Tuntenhausen – Die aktuelle Finanzlage der Gemeinde Tuntenhausen spitzt sich immer mehr zu, bedingt durch das Projekt Ostermünchen-Mitte. Die guten Steuereinnahmen des Jahres 2024 führten nun erwartungsgemäß zu starken Verwerfungen für das Jahr 2026.
„Wir haben sehr intensive Haushaltsbesprechungen hinter uns“ erklärte Bürgermeister Georg Weigl eingangs der Debatte. Der gute Steuerfluss in 2024 führte nun allerdings dazu, dass Tuntenhausen 2026 keine Schlüsselzuweisungen mehr erhält und stolze 1,4 Millionen Euro mehr an Kreisumlage zahlen muss als noch 2025.
Einer der größten
Zahler im Landkreis
„Mit einer Kreisumlage von 6.591.000 Euro zählen wir zu den größten Zahlern im Landkreis Rosenheim“, erklärte Weigl. Damit ist Tuntenhausen der achtgrößte Umlagenzahler im ganzen Landkreis.
Die Quintessenz daraus ist, dass für dieses Jahr lediglich noch eine mickrige Zuführung von 6.000 Euro an den Vermögenshaushalt erzielt wird. Das gab es seit vielen Jahren nicht mehr. „Wir mussten uns deshalb jede Stelle im Haushalt, wirklich jede einzelne, anschauen, um den Haushalt hinzubringen“ offenbarte Weigl.
Das ging aber nicht ohne einen kräftigen Griff in die (allerdings reichlich vorhandenen) Rücklagen zu tun, die nun aber kräftig am Abschmelzen sind. Der langjährige Kämmerer Andreas Marx erläuterte dann den aktuellen Haushaltsentwurf, in dem die Investitionen immer noch den stolzen Umfang von 8,68 Millionen Euro einnehmen.
Größter Posten dabei ist der weitere DSL-Ausbau in der Gemeinde mit 3,1 Millionen Euro, dem allerdings auch Zuschüsse von drei Millionen Euro gegenüberstehen und somit eine Art Durchlaufposten darstellt. Der Start des Großprojektes Ostermünchen-Mitte ist in diesem Jahr mit Planungskosten von einer Million Euro veranschlagt. Mit 800.000 Euro steht die Wasserversorgung zu Buche. „Das ist die Notleitung Maxlrain-Mietraching“, erklärte Weigl, die zur Sicherung der Wasserversorgung bereits vor einige Zeit vom Gemeinderat beschlossen wurde.
Der geplante Bürgersaal in Schönau verursacht in diesem Jahr Kosten von 500.000 Euro, im kommenden Jahr dann eine Million Euro. Die Installierung einer PV-Anlage im Zuge des Wärmekonzeptes der Gemeinde (wir berichteten) schlägt mit 405.000 Euro auf.
Der Rest des Vermögenshaushaltes teilt sich dann auf verschiedene kleinere Investitionen auf. Finanziert wird das Ganze in diesem Jahr mit einem Kräftigen Griff in die Rücklagen (3,99 Millionen Euro).
In der mehrjährigen Finanzplanung kommt dann die Großinvestition Ostermünchen-Mitte so richtig zum Tragen. Und dafür muss Tuntenhausen erstmals seit vielen Jahren Kredite aufnehmen und das nicht zu wenig: Baukosten von 4,68 Millionen Euro im Jahr 2027 und 4,72 Millionen Euro im Jahr 2028 sind nur, neben weiteren Rücklagenauflösungen, mit Krediten von rund zehn Millionen Euro zu stemmen, bis Ende der 2020er-Jahre die ersten Tilgungen beginnen. 2027 steht dann auch, endlich, die Erneuerung der Kläranlage Ostermünchen mit 4,5 Millionen Euro in der Finanzplanung. „Obwohl in die Jahre gekommen, funktioniert sie noch immer“, fügte Bürgermeister Weigl zufrieden an. Weitere 2,8 Millionen Euro sind für den Ausbau der OGTS in Schönau vorgesehen, eine Million Euro für die Fertigstellung des Schönauer Bürgersaals und 1,15 Millionen Euro für die Erweiterung des Gewerbegebietes Oberrainer Feld. Die Investitionssumme schnellt so im Jahre 2027 auf stolze 17,75 Millionen Euro hoch. Die Zeiten der Tuntenhausener Schuldenfreiheit sind damit vorbei, bekräftigte der Kämmerer traurig.
Einstimmige Zustimmung
zum Haushalt
Die Fragen aus dem Gremium hielten sich in Grenzen, lediglich Christian Birmoser (ULT) fragte nach dem Ausbau der Sindlhauser Straße (zum Wertstoffhof). Nach Bürgermeister Georg Weigl liegt dies daran, dass noch immer ein nötiger Grundstückskauf offensteht. „Es ist nicht schön, mit Rücklagen zu operieren, aber wir schaffen damit auch Vermögen“, betonte Bürgermeister Weigl am Ende der Debatte.
Einstimmig bejahte der Gemeinderat dann den Entwurf des Vermögenshaushaltes 2026 und der Finanzplanung der Jahre 2025 bis 2029.