Grünes Licht für Doppelhäuser

von Redaktion

Bebauungsplan Gottschalling sorgt im Gemeinderat für weitreichende Debatten

Bad Feilnbach – In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Bad Feilnbach nahm die geplante Änderung des Bebauungsplans „Gottschalling“ und die damit verbundene Änderung des Flächennutzungsplans Bad Feilnbach breiten Raum ein. Eigentlich sollte das Gremium die Stellungnahmen aus der Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung würdigen und in die Planungen einarbeiten, doch rasch entwickelte sich eine intensive Debatte über die Dimensionen der vorgesehenen Gebäude.

Überzogene Dimensionen
in der Planung

Bereits im Oktober 2022 hatte der Gemeinderat die Änderung und Erweiterung des einfachen Bebauungsplans „Gottschalling“ beschlossen. Im September des vergangenen Jahres wurden die Planungen durch das Planungsbüro vorgestellt und im Oktober und November 2025 hatten Träger öffentlicher Belange und die Öffentlichkeit die Gelegenheit sich zum Verfahren zu äußern.

Die eingegangenen Rückmeldungen lagen nun vor und wurden – wie üblich – einzeln behandelt. Während die Stellungnahmen zum Flächennutzungsplan weitestgehend unstrittig waren, sorgte eine Äußerung des Kreisbauamts und der Bauleitplanung des Landratsamts Rosenheim zum Thema Bebauungsplanänderung für Diskussionen.

Dort wurde hinterfragt, ob „die Zulassung der Errichtung von acht neuen Doppelhaushälften in geometrischer Anordnung im Dorfgebiet Gottschalling tatsächlich „ortsplanerisches Ziel der Gemeinde“ sei. Der dazu lautende Beschlussvorschlag sah vor, dass die Gemeinde am bisherigen Planungskonzept festhalte und sich kein Handlungsbedarf ergebe. Genau hier setzte Martin Kolb (CSU) an.

Er wollte wissen, wie diese Planung entstanden sei, und erinnerte daran, dass sich der Gemeinderat darauf verständigt habe, „Nebenorte weniger stark zu entwickeln“. Christian Bergener (ÜW) entgegnete, es gebe dort Einheimische, „die bauen wollen“. Sepp Rauscher (CSU) ergänzte, dass es vier einheimische Bauwerber gebe. Acht Doppelhaushälften seien lediglich vorgesehen, um die Fläche maximal auszunutzen.

Inge Gasteiger (SPD) äußerte ebenfalls ihre Bedenken zu der Anzahl der Gebäude und befürchtete: „Das explodiert.“ Auch Sieglinde Angermaier (Grüne) hielt die Dimension für überzogen. In der ersten Planung seien mehrere Gebäude, aber keine Doppelhäuser vorgesehen gewesen. Sie betonte, man wolle zwar „Einheimische unterstützen“, stellte jedoch die Frage, ob nicht eine Doppelhaushälfte pro Familie ausreichen würde.

Georg Stadler (CSU) kritisierte vor allem die Wirkung in der Hanglage. Das erste Gebäude erscheine ihm mit einer Wandhöhe von zehn Metern „zu wuchtig“, auch ihm seien die Planungen ganz neu. Geschäftsleiter Helge Dethof versuchte, die Debatte wieder auf die formale Ebene zu lenken: „Wir sind jetzt leider abgebogen.“

Die Pläne seien ausgelegt, die Einwände müssten nun abgearbeitet werden. Mit dem Umfang der Planungen könne sich der Gemeinderat dann vor der zweiten Auslegung noch einmal befassen. Martin Kolb hielt an seinem Standpunkt fest und bemängelte, dass der Punkt in der vorbereitenden Besprechung zur Sitzung nicht auf der Tagesordnung gestanden habe. Die Formulierung, „die Gemeinde hält am Planungskonzept fest, es ergibt sich kein Handlungsbedarf“, stieß ihm ebenfalls auf. Während der Diskussion suchten mehrere Räte in den Protokollen der früheren Sitzung. Stephan Oberprieler (Grüne) erinnerte daran, dass der Plan im Sommer 2025 vorgestellt worden sei. Konrad Schwaiger (SPD) warf ein, dass damals keine Doppelhäuser vorgesehen gewesen seien.

Zwischenzeitlich stand sogar im Raum, den Tagesordnungspunkt abzusetzen – was laut Geschäfts- und ehemaligem Bauamtsleiter Dethof jedoch eine deutliche Verzögerung bedeutet hätte. Auch Christian Bergener sprach sich gegen eine Absetzung des Tagesordnungspunktes aus, die wiederum weitere Kosten für die Bauwilligen bedeuten würde.

Knappe Mehrheit für
Festhalten am Konzept

Schließlich setzte der Gemeinderat die Behandlung der Stellungnahmen fort. Teilweise einstimmig, teilweise mit Gegenstimmen und bei den Beschlüssen zum Festhalten am Konzept mit knapper Mehrheit wurden die Äußerungen gewürdigt und, wo nötig, in die weitere Planung aufgenommen. Mit einer Gegenstimme machte sich das Gremium schließlich die Abwägungs- und Beschlussvorlage zu eigen. Die Planung ist nun zum Entwurf fortzuschreiben. Der Gemeinderat wünscht eine Anpassung gemeinsam mit dem Städteplaner. Anschließend soll eine Abstimmung mit den Bauwilligen erfolgen. Erst danach wird der neue Entwurf dem Gemeinderat zur Billigung vorgelegt, bevor die nächste Beteiligungsrunde startet.

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