Neues Konzept für die Sterntaler Filze

von Redaktion

Bad Feilnbach will den Moorerlebnispfad Sterntaler Filze neu gestalten. Trotz Bedenken wegen eines drohenden Touristen-Ansturms und Parkchaos stimmte der Gemeinderat für das Projekt. Der Eigenanteil der Gemeinde für die Investition von rund 126.000 Euro beträgt maximal 60.000 Euro.

Bad Feilnbach – Sie ist derzeit „kein Aushängeschild“, wie Bad Feilnbachs Bürgermeister Max Singer es formulierte, und doch zählt die Sterntaler Filze zu den beliebtesten Ausflugszielen der Gemeinde. Jahr für Jahr zieht das Moorgebiet zahlreiche Naturfreunde, Spaziergänger und Erholungssuchende an. Nun soll dem Areal mithilfe einer LEADER-Förderung neues Leben eingehaucht werden: Bis zu 60.000 Euro möchte die Gemeinde Bad Feilnbach in die umfassende Neukonzeptionierung des Moorerlebnispfades investieren. Bereits im September hatte der Geograf und Hochschullehrer Oliver Eisenbiegler dem Wirtschafts-, Kur- und Tourismusausschuss ein detailliertes Konzept vorgestellt. Der Ausschuss signalisierte Zustimmung, das Projekt weiter voranzutreiben.

Naturnaher
Rundweg geplant

Vorgesehen ist ein naturverträglicher Rundweg durch Hoch- und Übergangsmoor mit rund 13 Stationen, analogen Mitmach-Elementen und einer klaren Besucherlenkung. Zu den zentralen Maßnahmen zählen die Instandsetzung der Wege, neue Infotafeln und -stelen, kleinere Holzinfrastruktur wie Aussichtsplattformen und Bänke, punktuelle Rückbauten sowie eine begleitende Öffentlichkeitsarbeit. Um den Förderantrag stellen zu können, braucht es nun einen Grundsatzbeschluss des Gemeinderats. Wie Bürgermeister Singer erläuterte, belaufen sich die Gesamtkosten auf 126.378 Euro. Davon könnten 50 Prozent – also 63.189 Euro – über LEADER gefördert werden. Zusätzlich haben Sponsoren 10.000 Euro zugesagt.

Stephan Oberprieler (Grüne) betonte, dass der Gemeinderat zunächst den Beschluss fassen müsse, um die Förderung überhaupt beantragen zu können. Wenn dann eine Zusage vorliege, könne das Gremium erneut entscheiden, ob das Projekt tatsächlich umgesetzt werde. Sepp Rauscher (CSU) stellte grundsätzlich infrage, ob die Moorerlebnisstation in dieser Form weitergeführt werden solle. „Wir müssen uns überlegen, ob wir nicht zusperren“, sagte er. Er befürchtete, dass die Filze durch die Neukonzeptionierung zu einem „Touristen-Hotspot“ werde. Zudem habe die Gemeinde „ein Riesen-Thema mit der Parksituation“. Immer wieder komme es zu Problemen mit parkenden Autos, Verkehrsbehinderungen und Konflikten mit der umliegenden Landwirtschaft.

Auch mit der neuen Konzeption sei dieses Problem nicht gelöst. Zwar sei geplant, Parkplätze im Ortszentrum einzubeziehen und Wander- sowie Radwege stärker zu bewerben. „Aber es herrscht einfach eine Bequemlichkeit vor“, so Rauscher. Angesichts der angespannten Haushaltslage plädierte er dafür, das Projekt zu verschieben. „Lassen wir die Natur, Natur sein.“ Bürgermeister Singer verwies auf bereits geführte Gespräche mit allen Beteiligten, darunter auch Landwirte. Oberprieler erinnerte an die Rückbauverpflichtung der Gemeinde und den daraus entstehenden deutlich höheren Kosten, sollte die Filze nicht mehr genutzt werden. Inge Gasteiger (SPD) sprach sich klar für die Antragstellung aus: „Wir sollten den Weg weiterverfolgen, ich vertraue auf das Projektteam.“ Zurückhaltender äußerten sich Martin Kolb und Georg Stadler (CSU). Beide befürworteten den LEADER-Antrag, forderten jedoch, zuvor „die Hausaufgaben zu machen“ (Stadl er). Kolb sah weiterhin ungelöste Fragen bei den Parkplätzen. Oberprieler entgegnete, dass es bereits Ideen gebe. „Ein wesentlicher Teil ist die Einbindung aller Beteiligten bei der Gestaltung und Umsetzung.“ Zudem solle ein Lehrpfad entstehen und kein „Fun-Park“. Zwischen Landwirtschaft, Jagd, Eigentümern und Vogelschützern bestehe ein breiter Konsens. Rauscher hielt dagegen und warnte vor Störungen der Natur- und Vogelwelt. Eigentlich gelte dort ein Betretungsverbot, „ich tu mich hart“, fasste er zusammen. Singer und Oberprieler betonten hingegen, dass eine geordnete Besucherlenkung die Situation verbessern könne und die Belastung für sensible Bereiche sogar reduziere.

Mit der Gegenstimme von Sepp Rauscher beschloss der Gemeinderat schließlich, das Projekt zur Neukonzeptionierung des Moorerlebnispfades Sterntaler Filze umzusetzen und die Firma oe consulting mit der LEADER-Antragstellung zu beauftragen. Das detaillierte Finanzierungskonzept sieht einen maximalen Eigenanteil von 60.000 Euro vor – vorbehaltlich der verfügbaren Haushaltsmittel. Über den Projektverlauf ist der Wirtschafts-, Kur- und Tourismusausschuss in Kenntnis zu setzen. Die Kosten verteilen sich auf das Haushaltsjahr 2026 für Planung und Projektierung sowie auf 2027 für die Umsetzung.

Artikel 1 von 11