Ausgesetzte Meerschweinchen sind nun im Tierheim

von Redaktion

19 Tiere am Straßenrand ausgesetzt – Erste Interessenten melden sich bereits – Inkubationszeit läuft

Ostermünchen – Es wuselt im Tierheim Ostermünchen. Am vergangenen Mittwoch wurden 19 Meerschweinchen am Straßenrand in Söchtenau gefunden. Diese dürfen sich jetzt im Ostermünchener Tierheim einleben. „Wir haben die Gehege mit Häuschen und Toiletten hergerichtet“, sagt Tilman Rieger, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Mensch und Tier, welche das Tierheim in Ostermünchen führt. „Die 19 Wusler haben einen guten Appetit mitgebracht. Sie bekommen 15 Salatköpfe am Tag“, sagt er.

Eine Autofahrerin hatte in der Dienststelle der Rosenheimer Polizei einen „verdächtigen Gegenstand“ am Straßenrand gemeldet. Die Polizei fand zwei Kartons, in denen sich die Meerschweinchen befanden. Schnell wurden sie erst in das Rosenheimer Tierheim und schlussendlich nach Ostermünchen gebracht. Söchtenau fällt in den Ostermünchner Zuständigkeitsbereich.

„Ich mache mir keine großen Sorgen um die Meerschweinchen“, sagt Rieger. Die Meerschweinchen wurden gesundheitlich untersucht. Mehrere wiesen dabei einen Pilzbefall auf und ein paar waren von Parasiten wie Haarlingen betroffen. „Den Pilzbefall sieht man durch kahle Stellen an den Beinchen und im Gesicht. Aber das konnten wir jetzt im Keim ersticken“, sagt ein Tierheimmitarbeiter. Manche Meerschweinchen wiesen auch Bissverletzungen auf, was aber in einer so großen Gruppe nicht ungewöhnlich sei. „Es hätte viel schlimmer ausgehen können“, sagt der Mitarbeiter.

Mit möglichen Interessenten müsse das Tierheim nun offene Gespräche führen, da auch noch nicht befallene Meerschweinchen den Pilz übertragen können. „Die waren alle zusammen in den Kisten. Da muss man die Inkubationszeit abwarten, ob sie sich angesteckt haben“, sagt der Tierheimmitarbeiter. Denn der Pilz sei auch auf den Menschen übertragbar.

Erst machte sich das Tierheim Ostermünchen Sorgen, dass die Vermittlung der Nager schwierig werden könnte. „Die Kleintierhaltung ist zurückgegangen“, äußerte sich ein Mitarbeiter gegenüber dem OVB. Doch jetzt sieht die Lage besser aus. „Das ist etwas viral gegangen“, sagt Tilman Rieger.

Er habe bereits die ersten Anfragen von Interessenten bekommen, doch habe er diese noch vertrösten müssen. Zunächst musste der Gesundheitszustand der Tiere festgestellt werden. „Doch dann können die gesunden Tiere vermittelt werden. Auch in Außenhaltung“, sagt Rieger. Interessenten können sich per E-Mail an info@tierheim-ostermuenchen.de oder telefonisch an die 08067/180301 wenden.

Die Polizei Rosenheim ist noch auf der Suche nach dem Täter. Wie Hauptkommissar Robert Maurer mitteilt, gibt es in dem Fall der ausgesetzten Meerschweinchen noch keine neuen Hinweise. „Die Ermittlungen laufen weiter“, sagt er. Bislang gäbe es aber keine neue Spur zu einem möglichen Täter. Ebenso hätten sich auch noch keine Zeugen gemeldet. „Wir bleiben aber dran“, sagt Maurer. Sophie Mischner

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