Ein neuer Kreisel für Bad Aibling

von Redaktion

Die Stadt Bad Aibling will die Ellmosener Straße von einer Kreisstraße zur Ortsstraße abstufen. Dieser Schritt soll den Bau eines lange geplanten Kreisverkehrs an einer viel befahrenen Kreuzung vereinfachen und beschleunigen. Die Bauarbeiten sind für Mitte Juli bis Ende November geplant.

Bad Aibling – Seit Jahren wird über die starke Verkehrsbelastung der viel befahrenen Aiblinger Kreuzung (Ellmosener Straße, Thürhamer Straße, Dieselstraße) im Norden der Stadt diskutiert. Seit Jahren ist auch hier von einem gewünschten Kreisverkehr die Rede, der die Situation erheblich verbessern soll. Nicht zuletzt das dort derzeit entstehende angrenzende Bauvorhaben, wo Wohnungen auf einem Supermarkt errichtet werden, macht eine verkehrstechnische Veränderung praktisch alternativlos.

Nun steht die Umsetzung dieser baulichen Veränderung – nach etlichen Grundstücksverhandlungen – tatsächlich kurz bevor. Jedoch wollten die Bad Aiblinger Entscheidungsträger hierfür noch eine wichtige Hürde nehmen. Denn einer der Knackpunkte: Die Ellmosener Straße ist eine Kreisstraße, was bei den Planungen für den Kreisverkehr automatisch die Zustimmung des Landratsamtes Rosenheim erforderlich macht.

Um hierbei eine komplizierte Gemengelage zu umgehen, soll die besagte Kreisstraße RO 19 im entsprechenden Bereich zu einer Ortsstraße um-, genauer gesagt, abgestuft werden. Denn: „Auch das Landratsamt sieht in dem Kreisverkehr zwar einen Mehrwert“, erklärte Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) während der jüngsten Stadtratssitzung. Jedoch müsste sich die Behörde selbst dann ebenfalls am Kreisel finanziell beteiligen, weshalb nicht mit einer Zustimmung gerechnet werden könne. „Deshalb hatten wir den Gedanken der Abstufung, um der Stadt Bad Aibling mehr Kompetenzen zu ermöglichen“, so Schlier.

Zudem erhalte man eine Straße „in sehr gutem Zustand“, erklärte der scheidende Rathauschef, weshalb man für längere Zeit dort nicht tätig werden müsse. Laut der städtischen Tiefbauabteilung seien sogar in den kommenden 30 Jahren dort keine größeren Maßnahmen erforderlich. Und ohnehin habe, so die Stadtverwaltung, die bestehende Kreisstraße (Ellmosener Straße) insbesondere durch die Verkehrsfreigabe der B15a (Westtangente Rosenheim) mittlerweile an Verkehrsbedeutung für den überörtlichen Verkehr verloren, was wiederum für die Umstufung spreche.

Im Stadtratsgremium herrschte grundsätzlich breite Zustimmung für das Vorhaben. So auch bei der Grünen-Fraktion, die den Plan sowie die erhoffte Verkehrsentlastung per se rundum begrüßte.

„Aber wir können es uns nicht verkneifen, zu sagen, dass wir doch genau das vor einiger Zeit wollten“, sagte Grünen-Stadträtin Martina Thalmayr und verwies auf einen Antrag aus dem vergangenen Jahr, in dem ihre Fraktion die Sperrung der Kirchzeile für den Lkw-Durchgangsverkehr forderte. „Ein bisschen Wasser muss ich hier schon in den Wein gießen“, entgegnete dem Bürgermeister Schlier. So sei damals die „Abstufung“ der Straße selbst nicht thematisiert worden. Florian Weber (Bayernpartei) fand das Vorhaben „grundsätzlich richtig“, speziell auch in Hinblick auf die Errichtung des Kreisverkehrs.

Denn dieser sei gerade auch für Menschen mit Behinderung in puncto Straßenüberquerung entscheidend. Trotz der positiven Aussichten aufgrund des guten Straßenzustandes betonte Weber jedoch, „dass uns diese auf lange Sicht natürlich trotzdem Geld kosten wird“.

Dass man die Angelegenheit durch die Umstufung der Ellmosener Straße selbst in die Hand nehme, empfand auch CSU-Stadtrat Michael Krimplstötter als sinnvollen Schritt. „Denn erfahrungsgemäß geht der Daumen beim Landratsamt eher runter“, sagte er. Krimplstötter wollte jedoch wissen, welche Kapazitäten des Bauhofs, etwa beim Winterdienst, durch die „neue“ Ortsstraße benötigt würden. Laut Schlier sei der Mehraufwand hierfür jedoch „vernachlässigbar“, auch der Winterdienst falle dabei nicht erheblich ins Gewicht.

Grundsätzlich blickte der Bürgermeister optimistisch voraus und stellte den zeitnahen Bau des Kreisverkehrs in Aussicht. „Die Baustelle ist von Mitte Juli bis Ende November geplant“, so Schlier. Mit Ausnahme des Echelon-Wochenendes Mitte August, an dem eine kurze Durchfahrt ermöglicht werden soll, werde es während der Bauzeit einen Umleitungsverkehr geben. Dem Beschlussvorschlag der Umstufung der Ellmosener Straße von einer Kreisstraße in eine Ortsstraße stimmte der Stadtrat letztlich einstimmig zu. Die Verwaltung wurde damit beauftragt, den Antrag auf Berichtigung des Grundbuchs zu stellen. Die Kreisstraße RO 19 wird somit im Ortsbereich der Stadt Bad Aibling ab dem 1. Juni zur Ortsstraße abgestuft.

Der betreffende Bereich der Straße beginnt im Süden auf Höhe der Nordfassade des Anwesens Kirchzeile 32 und endet im Norden an der Ortstafel, was insgesamt einer Länge von 1.080 Metern entspricht. Mit der Abstufung geht die Straßenbaulast auf die Stadt Bad Aibling über. Ob der Landkreis Rosenheim der Abstufung zustimmt, entscheidet sich in der Sitzung des Kreisausschusses am 14. April.

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