Feldkirchen-Westerham/Bruckmühl – Auch mehrere Wochen nach seinem Tod ist die Betroffenheit innerhalb der Familie, im Bekanntenkreis, in der Region noch immer groß. Der Bruckmühler Roland Strohmeier ist Mitte Februar im Alter von 64 Jahren gestorben – und hinterlässt nach dem verlorenen Kampf gegen die Leukämie eine große Lücke. Der beliebte Familienmensch, für den seine Kinder auf der Suche nach einem passenden Stammzellenspender noch vor einem Jahr eine große Typisierungsaktion ins Leben gerufen hatten, ist im Beisein seiner Frau und beiden Kindern friedlich eingeschlafen.
„Er hat sich selbst
immer hinten angestellt“
„Er fehlt uns allen so sehr“, sagt seine Tochter Tanja Schmid gegenüber dem OVB und spricht über den schweren Verlust, der die ganze Familie seit dem Tod sichtlich betroffen macht. Strohmeier, geboren 1961 in München, war in der Region kein Unbekannter. Er wuchs in der Landeshauptstadt und ab 1976 in Feldkirchen-Westerham auf, lernte Einzelhandelskaufmann und schaffte es beim Tengelmann-Konzern vom Filialleiter zum Bezirksverkaufsleiter im Raum München. Bei der Arbeit lernte er 1982 auch seine spätere Ehefrau Irmi kennen, die er drei Jahre später heiratete und die einen Sohn und eine Tochter zur Welt brachte.
„Irgendwann wollte mein Vater kein Angestellter mehr sein“, erzählt seine Tochter vom Jahr 1999, in dem Strohmeier einen bestehenden Schreibwarenladen in Holzkirchen übernahm und dort seine Karriere als Selbstständiger begann. Es folgten weitere Filialen in Feldkirchen-Westerham, Bruckmühl und Tegernsee, die allesamt in Familienhand blieben. Neben seiner Leidenschaft für Schreibwaren steckte er zudem viel Engagement in den Annahmestellenverband von Lotto, dem er viele Jahre angehörte. „Es hat ihn begeistert, etwas zu bewegen, und er hat es mit voller Leidenschaft gemacht“, berichtet Tanja Schmid. Auch im Kegelverein war er jahrelang aktiv. Seine Tochter beschreibt ihn als Macher, der immer anpackte und den man nie erst um Hilfe fragen musste. „Er hat sich selbst immer hinten angestellt.“
Selbst wenn am Wochenende ein Ausflug anstand, wurde dieser verschoben, wenn etwa ein Freund Hilfe beim Reifenwechseln benötigte, nennt seine Tochter ein Beispiel für seine Hilfsbereitschaft. Nach seinem arbeitsreichen Leben wollte er sich im Juni 2025 in den wohlverdienten Ruhestand verabschieden. Damals freute er sich darauf, mit seiner Frau Zeit auf dem E-Bike zu verbringen und Reisen zu unternehmen.
Sein größter Wunsch war es außerdem, endlich mehr mit seinen vier Enkelkindern zu spielen und sie aufwachsen zu sehen. „Bei den Enkeln ging ihm wirklich das Herz auf.“ Doch praktisch mit Eintritt in den Ruhestand folgte der Schock: Diagnose Leukämie.
Medizinische Behandlungen und Chemotherapie bestimmten nun sein Leben. Mit beispielloser Hingabe organisierte seine Familie kurzerhand eine große Typisierungsaktion in Heufeld, bei der letztlich leider kein Stammzellenspender für Roland Strohmeier gefunden werden konnte.
Doch der geborene Münchner kämpfte gegen die Krankheit an, erhielt eine Stammzellenspende von seinem Sohn und durfte im Sommer vergangenen Jahres wieder nach Hause. „Es sah gut aus“, erinnert sich Tochter Tanja an die zwischenzeitliche Hoffnung. Doch im Dezember 2025 verschlechterte sich sein Zustand erneut, er kam in die Klinik und erfuhr im Januar, dass die Leukämie zurück war und keine weitere Behandlung mehr möglich war.
Chemo, Hoffnung,
besonderer Abschied
Wenige Tage vor seinem Tod durfte Strohmeier noch einmal nach Hause. Dabei zeigte sich einmal mehr, welch besonderer Charakter er war. „Mein Vater hat sich in der einen Woche, in der er zuhause war, noch von seinen Freunden und der Familie verabschiedet“, sagt Tanja Schmid. Er wollte alle noch einmal sehen.
„Das war für jeden seiner Lieben ein schwerer Weg, aber die Leute haben danach gesagt: ,Roland macht’s einem leicht.‘“ Denn auch bei dieser Verabschiedung sei viel gelacht worden. „Es war nochmal eine ganz besondere Woche für ihn und auch für alle Familienmitglieder und seine Freunde“, sagt seine Tochter.
Sicher ist: Die Erinnerungen an Roland Strohmeier bleiben. Doch der Region fehlt ein charismatischer Kopf, ein geschätzter Einzelhändler, ein geliebter Partner, Vater und Opa.