Streit um „Tuntenhausen-Nord“

von Redaktion

Heftige Diskussionen im Gemeinderat – Städtebauliches Konzept wird überarbeitet

Tuntenhausen – Große Diskussionen gab es in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Tuntenhausen. Der Grund war der Tagesordnungspunkt „Tuntenhausen-Nord“ mit der Vorstellung eines städtebaulichen Konzepts. Der Gemeinderat hatte schon 2017 beschlossen, für zwei Grundstücke und eine Teilfläche aus einem weiteren Areal den Bebauungsplan „Tuntenhausen-Nord-Erweiterung“ aufzustellen. Ziel damals wie heute: Schaffung von Wohnraum mit Schwerpunkt Einheimischen-Bauland.

Erschließung ist
die Herausforderung

Es zeigte sich dann aber schon früh in den Planungen, dass die Erschließung des Gebietes eine absolute Herausforderung ist. Die Gemeinderäte bevorzugten eine direkte Anbindung an die Staatsstraße 2358. Dafür wurde ein Verkehrsgutachten erstellt, das aber zu dem Ergebnis kam, dass Bergweg und Fuchsbergstraße geeignet seien, das zusätzliche Verkehrsaufkommen aufzunehmen. Die Gutachter wiesen auch darauf hin, dass eine direkte Anbindung an die Staatsstraße nicht möglich sei. Beide Auffassungen bestätigte auch das Staatliche Bauamt Rosenheim. Der Gemeinderat schloss sich der Argumentation der Experten an, forderte aber eine Verbreiterung des Bergwegs auf mindestens fünf Meter.

Bürgermeister Georg Weigl (CSU) verwies noch einmal auf die ursprüngliche Planung, die eine Bebauung mit 36 Gebäuden vorsah. Bei der Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes kam der Rat aber zur Einsicht, eine deutlich reduziertere Bebauung anzustreben. Weigl: „Deshalb wollen wir heute ein städtebauliches Konzept vorlegen und entscheiden, wie es weitergeht.“

Zahl der Gebäude
von 36 auf zwölf reduziert

Das städtebauliche Konzept umfasst nun 16 Grundstücke mit etwa zwölf Gebäuden. „Die Nettobaulandfläche beläuft sich auf rund 8.480 Quadratmeter. Davon entfallen 50 Prozent auf Einheimischen-Bauland und 50 Prozent auf freiverkäufliche Flächen“ betonte Weigl.

Laut Verwaltung spiegelt sich in diesem Entwurf eine schonende Einbindung an die bestehende Bebauung, eine deutliche Reduzierung der ursprünglichen Bebauungsdichte und die mögliche verkehrliche Erschließung wider und damit eine städtebaulich sinnvolle und umsetzbare Lösung.

Die Gemeinderäte sahen dies aber nicht so, weshalb eine intensive Diskussion folgte. Franz Reil (CSU/FW) monierte, dass sich an der Zufahrtssituation überhaupt nichts geändert habe. „An der schmalsten Stelle ist die Straße nur 3,2 Meter breit“, kritisierte er und machte eine einfache Rechnung auf: Zwölf Häuser seien in der Spitze 30 Kinder und dafür gebe es keinen Gehsteig. Bei vielen anderen Räten fand der Entwurf ebenfalls wenig Gefallen. Theresia Englhart (Frauenliste) ordnete das Projekt sogar als einen „ökologischen Wahnsinn“ ein: „Wir vernichten hier wertvollen Nutzgrund“ monierte sie und betonte, dass rund 150 Wohneinheiten die aktuell in der Gemeinde entstehen oder in der Planung sind, wahrlich reichen sollten.

Auch die Anbindung an die Staatsstraße wurde abermals mehrfach gefordert. Am Ende der Debatte war klar: Eine Abstimmung kann nicht durchgeführt werden, da aus der Diskussion kein deutliches Meinungsbild erkennbar war. Für einen Billigungsbeschluss muss ein Planungsvorschlag vorliegen, dem von den Gemeinderäten zugestimmt werden kann. „Wir müssen den städtebaulichen Entwurf jetzt wie gewünscht noch einmal überarbeiten“ erklärte Weigl.

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