Bad Feilnbach – Die meisten Medaillen bei den Olympischen Winterspielen in Cortina d´Ampezzo heimsten Deutschlands Athleten im Bob- und Schlittensport ein. Darunter Dajana Eitberger und Magdalena Matschina, die sich im Einzelwettbewerb Rodeln-Doppelsitzer der Damen mit einer Silbermedaille und in der nervenkostenden Teamstaffel mit Julia Taubitz, Tobias Wendl/ Tobias Arlt und Max Langenhahn sogar mit Gold um den Hals aus dem Eiskanal jubelnd verabschiedeten. Mit Bronze endeten die Spiele für Alexander Schaller, Anschieber und Bremser im Zweierbob von Pilot Adam Ammour.
Den erfolgreichen heimischen Spitzensportlern bereitete die Gemeinde Bad Feilnbach kürzlich einen großen Bahnhof vor dem Rathaus. Mitfeiern durften Bobpilot Tobias Dostthaler und seine Anschieber Simon Büthe, Tobias Maul und Julian Klein, die bei den Junioren-Weltmeisterschaften in der Natureisrodelbahn von St. Moritz im Viererbob den zweiten Platz belegten.
Böllerschützen steuern
Salutsalven bei
Dem Karsamstag als gesetzlichen stillen Feiertag gerecht werdend, hielten die Aushängeschilder des Wintersports der Gemeinde Bad Feilnbach ohne Blasmusik Einzug auf dem Rathausplatz, wo sie von einigen hundert Fans mit Jubelrufen und frenetischem Applaus begrüßt wurde. Lediglich die Böllerschützen vom Krieger- und Veteranenverein Kematen-Dettendorf ließen sich dieses besondere und eher seltene Ereignis nicht entgehen und begrüßten Vorbilder für Bad Feilnbachs sportliche Jugend mit lautstarken Salutsalven.
Vor allem erwartete Bad Feilnbachs sportlicher Nachwuchs ereignisreiche Stunden, bei der sie nicht nur Autogramme einsammelten, sondern auch eine echte Medaille in Gold, Silber oder Bronze anfassen durften. Die Tanzgruppe „Next level“ vom SV Bad Feilnbach gratulierte mit einer speziell rhythmischen sportlichen Tanzeinlage. Die Interviews führte der Sportredakteur vom Bayerischen Rundfunk, Willi Willmann.
Sportliche Größen und Athleten aus seiner Gemeinde für besondere Leistungen wertzuschätzen sei für Bürgermeister Max Singer, selbst leidenschaftlicher Sportler, seiner Laudatio zufolge, ein großes Anliegen. Hinter den großartigen Leistungen stehen Trainingsfleiß, Ehrgeiz, Disziplin, Leidenschaft und das Ziel im Auge, ganz oben auf dem Stockerl zu landen. Nicht vergessen werden dabei dürfen zur Sache stehende Eltern und Familienmitglieder, Vereine, engagierte Trainer, Betreuer samt Mannschaft im Hintergrund, Unterstützer und Sponsoren sowie vertrauensvolles Miteinander im Team. Dank dieser Faktoren seien die zu ehrenden Athleten zu Vorzeigeidolen und Vorbildern geworden, so Rathauschef Singer, und im Einklang Moderator Willmann. Ihren Stolz vonseiten des Landkreises Rosenheim bekundete die stellvertretende Landrätin Alexandra Burgmaier. Ihrer Ansicht nach sei Kufensport in keiner Weise eine Randsportart. Für sie, mit Verweis auf die Erfolge im Inntal, lohne es, sich dafür einzusetzen. Dem Leiter „Spitzensport Winter“ der Bayerischen Polizei, Jürgen Kamm, zufolge haben sich die „Früchte des Sports“ verbunden mit unzähligen Trainingsstunden und Schweißperlen, Einschränkungen und Verzicht im Familienbereich und angestammten Freundeskreis gut entwickelt.
Rückblicke auf
einen oft steinigen Weg
Stolz auf seine Rodelathleten mit Edelmetall um den Hals sowie Vize-Weltmeister im Bobsport glänzend ist Wolfgang Dostthaler, Präsident vom Bayerischen Bob- und Schlittensportverband und Vorsitzender vom SV Bad Feilnbach. Vor allem erweitert die Erfolgsgeschichte im Rodel- und Bobsport, die einst mit seinem Vater Michael Dostthaler und Anfang der Dostthaler Kufendynastie begann. Vorm Rathaus wurden 1976 das Doppelsitzerduo und Silbermedaillengewinner der Olympischen Winterspiele von Innsbruck, Balthasar Schwarm und Hans Brandner, gefeiert. In bester Erinnerung bleibt der große Bahnhof vorm Rathaus, als Christoph Hafer mit Bronze aus Peking zurückkehrte und 2026 sich aus dem aktiven Bobsport verabschiedete.
In kurzen Zügen beschrieben die anwesenden Sportgrößen ihren steinigen und herausfordernden Weg über Vorbereitungen, Trainingseinheiten und Qualifikationen in Richtung Olympia beziehungsweise Junioren-Weltmeisterschaft. Dajana Eitberger beendet ihre sportliche Karriere im Rodeln und widmet sich als Trainerin dem Schwimmsport für Kinder. Magdalena Matschina freut sich auf die kommende Saison als Rodlerin im Doppelsitzer mit einer neuen aussichtsreichen Partnerin. Tobias Dostthaler hat eine Teilnahme als Bobsportler bei den Olympischen Spielen 2030 in La Plagne im Visier.