Auf der Suche nach dem Glück

von Redaktion

Theatergruppe Dettendorf-Kematen feiert gelungene Premiere

Bad Feilnbach/Kematen – Was Hape Kerkeling als Horst Schlämmer aktuell auf die Kinoleinwand bringt, hat auch die Theatergruppe des Trachtenvereins „Edelweiß“ Dettendorf- Kematen zum Thema ihres diesjährigen Theaterstücks gemacht: Die Suche nach dem Glück im Leben. „Zu wenig und zu viel“ heißt die von Peter Landstorfer verfasste Komödie, die vor wenigen Tagen im Gasthaus Weingast in Kematen Premiere hatte.

Unterschiedliche
Lebenssituationen

Drei mittellose Vagabunden sind mit ihrem armseligen Dasein gar nicht zufrieden und machen sich auf die Suche nach ihrem persönlichen Glück. Sie kommen in unterschiedliche Lebenssituationen und werden letztlich mit der Frage konfrontiert, ob und wie sie mit dem erhaltenen Glück umgehen können. Die Handlung spielt in fünf verschiedenen Bildern und hat 23 Rollen. Das Theater verlangt den zwölf Spielern wie auch dem Bühnenbau samt Bemalung und Ausstattung, den Maskenbildnerinnen und der Technik einiges ab. Vor allem aber hebt es sich gegenüber vielen sonstigen Laienstücken durch Musik- und Gesangseinlagen ab. Die Umsetzung ist der Theatergruppe unter ihrer Leiterin Babara Mayr mit ihrem 25-köpfigen Team bravourös gelungen. Die Premierenbesucher im voll besetzten Theatersaal quittierten die Vorstellung mit einem lang anhaltenden Applaus und Bravo-Rufen. Fazit vieler Wortmeldungen: Absolut sehenswert.

In erster Linie ist hier Christian Hanke zu nennen, der in der Rolle als Glück in vier verschiedenen Personen auftrat und sowohl schauspielerisch als auch als Sänger begeisterte. Am Klavier wurde er von Monika Brandmaier wunderbar begleitet, die auch die musikalischen Einspielungen übernahm. Die weiteren drei Hauptrollen als Vagabunden Max Dünkel, Gunda Gernreich und Willi Werk wurden von Samuel Nagl, Franziska Huber und Christoph Singhammer verkörpert. Sie verstanden es meisterhaft, die Wünsche nach einem besseren Leben zu vermitteln und veränderte Lebenssituationen bis zum Kipppunkt von „zu wenig“ bis „zu viel“ authentisch darzustellen.

Für die weiteren Personen schlüpften acht Spieler in mehrere Rollen. Maria Berger stellte eine resolute junge Bäuerin sowie ein selbstbewusstes Dienstmädchen eines wohlhabenden Haushalts dar, Ludwig Schöpf debütierte als einfältiger Bauernknecht, um kurz darauf in einen stolzen Gendarmerievorsteher hineinzuwachsen. Gabi Schöpf überzeugte als alte Witwe und bodenständige Köchin. Heidi Ranner glänzte in den Rollen einer eigenwilligen Altbäuerin und einer protzigen Bürgermeistersfrau. Vom hungrigen Postboten über einen Gendarmen bis hin zum persönlichen Butler zeigte Marin Engelsberger sein ganzes schauspielerisches Talent. Martin Nagl wanderte als lediger Bauer auf Freiersfüßen und hatte als Schneider viele Lacher auf seiner Seite. Sepp Schweiger verkörperte glaubwürdig einen strengen Bauern und einen vermögenden ledigen Wurstfabrikanten. Maresa Huber brillierte als ratschende Mesnerin und überspannte Französin der besseren Gesellschaft und löste damit überraschende Wendungen auf der Bühne aus.

Alle diese kleineren Rollen wurden sehr ausdrucksstark gespielt und sorgten dafür, dass das Geschehen auf der Bühne stets lebendig und abwechslungsreich blieb. Mit der Stückeauswahl, der Besetzung der Rollen und der Inszenierung bewies Spielleiterin Barbara Mayr erneut ein feines Gespür dafür, was zu einem guten Theater gehört. Für den aufwendigen Bühnenbau war Andreas Laböck verantwortlich, der von Hans Singer und allen Theateraktiven unterstützt wurde. Die detailgetreue Malerei besorgte Maria Engelsberger.

Großes Lob erhielten die Maskenbildnerinnen Inge Impler, Lena Impler und Christl Bucher, die auch während der Aufführung viel Arbeit mit der Verwandlung der Spieler hatten. Für Licht- und Toneffekte waren in bewährter Weise Anton Mayr und Vitus Mayr verantwortlich. Anni Wurm im Souffleurkasten gab den Darstellern im Bedarfsfall die nötige Sicherheit.

Über die Jahre
über 36.000 Besucher

Bei der Begrüßung erwähnte Dritte Vorsitzende Martin Huber junior nicht ohne Stolz, dass im Trachtenverein seit nunmehr 70 Jahren Theater gespielt werde. 64 abendfüllende Theaterstücke haben die Theaterer in dieser Zeit auf die Bühne gebracht und dabei über 36.000 Zuschauer unterhalten. Die nächsten Spieltermine sind heute, Mittwoch, 1. April, Ostersonntag, 5. April, Dienstag, 7. April und Mittwoch, 8. April. Beginn ist am 1. April bereits um 18 Uhr, sonst um 20 Uhr. Karten können telefonisch unter 0151/ 26882000 reserviert oder – soweit Vorrat reicht – an der Abendkasse erworben werden. Das Telefon ist werktags außer Samstag von 15 bis 18 Uhr besetzt.

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