Bürger zeigen sich zufrieden: Applaus für scheidenden Bürgermeister

von Redaktion

Letzte Bürgerversammlung in Tuntenhausen mit Georg Weigl – Guter Zustand der Gemeinde trotz schwieriger Rahmenbedingungen

Tuntenhausen – Es war seine letzte Bürgerversammlung, die Georg Weigl kürzlich im Landgasthof Ostermünchen abhielt. Für sein zwölfjähriges Wirken erhielt er lang anhaltenden Beifall. Zugleich verwies er auf ein aus seiner Sicht schwieriges politisches und wirtschaftliches Umfeld.

Weigl plädierte vehement für die Demokratie, die unbedingt bewahrt werden müsse. Er beklagte aber auch die vielen gesellschaftlichen Veränderungen und den immer mehr im Vordergrund stehenden Egoismus. Sein Appell: „Schützen wir die Gemeinschaft und fördern weiter das gute soziale Miteinander.“

Anschließend ging er auf die wesentlichen Maßnahmen und Angelegenheiten im Gemeindebereich ein. Er brachte einen umfassenden Überblick über die finanzielle Lage, Infrastruktur, soziale Einrichtungen und zukünftige Projekte der Gemeinde Tuntenhausen. „Für die Gemeinde Tuntenhausen ist das Jahr 2026 ein sehr schwieriges finanzielles Jahr“, erklärte Weigl. Trotz eines schwachen wirtschaftlichen Umfelds und finanzieller Herausforderungen, insbesondere durch schwankende Gewerbesteuereinnahmen und steigende Kreisumlage, befinde sich die Gemeinde in einer durchaus stabilen Situation mit Rücklagen und (noch) ohne Schulden.

Dennoch seien wichtige Investitionen in Feuerwehrfahrzeuge, Schulen, Kindergärten, Wasserversorgung und die kommunale Infrastruktur geplant oder bereits umgesetzt. Dabei beklagte der Bürgermeister die fast schon dramatisch steigenden Kosten für die Feuerwehrfahrzeuge und auch deren Lieferzeit. „Das neue Beyhartinger Fahrzeug kostet an die 740.000 Euro und hat vier Jahre Lieferzeit“, mokierte sich Weigl.

Sorgen bereite ihm aber auch der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an Schulen und die Erweiterung der Kinderbetreuung. Sie stellen in seinen Augen eine Herausforderung für die Kommune dar, die mit Neubauten angegangen werden muss. Und dennoch bietet die Gemeinde schon jetzt stolze 439 Kinderbetreuungsplätze an. Erstmals gebe es keine Warteliste.

Frischen Wind gebe es auch in der Seniorenpolitik. Vielfältige Angebote und Beratungen fänden bei den Senioren eine positive Resonanz. So gibt es eine Wohnberatung, die Aktionswoche „zuhause Daheim“, Teilnahme an der Demenzwoche und eine Rentenberatung im Rathaus. Der Breitbandausbau schreite ebenfalls voran, um alle Ortsteile bis 2030 mit schnellem Internet zu versorgen. Nachhaltigkeit und Energiewende seien zentrale Themen, mit Fokus auf Photovoltaik, kommunale Wärmeplanung und Windenergie. Bei Letzterer ist nach Weigl allerdings die Rentabilität in der Gemeinde fraglich.

Die Gemeinde setze auf gemeinschaftliches Engagement, wie der scheidende Bürgermeister betonte, unterstütze Vereine und Organisationen und betone die Bedeutung von sozialem Miteinander und Demokratie. Trotz notwendiger Sparmaßnahmen im Haushalt will man die Lebensqualität erhalten und weiterentwickeln. Die Einwohnerzahl wächst kontinuierlich, und die Gemeinde bietet eine hohe Anzahl an Arbeitsplätzen. Die Aussprachen hielten sich in Grenzen – zwei Bürger meldeten sich. Kathi Murnauer bemängelte einen fehlenden Fußgängerweg an der Staatsstraße, Radu-Mihai Focsaneanu kritisierte die fehlende Barrierefreiheit im Wirtssaal. ws

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