Der Mensch geschockt und das Tier tot

von Redaktion

Louis Walter (21) aus Tuntenhausen prallte mit dem Motorrad gegen ein Reh. Das Tier war sofort tot, der Fahrer blieb unverletzt und stürzte nicht einmal. Den Schreckmoment nutzt er nun für eine Warnung und auch die Polizei gibt Tipps zum richtigen Verhalten bei Wildunfällen.

Das Reh starb sofort nach dem Zusammenstoß (Symbolbild).

Tuntenhausen – Für Louis Walter war es ein Schock. Am Mittwoch, 22. April, fuhr er gegen 20.30 Uhr mit seinem Motorrad zwischen Thal und Antersberg in der Gemeinde Tuntenhausen entlang, als er mit einem Reh zusammenstieß. „Es kam plötzlich auf die Straße, sodass ich nicht mehr rechtzeitig bremsen konnte“, sagt der 21-Jährige. „Da habe ich es leider vollflächig erwischt.“

Wie verhalten
nach einem Wildunfall?

Während das Reh auf der Stelle tot gewesen sei, ist dem jungen Fahrer aus Tuntenhausen nichts passiert. Weder sei er mit seinem Motorrad gestürzt, noch habe er sich bei dem Aufprall verletzt. „Wie durch ein Wunder ist mir nichts passiert“, sagt er. Nur seine Maschine und seine Schutzkleidung hätten etwas abbekommen. „Da ist nur ein kleiner Schaden für wenige hundert Euro entstanden“, erklärt Walter.

Auch wenn ihm nichts passiert ist, war der Wildunfall für ihn ein „Schreckmoment“. Er war mit einem Freund auf den Motorrädern unterwegs, als sie sich irgendwann trennten, da sie in verschiedene Richtungen nach Hause mussten. Mit „70 bis 80 km/h“ war Louis Walter dann unterwegs, als plötzlich das Reh auf die Straße kam. „Ich bin sofort nach dem Aufprall stehen geblieben und stand schon erst einmal unter Schock“, so der 21-Jährige. Doch nachdem er sich etwas beruhigt hatte, rief er umgehend die Polizei an.

Während Walter mit der Polizei sprach, transportierte ein Jäger das tote Tier ab. An die OVB-Heimatzeitungen wendet sich der 21-Jährige deshalb, weil er auf das Thema aufmerksam machen möchte. „Gerade mit dem Motorrad kann solch eine Situation richtig gefährlich werden“, sagt er. „Mit dem Scheinwerfer am Motorrad sieht man nicht so viel wie mit denen am Auto. Außerdem ist auch der Bremsweg etwas länger, das kann schon mal brutal gefährlich werden.“

Wie man sich bei einem Wildunfall verhalten sollte, dazu gibt die Rosenheimer Polizei ein paar Tipps. Zunächst sollte man die Unfallstelle absichern. In den meisten Fällen komme es eher zu Sachschäden. Personenschäden seien laut Polizeihauptkommissar Robert Maurer eher seltener. Sei dies aber der Fall, müsse man prüfen, ob die Rettungskräfte verständigt und vor Ort Erste Hilfe geleistet werden müsse. Ist das Fahrzeug noch fahrbereit, sollte dieses von der Unfallstelle geräumt werden. Um den Jäger muss man sich laut Maurer nicht selbst kümmern. Nach Erhalt der Mitteilung zu einem Wildunfall verständigt die Polizei den Jagdpächter umgehend.

Darüber hinaus empfiehlt der ADAC, das tote Tier – wenn möglich – an den Straßenrand zu ziehen, damit keine Folgeunfälle passieren. Allerdings nie ohne Handschuhe, da die Tiere Krankheiten haben könnten. Das Wild dürfe auch nicht vom Unfallort entfernt werden, ansonsten drohe eine Anzeige wegen Wilderei. Verletzte Tiere sollten hingegen nicht angefasst werden, da sie sich wehren könnten.

Ein Schema, nach dem sich auch Louis Walter an seinem unangenehmen Abend am Mittwoch, 22. April, verhalten hat. Und für den 21-Jährigen ist seit diesem Tag eines klar: „Vor allem wenn es dämmert, fahre ich jetzt etwas vorsichtiger.“

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