Bad Aibling – Es ist ein Problem, mit dem vermutlich nahezu jede Kommune zu kämpfen hat. Die Entsorgung von Hausmüll oder Abfall, der eigentlich zu einem Wertstoffhof gebracht werden müsste, in öffentlichen Mülleimern. In Bad Aibling ist das Problem aber scheinbar so akut geworden, dass die Stadt auf ihrer Homepage dazu jetzt einen Appell an ihre Bürger gerichtet hat.
Sogar Autoreifen in
öffentlichen Abfalleimern
Unter der Überschrift „Keine Entsorgung von Haus- und Sondermüll in öffentlichen Abfallbehältern“ weist die Stadtverwaltung online darauf hin, „dass öffentliche Abfallbehälter ausschließlich für kleinere Mengen von unterwegs anfallendem Müll vorgesehen“ seien. In jüngster Zeit sei „vermehrt“ festgestellt worden, „dass Hausmüll sowie teilweise auch Sondermüll in diesen Behältern entsorgt wird, was zu erheblichen Problemen bei der Abfallentsorgung“ führe.
„Insbesondere die Entsorgung von Sondermüll – wie Batterien oder Elektrogeräten – stellt ein erhebliches Risiko für Umwelt und Gesundheit dar und ist daher ausschließlich über die dafür vorgesehenen Sammelstellen vorzunehmen“, teilt die Stadtverwaltung weiter mit, die die Bürger „eindringlich“ bittet, „ordnungsgemäß über die reguläre Müllabfuhr zu entsorgen und für Sondermüll die entsprechenden Wertstoffhöfe oder Sammelstellen zu nutzen“. Gegenüber dem OVB spricht Franziska Pasternack von der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit Aiblinger Rathaus von einem „wiederkehrenden Phänomen, das bereits an unterschiedlichen Orten aufgetreten ist“. „Es handelt sich dabei nicht um ein Problem einzelner Örtlichkeiten“, so Pasternack in Hinblick auf die über 250 öffentlichen Abfallbehälter, die über das gesamte Stadtgebiet verteilt sind.
Gegenüber dem OVB geht die Stadtsprecherin auch auf den Müll ein, der dort gelegentlich zu finden ist: „In den öffentlichen Abfallbehältern werden immer wieder Abfälle festgestellt, die dort nicht hineingehören“, sagt Pasternack. „Dazu zählen beispielsweise Batterien, kleinere Mengen an Bauschutt oder auch sperrige Gegenstände wie Autoreifen.“
Was wiederum weitreichende Folgen für die Stadt hat, wie die Sprecherin erläutert: „Werden dort beispielsweise Batterien, Bauschutt oder andere nicht geeignete Stoffe eingeworfen, müssen diese im Nachgang aussortiert und teilweise gesondert behandelt werden.“ Was für die Stadt nicht nur zu einem „erhöhten organisatorischen Aufwand“, sondern auch „zu zusätzlichen Kosten“ führe.
Ein Thema, das auch die Bad Aiblinger Bürger bewegt, wie ein Blick auf die Social-Media-Plattform Facebook beweist. Dort hatte ein Mitglied der Gruppe „Bürgerforum Bad Aibling“ jüngst Fotos von gefüllten Müllsäcken gepostet, die es an einem öffentlichen Abfalleimer zwischen den Stadtteilen Thürham und Mietraching entdeckt hatte. „Warum macht man sowas?“, kommentierte der Facebook-Nutzer seine Aufnahmen.
Ein anderer bezeichnete das Vorgehen der Müllsünder in einem Kommentar auf den Post als „respektlose Haltung“, ein weiteres Gruppenmitglied konnte sich die Bezeichnung „Ferkel“ für die Müllsünder nicht verkneifen.
Aktueller Vorfall wird
auf Facebook diskutiert
Doch was droht diesen „Ferkeln“, wenn sie sie doch mal erwischt oder überführt werden? Derartige Ordnungswidrigkeiten rund ums Thema Hausmüll können mit Bußgeldern zwischen 20 und 320 Euro bestraft werden. Handelt es sich bei den Hinterlassenschaften sogar um Sperrmüll, zu dem beispielsweise Autoreifen oder Bauschutt zählen, sind sogar Bußgelder von mehreren 1.000 Euro möglich.