Polizei warnt vor Raddieben

von Redaktion

Mit dem Einzug des Frühlings nehmen die Fahrraddiebstähle im Mangfalltal wieder zu. Die Polizei Bad Aibling erklärt, wo Drahtesel besonders gefährdet sind und wie sie bestmöglich geschützt werden können, um den Dieben keine Chance zu lassen.

Mangfalltal – Der Frühling mit seinen steigenden Temperaturen treibt nicht nur die Blumen aus der Erde, sondern auch die Menschen auf die Fahrräder. Doch der nun wieder zunehmende Fahrradverkehr hat auch einen negativen Aspekt. Denn auch die Fahrraddiebe warten nur darauf, sich die besten Modelle unter den Nagel reißen zu können. Die Polizei rät Fahrradbesitzern daher, ihre Zweiräder bestmöglich gegen die Ganoven zu sichern und die Radl für den Fall eines Diebstahls individuell zu kennzeichnen.

Niedrige Aufklärungsquote
bei Fahrraddiebstählen

Ihm selbst ist zwar noch kein Fahrrad abhandengekommen. Doch Manuel Schlosser weiß dennoch aus eigener Erfahrung, wie schnell es gehen kann, dass der eben noch am Bahnhof abgestellte Drahtesel nur wenige Stunden später spurlos verschwunden ist. Denn Schlosser ist Polizeioberkommissar bei der Polizeiinspektion Bad Aibling (PI), die regelmäßig mit Fahrraddiebstählen konfrontiert ist.

So hatte die PI Bad Aibling im Dienstbereich, zu dem die Kommunen Bad Aibling, Kolbermoor, Bruckmühl, Feldkirchen-Westerham, Tuntenhausen und Großkarolinenfeld gehören, im Jahr 2024 insgesamt 128 Fahrraddiebstähle aufgenommen. Spezielle Brennpunkte, an denen besonders viele Fahrräder gestohlen werden, gäbe es zwar nicht, aber: „Frei zugängliche Örtlichkeiten, wie beispielsweise Abstellplätze an Bahnhöfen, sind öfter betroffen.“

Die Aufklärungsquote in puncto Fahrraddiebstählen liegt dabei nur im „niedrigen zweistelligen Prozentbereich“, so der Polizeioberkommissar. „Das liegt unter anderem auch daran, dass die Besitzer ihre Räder nicht oder nur mangelhaft sichern“, weiß Schlosser. „Zudem ist eine Zusammenführung aufgefundener Fahrräder oft schwierig, da sich die Besitzer die Rahmennummer ihres Fahrrads nicht notieren beziehungsweise diese nicht codieren.“

Nach Angaben des Bad Aiblinger Polizisten gäbe es durchaus „einfache Maßnahmen“, die den Ganoven das Leben aber erheblich erschweren und das Rad gegen Diebstahl sichern könnten. Maßnahmen, die auch die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes auf ihrer Homepage jetzt zum Start in die Fahrradsaison für Verbraucher zusammengefasst hat. Wobei das richtige Schloss und der Abstellort schon die halbe Miete sind, wie die Ordnungshüter verraten.

„Um das Rad möglichst effektiv vor Diebstahl zu schützen, braucht es massive Bügel-, Stahlketten- oder Panzerkabelschlösser mit geprüfter Qualität“, so der Tipp der Experten. „Sie sollten groß genug sein, um das Fahrrad an einem festen Gegenstand, wie etwa einem Fahrradständer, anzuschließen.“ Nur das Vorder- und Hinterrad zu blockieren, reiche als Schutz nicht aus, „da die Räder mühelos weggetragen oder verladen werden können“. Das gelte insbesondere auch für alle Arten von Elektrorädern.

„Hier ist es außerdem wichtig, den Akku sowie andere wertvolle Zubehörteile mit einem guten Schloss zu sichern, da die rädereigenen Schlösser in der Regel nicht ausreichend schützen. Auch in Kellern oder Garagen sollten die Räder entsprechend gesichert sein“, macht die Polizei deutlich. Ein weiterer Tipp: Ein versteckter Sender am Rad, ein sogenannter GPS-Tracker, könne den ständigen Standort des Fahrrads zeigen sowie einen Alarm aufs Mobiltelefon schicken, wenn das abgestellte Fahrrad bewegt werde.

Und was ist, wenn die Ganoven auf ihrer Diebestour doch Erfolg haben? Dann sei es besonders wichtig, dass das Rad, beispielsweise aufgrund einer individuellen Rahmennummer oder einer anderen einzigartigen Kennzeichnung, „zweifelsfrei identifizierbar“ ist, um es auch seinem Besitzer zuordnen zu können, sollte es in die Hände der Polizei gelangen. „Eine Rahmennummer ist bei vielen in Deutschland verkauften Fahrrädern bereits eingeschlagen, eingraviert oder anderweitig fest mit dem Rahmen verbunden“, so die Experten der Polizei. „Möglich ist auch, das Rad codieren zu lassen. Mithilfe der Codierung kann die Polizei die Wohnanschrift des Eigentümers oder der Eigentümerin herausfinden. Wo man Fahrräder codieren lassen kann, weiß der Fachhandel.“

Massive Fahrradschlösser
sind das A und O

Die Ermittler raten Fahrradbesitzern zudem, alle wichtigen Informationen zum Rad wie beispielsweise die Codier- oder Rahmennummer, die Rahmengröße, Versicherungsinformationen, Hersteller, Modell, Radtyp, etwaige Fotos sowie einen Eigentumsnachweis in einem speziellen Fahrradpass festzuhalten. „Das hilft der Polizei, die rechtmäßigen Eigentümer gestohlener Räder zu finden. Viele Händler stellen einen solchen aus“, so der Tipp der Polizei, die die wichtigsten Infos rund ums Thema Diebstahlschutz in einem Dokument zum Download unter www.polizei-beratung.de/medienangebot/detail/25-raeder-richtig-sichern/ zusammengefasst hat. Zudem bietet auch Polizeioberkommissar Schlosser Fahrradbesitzern aus der Region die Unterstützung der Bad Aiblinger Polizei an: „Hinsichtlich der Umsetzung der Maßnahmen steht Ihnen die Polizei gerne auch persönlich für Rückfragen zur Verfügung.“

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