Bad Aibling – Alles fügte sich zur Vernissage gut zusammen: Die heitere Atmosphäre der Bilder von Ursula Bolck-Jopp, die gelöste Stimmung des Publikums und die strahlende Sonne, die es schließlich schaffte, die dunkle Wolkenwand zu durchbrechen. Und so klangen auch die begrüßenden Worte von Galerist Ernst Geyer optimistisch: „Ein Ausstellungstitel, der uns eine ‚Magical Mystery Tour‘ verspricht, weckt große Erwartungen. Unweigerlich muss man an die Beatles denken und ihr gleichnamiges Album – ein Versprechen von Aufbruch, Irritation, Verzauberung.“
Irritation und Verzauberung bieten die Bilder von Ursula Bolck-Jopp. Auch wenn sie gekonnt spielerisch wirken, verführen sie den Betrachter dennoch zu anhaltendem Nachdenken. Verführerisch sind sie alle, die 68 Bilder unterschiedlicher Größen und im positiven Sinne einnehmend.
Die Einladungskarte, die auch als Original an der Wand hängt, zeigt eine Person, die mit Hund unterwegs ist. Die endlos lange Hundeleine schlängelt sich um ein winziges Haus und bremst den Weitergang des Mannes, der längst vorbeigelaufen ist, während sein Hund in Warteposition vor dem Haus sitzen bleibt. „Museumsbesuch“ lautet der Titel und wirft die Frage auf, ob der Hund sich wohl mehr für Kunst interessiert als sein Herrchen.
Hintersinnig sind sie, die Arbeiten von Ursula Bolck-Jopp, und alle erzeugen eine besondere Atmosphäre. Die dargestellten Personen sind fast ausnahmslos weiblich. Ein Mädchen mit Hund, das in eine dunkle Landschaft blickt, ein Mädchen unter fallenden Kirschen, „sind Projektionsflächen für Nähe, Schutz, Instinkt“, sagt Geyer.
Die Ausstellung von Ursula Bolck-Jopp wirkt insgesamt wie eine Oase der Ruhe. Es gelingt ihr, den Betrachter mitzunehmen und den Alltag eine Weile hinter sich zu lassen.
Die Ausstellung ist noch bis zum 17. Mai in der Galerie Villa Maria, Rosenheimer Straße 43, zu sehen. bö