Bad Feilnbach – Der Bad Feilnbacher Haushalt für das Jahr 2026 ist unter Dach und Fach. Einstimmig verabschiedete der Gemeinderat das Zahlenwerk, das die finanzielle Grundlage für die kommenden Monate bildet. Wie vielerorts heißt es auch in Bad Feilnbach: sparen, priorisieren, verschieben. Trotz intensiver Kürzungen und geplanter Kreditaufnahmen konnte dieses Jahr jedoch keine Zuführung zum Vermögenshaushalt eingestellt werden. Bürgermeister Max Singer sieht dennoch „Licht am Ende des Tunnels“.
Steigende Ausgaben
und sinkende Einnahmen
Es ist kein Rekordhaushalt dieses Jahr, sowohl der Verwaltungs- als auch der Vermögenshaushalt weisen ein niedrigeres Volumen als noch 2025 aus. Die Aufstellung des Haushalts sei nach Aussagen von Bürgermeister Singer ein „hartes Stück Arbeit“ gewesen, das der Kämmerin Maresa Nagl „schlaflose Nächte“ bereitet haben dürfte. Zahlreiche interne Absprachen seien nötig gewesen, der Gemeinderat habe in einer Klausur intensiv über dem Zahlenwerk gebrütet. „Es macht nicht so viel Spaß, auf die Ausgabenbremse zu steigen“, sagte Singer. An einigen Stellschrauben lasse sich schlicht nicht drehen: Laufende Projekte müssten fortgeführt werden, manche Ausgaben seien unabweisbar, weil eine Verschiebung am Ende teurer käme.
Besonders belastend wirkt die Kreisumlage, die 2026 mit knapp 5,9 Millionen Euro zu Buche schlägt – rund eine halbe Million Euro mehr als im Vorjahr. „Wir überweisen dem Landkreis monatlich knapp 490.000 Euro“, verdeutlichte Nagl die Dimension. Gleichzeitig sinken die Schlüsselzuweisungen des Freistaats: Statt der im Vorjahr veranschlagten knapp 2,1 Millionen Euro werden dieses Jahr nur gut 1,7 Millionen Euro erwartet.
Wie angespannt die Lage ist, zeigt der Blick auf die Zuführung vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt. Normalerweise verbleibt im Verwaltungshaushalt ein Überschuss, der zur Tilgung von Darlehen und für Investitionen dient. Gesetzlich vorgeschrieben wäre in Bad Feilnbach eine Mindestzuführung von rund 1,1 Millionen Euro – im Ansatz steht jedoch null. Die Gemeinde habe hierzu engen Austausch mit dem Landratsamt Rosenheim gehalten. „Das sind alles Planzahlen, am Ende schauts immer anders aus“, so Singer. Dass in den vergangenen Jahren die tatsächliche Zuführung regelmäßig höher ausfiel als geplant, dürfte die Aussicht auf eine Genehmigung des Haushalts verbessert haben.
Entlastung erhofft sich die Gemeinde im kommenden Jahr durch den Verkauf von Grundstücken in der Eulenau. Rund zwölf Millionen Euro an Erlösen werden erwartet – ein Betrag, der die Einnahmesituation deutlich verbessern soll. Um die Einnahmen zu erhöhen, hat der Gemeinderat bereits im vergangenen September die Zweitwohnungssteuer von 15 auf 20 Prozent der Jahresnettokaltmiete erhöht. Auch der Kurbeitrag wurde angehoben.
Dennoch reichen die Mittel nicht aus: Für 2026 sind Kreditaufnahmen von 3,4 Millionen Euro vorgesehen, hinzu kommen 900.000 Euro an Ermächtigungen aus dem Vorjahr. Insgesamt könnten somit bis zu 4,3 Millionen Euro aufgenommen werden. Bürgermeister Singer wurde in der Sitzung ermächtigt, nach der Einholung von drei Angeboten entsprechende Darlehen aufzunehmen.
Auf der Ausgabenseite stehen große Projekte: Die Entwässerung der PWC-Anlagen an der Autobahn schlägt 2026 mit 3,3 Millionen Euro zu Buche, der Ausbau der Achthaler Straße mit weiteren zwei Millionen Euro. Die Personalausgaben steigen von 6,97 auf 7,34 Millionen Euro. Nagl begründete dies mit tariflichen Lohnsteigerungen sowie neuen Stellen im Kita-Bereich. Zudem würden Kommunen zunehmend mit zusätzlichen Pflichtaufgaben konfrontiert – etwa der Digitalisierung oder der Sicherstellung der Ganztagesbetreuung an den Schulen. „Wir kommen mit dem Einsparen gar nicht hinterher“, so die Kämmerin.
In der Diskussion um die Einnahmen forderte Sepp Rauscher (CSU), Gewerbeflächen schneller zu entwickeln. „Da geht mir das Tempo ab“, sagte er. Die Gemeinde solle „nicht nur jammern, sondern an den Stellschrauben drehen, die auch Auswirkungen haben“. Singer entgegnete, dass entsprechende Planungen bereits liefen.
Einstimmiger Beschluss
im Gemeinderat
Stephan Oberprieler (Grüne) regte an, den Haupt-, Finanz- und Personalausschuss stärker einzubinden, um finanziell „vor die Welle zu kommen“. Martin Kolb (CSU) plädierte dafür, auch unpopuläre Entscheidungen nicht zu scheuen: „Ich habe nicht den Eindruck, dass der Wille da ist im Gremium.“ Einschnitte bei freiwilligen Leistungen seien „gewaltige Entscheidungen“, die das Gremium „einstimmig aushalten“ müsse. Viele dieser Leistungen stünden in engem Zusammenhang mit dem Tourismus. „Das ist eine Richtungsentscheidung“, so Kolb.
Einigkeit herrschte hingegen in der Würdigung der Arbeit von Kämmerin Maresa Nagl. Alle Fraktionen sprachen ihr großen Dank aus. Am Ende verabschiedete der Gemeinderat den Haushalt einstimmig. Der Verwaltungshaushalt schließt mit 27,8 Millionen Euro (Vorjahr: 29 Millionen Euro), der Vermögenshaushalt mit 10,8 Millionen Euro (Vorjahr: 12,2 Millionen Euro).