Bad Aibling – Mit viel Spielfreude, sichtbarer Hingabe und einem Gespür für pointierte Momente feierte das Theater Aibling kürzlich mit „Pharao und Lederhosn“ eine Premiere, die vor allem durch ihre starken Einzelleistungen in Erinnerung bleibt.
Die humorvolle Geschichte, geschrieben von Gregor Schumm, der auch Regie führte, spielt im Heimatmuseum von Obergrattling – und setzt dort am Tag vor der Eröffnung einer spektakulären Ausstellung an.
Zwischen mumifizierter Katze, mysteriösen Gefäßen und einem rätselhaften Lederlappen, der als vermeintlicher Beweis für die bayerischen Wurzeln eines Pharaos dient, entfaltet sich ein turbulentes Geschehen. Besonders liebevoll gestaltet: der Sarkophag des Pharao, den Klaus Huber, der zugleich den Ägyptologen Professor Dr. Katzenberger verkörpert, eigenhändig gebaut hat. Gisela Emmi Riedl überzeugt als oft divenhafte, bisweilen herrlich kreischige Museumsdirektorin Roswitha Wurm-Diederich mit großer Authentizität.
Das Ensemble zeigt durchweg starke Leistungen: Lisa Rottmüller als Restauratorin, Tatjana Leikam als Security-Fachkraft, Simon Rottmüller als Hausmeister sowie Robert Krämer und Alex Kuk als zwielichtige, bisweilen an Slapstick erinnernde Gangster, die mit ausdrucksstarker Mimik und erstaunlich authentischen Dialogen zusätzlichen Witz in die Geschichte brachten. Allerdings verlangte der Abend den Zuschauern auch einiges an Ausdauer ab. Mit einer Spieldauer von rund dreieinhalb Stunden geriet die Inszenierung stellenweise spürbar in die Länge.
Die nächsten Vorstellungen finden am morgigen Freitag um 20 Uhr sowie am Sonntag, 26. April, um 17 Uhr und am Donnerstag, 30. April, um 20 Uhr statt. sug