Bruckmühl – In der gut besuchten Bruckmühler Kulturmühle freute sich das Publikum kürzlich auf das neue Programm von Fonse Doppelhammer – und wurde nicht enttäuscht. Bekannt geworden war der aus Niederbayern stammende Kabarettist durch unzählige TV- und Bühnenauftritte sowie als Tour-Vorprogramm von Monika Gruber. Nun stürmte Fonse nach einer Bandansage der „Gruberin“ zum „Queen“-Hit „Don‘t stop me now“ in die Kulturmühle, um mit seinem zweiten Soloprogramm die Bühne zu rocken.
Alltagsgeschichten, das Verhältnis von Männern und Frauen, der Umgang mit Freunden und Fremden sowie die eigenen Unzulänglichkeiten sind der Stoff für seine heiteren, manchmal frivolen oder skurrilen Betrachtungen – nie verletzend, und mitunter recht nachdenklich. Beim Blick in den Saal: „Manche Männer sind wohl mit ihren Ehefrauen da, andere mit der Wochenendbesetzung“. Über die Fans von Edmund Stoiber: „Das sind die Transrapiden“ und selbstironisch: „Mich qualifiziert eigentlich gar nichts für diesen Beruf. Meine Frau sagt immer, Fonse, du hast ein Radiogesicht“ oder „Zur Intoleranz brauch ich keine Laktose“.
Auch von seinem Versuch, einen Schrittzähler zu kaufen, erzählte er: „Bei Ihrem Bewegungsaufwand brauchen Sie keinen Schrittzähler, da genügt ein Bewegungsmelder“, belehrte ihn der Verkäufer. Um seine Figur in Form zu bringen, versucht es der Mann aus Straubing deshalb mit „SDH“ – „Sauf die Hälfte“, aus einem halben Bierkrug, jeweils für Links- und Rechtshänder.
Nach der Pause überließ Fonse Doppelhammer („Ich heiße wirklich so“) die Bühne zunächst seinem Alter Ego, dem Totengräber Grabner Karl. Der nuschelte wie Til Schweiger zu besten Zeiten und hatte angesichts der schwierigen Wirtschaftslage gleich mehrere innovative Bestattungsvorschläge parat. Die „Schwäbische Bestattung für Sparsame“ (man wird nur zur Hälfte eingegraben und kann so die Grabpflege selbst machen) oder die berufsbezogene Bestattung, zum Beispiel für Kardiologen mit einer herzförmigen Klappe im Sarg. Ein neues Geschäftsmodell und eine spezielle Zielgruppe lagen dem „Eingraber“ besonders am Herzen: die „Wiws“ – Witwen in Wartestelle“. Für die kommen dann die „Die Grabner Boys“, eine Band aus einem Arzt, einem Apotheker und einem Kriminalbeamten, zum Einsatz, die helfen, das Ableben der Sugerdaddies zu beschleunigen. Damit war der Grabner Karl so ausgelastet, dass er die Bühne wieder freimachte für den Fonse, der sofort heiße Tipps verriet, wie man allein in einem vollen Bierzelt einen reservierten Tisch freihält, mithilfe eines „Preißn“. Als Zugabe gab’s noch eine ordentliche Portion Witze über Zugaben, Nachdenkliches über das Jammern auf hohem Niveau und ein Selfie des Künstlers mit dem begeisterten Publikum. Ein weiterer, richtig gelungener Abend in der Kulturmühle. Fortsetzung folgt bestimmt. Cornelia Ahrens