Bad Feilnbach – Seit geraumer Zeit ist der Parkautomat am Parkplatz „Unteres Jenbachtal“ in Bad Feilnbach außer Betrieb – das Parken war seither kostenlos. Grund dafür seien „schlechte Erfahrungen mit dem aktuellen Betreiber“, wie Bürgermeister Max Singer in der jüngsten Gemeinderatssitzung erklärte.
Verwaltung für
moderate Anpassung
Im Zuge der Beauftragung eines neuen Betreibers war eine Anpassung der Gebührenstruktur notwendig, weshalb das Gremium nun neue Parkgebühren beschlossen hat.
Als Grundlage für die Diskussion diente ein Vorschlag der Verwaltung. Vorgesehen war darin eine maximale Parkdauer von zwei aufeinanderfolgenden Kalendertagen. Gemäß Vorschlag sollte die erste Stunde kostenfrei bleiben, ein Tagesticket (24 Stunden) vier Euro kosten, ein Zwei-Tages-Ticket sechs Euro. „Das moderat gestaltete Zwei-Tages-Ticket berücksichtigt insbesondere die Bedürfnisse von Übernachtungsgästen, etwa Hüttenbesuchern, sowie Familien und Gruppen und gewährleistet weiterhin eine gute Erschwinglichkeit“, heißt es aus dem Rathaus.
Die Gebührenerhöhung soll mit einer Verbesserung des Parkerlebnisses einhergehen. Hierzu zählen insbesondere die Einführung eines modernen, bargeldlosen Bezahlsystems, die Neuordnung und Aufwertung der Parkplatzfläche sowie die Sicherstellung einer kontinuierlichen Pflege und Instandhaltung. Gleichzeitig soll der Parkplatz „Unteres Jenbachtal“ bewusst preislich attraktiver bleiben als der höher gelegene Parkplatz „Oberes Jenbachtal“, um Besucherströme zu lenken und die Verkehrsbelastung der Bergstraße zu reduzieren.
Auch die Einnahmesituation der Gemeinde spielt eine Rolle. 2024 wurden rund 23.000 Euro eingenommen, für 2026 rechnet die Verwaltung mit Ausgaben von etwa 24.300 Euro für beide Parkplätze. Durch die Anpassung der Gebühren erhofft man sich Mehreinnahmen zwischen 15.000 und 20.000 Euro.
In der Diskussion wurde rasch deutlich, dass einige Mitglieder höhere Gebühren bevorzugen würden. Mehrere Räte sprachen sich dafür aus, ein Tagesticket auf fünf Euro und ein Zwei-Tages-Ticket auf acht Euro festzusetzen. Vorschläge für einen Stundenpreis oder ein Halbtagesticket wurden zugunsten einer einfachen und klaren Preisstruktur verworfen.
Auch Wohnmobile waren Thema. Sieglinde Angermaier (Grüne) forderte, das Parken für Wohnmobile zu untersagen. Ein Stellplatz für zwei Tage zum Preis von acht Euro sei „geschenkt“, sagte sie. Zudem komme es am Parkplatz der Gundel-Stiftung an der Wendelsteinstraße immer wieder zu Problemen mit Campern, die dort tagelang stehen und ihre Hinterlassenschaften im Gebüsch entsorgen würden.
Laut Bürgermeister Singer sei es nicht ganz einfach, den Begriff sauber zu definieren: „Ab wann zählt ein Fahrzeug als Wohnmobil?“ gab er zu bedenken. Ein Beschluss dazu wurde nicht gefasst.
Sonderfall Wohnmobile
sorgt für Debatte
Schließlich passte der Gemeinderat die Parkgebühren einstimmig an. Die maximale Parkdauer beträgt künftig zwei aufeinanderfolgende Kalendertage, die erste Stunde bleibt kostenfrei. Ein Tagesticket kostet fünf Euro, ein Zwei-Tages-Ticket acht Euro. Auf Nachfrage aus dem Gremium, ab wann die neuen Gebühren gelten, informierte Max Singer, dass der Vertrag mit dem neuen Betreiber bereits unterzeichnet sei.