Bad Feilnbach treibt Großprojekte voran

von Redaktion

Bad Feilnbach investiert in die Zukunft: Der Finanzplan bis 2029 sieht Millionen für Projekte wie das Trogerhaus, das Rathaus und das Gewerbegebiet Eulenau vor. Gleichzeitig steht die Gemeinde vor großen finanziellen Herausforderungen.

Bad Feilnbach – Gemeinsam mit dem Haushalt verabschiedete der Bad Feilnbacher Gemeinderat auch den Finanzplan bis einschließlich 2029. Damit legt die Gemeinde die Schwerpunkte für das laufende Jahr fest und richtet zugleich den Blick auf die Projekte der kommenden Jahre. Einige größere Projekte beschäftigen die Kommune heuer und in den kommenden Jahren und tauchen sowohl im aktuellen Haushalt als auch im Finanzplan auf, den der Gemeinderat kürzlich verabschiedet hatte. Der Finanzplan legt die Einnahmen und Ausgaben der Gemeinde für die kommenden Jahre fest.

Straßenbau und
Wasserversorgung

„Dauerbrenner“ wird in den kommenden Jahren das Trogerhaus in Au bleiben. Das Gebäude, das die Gemeinde erworben hat, soll künftig als neuer Mittelpunkt der Dorfgemeinschaft und der Vereine dienen. Heuer stehen dafür 50.000 Euro bereit, in den kommenden drei Jahren sind insgesamt 4,6 Millionen Euro eingeplant. Auf der Einnahmenseite rechnet die Gemeinde dafür heuer mit Investitionszuweisungen von 30.000 Euro sowie mit insgesamt 1,98 Millionen Euro in den Jahren 2027 bis 2029.

Der Ausbau der Achthaler Straße in Au ist bereits in vollem Gange. Für dieses Projekt stellt die Gemeinde heuer 2 Millionen Euro zur Verfügung und erwartet Investitionszuweisungen in Höhe von 200.000 Euro. Im kommenden Jahr sollen weitere 631.000 Euro an Einnahmen folgen.

In diesem Zusammenhang erhält die Wasserversorgung Au im kommenden Jahr einen Zuschuss von 250.000 Euro, um Mehraufwendungen für die Löschwasserversorgung – eine Pflichtaufgabe der Gemeinde – auszugleichen. Für den allgemeinen Straßenbau im gesamten Gemeindegebiet sind jährlich 250.000 Euro vorgesehen.

Auch beim Rathaus will die Gemeinde tief in die Tasche greifen: Für den Umbau des bestehenden Rathauses sind 2027 rund 200.000 Euro eingeplant. Das neue Rathaus schlägt 2028 mit weiteren 200.000 Euro und 2029 mit 3,45 Millionen Euro zu Buche.

Das Gewerbegebiet Eulenau findet sich ebenfalls an vielen Stellen im Haushalt wieder. Heuer sind 910.000 Euro für die Wasserleitung zum künftigen Gewerbegebiet vorgesehen, dazu 60.000 Euro für die Planung von Straße und Abwasserbeseitigung. Für 2027 sind eine Million Euro für Straßenbauarbeiten und 600.000 Euro für den Anschluss an das gemeindliche Kanalnetz veranschlagt.

Besonders ins Gewicht fällt das Gut Eulenau auf der Einnahmenseite: Durch den Verkauf sollen 2027 rund 12,02 Millionen Euro in die Gemeindekasse fließen. Weitere Einnahmen erwartet die Gemeinde durch den Verkauf sonstigen Grundvermögens – jeweils 2 Millionen Euro in den Jahren 2027 bis 2029. Der Verkauf von Grundstücken im Modell „Heimat Bad Feilnbach“ soll 2027 rund 200.000 Euro und 2028 400.000 Euro einbringen.

Ein weiteres großes Infrastrukturprojekt ist die Entwässerung der PWC-Anlagen (Parken mit WC) an der Autobahn, die 2026 realisiert werden soll. Die Kosten belaufen sich auf 3,3 Millionen Euro, denen 2,4 Millionen Euro an Kanalherstellungsbeiträgen gegenüberstehen.

Nach der umfassenden Beckensanierung investiert die Gemeinde auch weiterhin in das Bad Feilnbacher Schwimmbad: Für die Jahre 2027 und 2028 sind insgesamt zwei Millionen Euro für weitere Sanierungsmaßnahmen vorgesehen.

Zu den Pflichtaufgaben einer Gemeinde gehört auch die Bereitstellung von Kindergartenplätzen und Schulen. Dazu soll der Kindergarten „Purzlbaam“ in Au erweitert werden. Um diese Baumaßnahme zu realisieren, sind in diesem Jahr 50.000 Euro an Planungskosten veranschlagt, 2027 folgen eine Million Euro und 2028 zwei Millionen Euro an Investitionskosten.

Auch für die Auer Füchse, die ab Sommer übergangsweise in einem Kindergarten in Modulbauweise am Schwimmbadparkplatz untergebracht werden, investiert die Gemeinde: Heuer stehen 110.000 Euro bereit, im kommenden Jahr 101.400 Euro und 2028 71.400 Euro. Für 2028 rechnet die Gemeinde zudem mit Einnahmen aus dem Investitionsbudget in Höhe von 200.000 Euro.

Für die Leo-von-Welden-Schule steht der Austausch der Heizungs- und Lüftungsanlagen an: 240.000 Euro hat der Gemeinderat im aktuellen Haushalt veranschlagt, erwartet wird eine Investitionszuweisung von 100.000 Euro. Die gleiche Summe plant die Gemeinde für den Anschluss der Schule an das Nahwärmenetz der Gemeinde ein. Für die Sanierung des Brunnens „Neuhäusl“ wurden heuer 300.000 Euro an Mittel bereitgestellt, im Jahr 2027 nochmals 250.000 Euro.

Fokus auf Kindergärten und Schulen

Vorausblickend sah Kämmerin Maresa Nagl die Lage der Kommunen als immer schwieriger an, da die Schätzungen von stagnierenden Steuereinnahmen und einem massiven Ausgabenanstieg ausgehen. Viele weitere Aufgaben werden in den kommenden Jahren auf die Kommunen zukommen.

Die ansteigende Kreisumlage und der voraussichtliche Rückgang der Gewerbesteuereinnahmen verstärken die ungünstige Finanzsituation. Die Kämmerin empfahl dem Gemeinderat, die freiwilligen Leistungen zu reduzieren, und sah eine Anpassung von Steuern und Gebühren als notwendig an.

Artikel 1 von 11