Bruckmühl – Selten schien die Welt weiter entfernt vom Frieden wie derzeit. Es herrscht eine fast unübersehbare Anzahl von Kriegen, deren Grund in Machtstreben und Intoleranz liegt. Und noch nie hatte sich eine solch beachtliche Zahl von Menschen zusammengefunden, um in der Holnstainer Schule gemeinsam für Frieden zu beten.
Alle Stühle waren besetzt an diesem Abend, als Markus Brunnhuber, Pastoralreferent der katholischen Kirche, die Gebetsstunde eröffnete. Außer der katholischen Gemeinde waren die Angehörigen der evangelischen Gemeinde und Mitglieder des „Türkischen Arbeitnehmervereins“ anwesend, der besonders gut durch Jugendliche vertreten war. Leise arabische Musik überbrückte die Zeit, bis Markus Brunnhuber zum Mikrofon griff und alle Anwesenden herzlich begrüßte: „Die Welt ist nicht friedlicher geworden seit unserer letzten Zusammenkunft. Immer noch gibt es kriegerische Auseinandersetzungen zwischen der Ukraine und Russland, im Sudan, Iran, Israel… Deshalb kommen wir zusammen, um für Frieden zu beten.“
Als besondere Gäste begrüßte er Birgit Splett, langjährige Rektorin der Schule, und Altbürgermeister Franz Heinritzi. Anschließend ergriff Edeltraud Heinritzi, die diese Zusammenkunft organisiert hatte, das Wort mit einem meditativen Gebet. Die islamische Gemeinde kam zu Wort mit Adnan Surek, Kassenwart des türkischen Arbeitnehmervereins, mit dem flehenden Wunsch nach Frieden. Muhammed Erdogan, Jugendleiter des türkischen Vereins, trug in arabischem Gesang die letzten drei Verse von der Morgendämmerung aus dem Koran vor und übersetzte sie ins Deutsche. „Kehrt ein zu Eurem Herrn in Frieden und Wohlgefallen“, lauteten die abschließenden Worte.
Mathias Fritzsche, der die evangelische Kirchengemeinde vertrat, verlas den Bibeltext, in dem Schwerter zu Pflugscharen werden: „Er (der Herr) schlichtet ihren Streit. Kein Volk wird mehr das andere angreifen, Schwerter werden zu Pflugscharen.“ Christel Obermüller schloss sich an mit der Bitte für alle Kinder in der Welt, die vor Hunger nicht einschlafen können und für junge Männer, die vom Krieg traumatisiert sind.
Im Anschluss las die junge Teilnehmerin Anita Azap ein von den Vorständen des türkischen Arbeitnehmervereins verfasstes Gebet vor, das mit den Worten endete: „Dass Liebe und Gewaltlosigkeit größere Macht haben als Hass. Wir bitten Dich inständig, dass alle Kriege der Welt ein Ende finden.“ bö