Buben retten Entenküken

von Redaktion

Zwei Zwölfjährige befreien Küken aus einer Schleuse in Bad Aibling

Bad Aibling – Die beiden Aiblinger Freunde Tim Kammerer und Bene Kehl, beide zwölf Jahre alt, sind gerne zusammen unterwegs. Doch dass sie mal gemeinsam zu Lebensrettern werden, hätten die Kumpels wohl nicht geglaubt. Als sie an einem Nachmittag vergangener Woche an der Schleuse am Mühlbach vorbeikamen, war schnelles Handeln entscheidend. Tim und Bene bemerkten ein lautes schnatterndes „Quaken“. Als sie näher kamen, sahen die Buben eine verzweifelte Ente, die sich immer wieder umdrehte und nach ihren Entenküken rief.

„Die Jungs
waren total happy“

Denn Mama und ihre sieben Baby-Enten waren in dieser Situation aussichtslos voneinander getrennt. „Wir hatten Angst, dass alle sterben“, hatten die beiden 12-Jährigen gesagt, erzählt Maria Monteleone. Sie ist Anwohnerin und sei auf die Rettungsversuche der Buben aufmerksam geworden, denn: Die Küken schwammen im Bereich des Wasserwerks in einer Art Nebenbecken, die Entenmutter hingegen, die eine Betonhürde problemlos überwinden konnte, befand sich im Hauptkanal. „Die Babys hätten es alleine niemals zu ihrer Mutter geschafft“, sagt Monteleone. Sofort umrissen die Buben die gefährliche Situation für die kleinen Tiere und setzten zur Rettungsaktion an. Bene rannte durch die Nachbarschaft und organisierte einen Kescher. Diesen hielt Tim schließlich ins Wasser und so konnten nach und nach alle sieben Entenküken aus der Notsituation befreit und zur Entenmama übergesetzt werden. „Schließlich schwamm die ganze Entenfamilie dann wieder vereint davon und die Jungs waren total happy“, erinnert sich die Nachbarin.

Mutter stolz auf
soziale Ader ihres Sohnes

„Als mein Sohn nach Hause kam, hat er ganz freudig von der Rettungsaktion erzählt“, sagt Tims Mutter Nicole Kammerer. Die beiden Freunde seien richtig stolz gewesen. Kurios: Tim geschehen vergleichbare Situationen, in denen sein Einsatz und Engagement gefragt sind, immer wieder, wie seine Mutter schmunzelnd berichtet. So hätte er etwa einmal einem älteren Mann, der zu Boden gestürzt war, geholfen und die Rettung informiert. Auch habe er schon einmal zufällig einen Geldbeutel gefunden und diesen zur Polizei gebracht. „Auch wenn er in seinem Alter auf den ersten Blick auf cool macht, hat er absolut eine soziale Ader.“ Nicolas Bettinger

Artikel 1 von 11