Tuntenhausen – An der Fritz-Schäffer-Schule in Ostermünchen ist in den vergangenen Monaten ein besonderer Lern- und Erfahrungsort entstanden: der neue Hühner- und Schulgarten. Nun wurde er feierlich eingeweiht. Hämmern, sägen und schaufeln, das taten Jugendliche wie Erwachsene. Am Rande des Allwetterplatzes an der Schule wurde zuletzt fleißig gearbeitet. Nun ist das Werk vollendet – und entstanden ist ein kleines Juwel. Ein neues, gemeinschaftliches Lern- und Begegnungsprojekt, bei dem Inklusion das zentrale Leitprinzip ist.
„Jeder kann sich hier einbringen“, betonte Rektorin Margaret Careddu-Bayr, die zur Einweihung das Bürgermeister-Duo von Tuntenhausen, Georg Weigl und den designierten Rathauschef Christian Mayer, begrüßen konnte sowie zahlreiche Projektverantwortliche, Ehren- und Gastpersonen.
Hühner sind auch
zum Streicheln da
Die Koordination und die fachliche Betreuung waren durch die Jugendsozialarbeit der Diakonie und die Profillehrkraft Inklusion der Förderschule gegeben. Kathrin Rohde (Jugendsozialarbeit) und Anke Thurmaier (Profillehrkraft Förderzentrum) gingen bei der Projektvorstellung auf die Bedeutung dieses Ortes ein. Sie betonten die fachlichen Perspektiven des Hühnergartens als inklusiver Lernort für die Sonderpädagogik und für die Jugendsozialarbeit: Er ist ein Beziehungs- und Präventionsraum. „Hier lässt sich mit allen Sinnen lernen“, erläuterte Rohde. Hier gebe es nur kleine Aufgaben, dafür aber konkrete Ergebnisse.
Nach ihren Worten sind hier Stärken sichtbar, aber nicht Defizite. „Das ist ein besonderer Gegenpol zur reizintensiven Lebenswelt der Realität“, führte Thurmaier aus. Rohde fasste es zusammen: „Der Hühnergarten ist ein pädagogisch sinnvoller Ort im Schulleben, in dem Lernen, Beziehung und Entwicklung ineinandergreifen können.“
Careddu-Bayr bedankte sich bei den zahlreichen Ehrenamtlichen, denn die Projektarbeit lief über ein Jahr. Mit großem Engagement der Lehrkräfte, der Jugendsozialarbeiter und vieler Helfer wurde das Projekt erstellt. „Wir haben hier einen Ort geschaffen, an dem Natur erlebt und nachhaltiges Handeln praktisch erfahren werden kann“, betonte Careddu-Bayr.
Konrektorin Birgit Decker betonte, dass der neue Hühnergarten nicht nur ein Lernort im Freien ist, sondern ein echtes Herzensprojekt der Schule. „Hier können wir alle zusammen Natur unmittelbar erleben, Verantwortung übernehmen und ganz praktisch mit anpacken“, so die Lehrerin.
Maria Gleich stellte dann ihr Projekt „Mein Glückshuhn“ in Lindach mit Hühnerpatenschaften vor und wie die Hühner dort in Permakultur, Selbsternte und Schulprojekten integriert sind. Fünf Hühner und einen Gockel haben die Ostermünchner von dort gemietet, darunter Hühnerrassen wie Isbar und Aracana. Die Hühner sind dressiert, sodass sie sogar auf den Arm fliegen. Konrektorin Birgit Decker war die Erste, die sich traute, die Nähe zu den Hühnern zu suchen.
„Das sind Hühner, die schnell zutraulich werden, damit man sie auch streicheln kann“, sagte Gleich. Das Angenehme an der Hühnerpatenschaft: Während der Ferien kehren sie wieder nach Lindach zurück und werden dort auch medizinisch untersucht.
Bürgermeister-Duo pflanzt
symbolträchtigen Baum
Nach den Begrüßungsworten ging es von der Aula hinaus ins Freie, über den Allwetterplatz hinüber zum neuen Hühner- und Schulgarten, wo einst die Kugelstoßanlage war. Abgezäunt stehen dort zwei schmucke Gartenhäuschen, ein Hühnerfreilauf und viele Hochbeete. Feierlich durchschnitt das Bürgermeisterduo das blaue Band und anschließend wurde mit einem Glas Sekt auf das besondere Ereignis angestoßen.
Anschließend pflanzten die beiden Bürgermeister einen Walnussbaum, ein kraftvolles Symbol für Zusammenhalt, Geduld und Vertrauen, da er tief verwurzelt ist, langsam wächst und über Generationen hinweg Schatten spendet. Die Gäste durften neben der Besichtigung und dem ersten Streicheln der Hühner auch noch Steine anmalen oder Pflanzen in die zahlreichen Hochbeete setzen. Und ab jetzt ist der Hühner- und Schulgarten dann das Reich der Schüler.