Westner, Stephanie Prechtl und Uschi Bauer.

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