Trachtenfamilie macht Musik mit TV-Star

von Redaktion

Die für ihre Trachtenmode bekannte Familie Redel aus Westerham zeigt sich von einer neuen Seite. Für einen besonderen Anlass hat sie ein Musikvideo aufgenommen. Unterstützung für das Projekt bekamen die Westerhamer von der bekannten Schauspielerin Johanna Bittenbinder.

Feldkirchen-Westerham – Als Bernhard Redel vor einigen Jahren öffentlich über Schicksalsschläge in seinem Leben und über seine Depressionen sprach, sorgte er damit für große Aufmerksamkeit und viel Zuspruch. Ein Unbekannter ist der heute 50-Jährige jedoch auch unabhängig davon in der Region nicht. Neben Vereinstätigkeiten und seinem jahrelangen Engagement im Vorstand der Trachtler, kennt man Redel vor allem aus seinem Familienbetrieb, dem Westerhamer Trachtenhaus „Da Rädl – Hut und Tracht“.

Westerhamer kooperieren
mit TV-Größe

Zusammen mit seiner Frau Regina lebt er dort – mittlerweile hat der Familienbetrieb drei Standorte – nun seit fast 20 Jahren die große Leidenschaft rund um die traditionelle Tracht aus. „Das ist für uns natürlich schon etwas Besonderes“, sagt er gegenüber dem OVB mit Blick auf die allgemein krisenbehafteten Zeiten. Doch ob Hut, Dirndl oder Lederhose – die traditionelle Tracht hat es der ganzen Familie besonders angetan – auch den drei Kindern, die allesamt mit anpacken. „Mittlerweile sind zwei unserer Kinder voll mit dabei“, sagt Redel. Tochter Magdalena (22) leitet gar den Standort in Holzkirchen, Sohn Bernhard junior. (23) übernimmt ab April den Betrieb in Westerham. Zudem zählen mit Neffe, Nichte und Schwester insgesamt sieben Familienmitglieder zu den 20 Mitarbeitern. Doch geht das im Alltag immer gut?

„Man spricht deutlicher miteinander“, sagt Regina Redel schmunzelnd und verschweigt dabei nicht, dass es durchaus mal zu familiären Diskussionen kommen kann. „Aber wir haben eben auch einen sehr guten Zusammenhalt und es funktioniert eigentlich ganz gut.“

Denn letztlich verbindet alle Beteiligten die Liebe zur Tradition. Und da dieses familiäre Geflecht die gemeinsame Leidenschaft schon so lange tragen konnte, haben sich die Redels etwas Besonderes zum Jubiläum einfallen lassen. „Wir haben jetzt alle gemeinsam ein Lied aufgenommen, das seit dem 31. März auf Social Media präsentiert wird“, verrät Bernhard Redel. Dabei habe man „prominenten Beistand“ von Schauspielerin Johanna Bittenbinder, unter anderem bekannt aus Filmen wie „Wer früher stirbt, ist länger tot“, „Das finstere Tal“ oder etlichen TV-Produktionen, erhalten.

Der Kontakt zu Bittenbinder entstand im Zuge der Ausstrahlung der „Lebenslinien“ im Bayerischen Rundfunk, in denen Redel 2023 über seinen Umgang mit besagter Depression sprach. „Johanna ist ein echtes bayerisches Original und sie war sofort dabei“, sagt Regina Redel über die Planung des Jubiläum-Songs, der in den vergangenen Wochen über Social Media bereits mehrfach angekündigt und dort von Bittenbinder sogar als „Weltpremiere“ bezeichnet wurde. „Der Sinn dahinter liegt darin, dass wir mit der Betriebsgründung unser Leben so ziemlich auf den Kopf gestellt haben und seitdem eigentlich alles anders, also ‚umdrada‘ ist“, sagt Redel über das gleichnamige Lied. Und das Ergebnis könne sich sehen und hören lassen, verspricht er.

Was aber genau dahintersteckt, will die Familie vor der Ausstrahlung des Musikvideos, das die Beteiligten professionell zusammen mit der Produktionsfirma „Munichmotions“ drehten, noch nicht verraten. „Klar ist aber: Wir singen und musizieren darin alle mit“, so Regina Redel. Das Lied habe ihr Mann, der gerne dichtet und äußerst musikalisch sei, selbst geschrieben. Dass ihre Liebe für Tracht eines Tages in einem Musikvideo mündet, hätte die Westerhamer Familie vermutlich vor 20 Jahren noch nicht erwartet. „Aber die Leidenschaft liegt uns allen einfach im Blut“, sagt die 49-Jährige.

Zwar bemerkt auch die Betriebsinhaberin, dass sich die Nachfrage nach Tracht grundsätzlich verändert. „Allerdings schätzen es die Leute in der heutigen Zeit auch wieder mehr, nicht nur ein Packerl vor der Tür liegen zu haben, sondern sich einfach auch vor Ort beraten lassen zu können.“ Und in Sachen Tracht gebe es nun mal für jeden Anlass und für jedes kleine Fest den entsprechenden Bedarf.

„Wir singen und
musizieren alle mit“

Und in der Tat hat Tracht in der Region nach wie vor eine große Bedeutung, was sich etwa auch in den Aussagen von Günter Frey, dem Landesvorsitzenden des Bayerischen Trachtenverbandes, widerspiegelt. Er erklärte zuletzt, dass regionales, bayerisches Brauchtum nach wie vor eine besondere Sprache spricht. „Es verbindet Menschen über Grenzen hinweg, schafft gemeinsame Erlebnisse und stärkt den Zusammenhalt in Familie, Verein und Gesellschaft“, wird Günter Frey auf der Homepage des Bayerischen Trachtenverbandes zitiert. Und vielleicht trägt der Westerhamer Song künftig hierbei auch einen Teil bei.

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