Bahnstrecke-Bauarbeiten dauern länger

von Redaktion

Nach einem Dammrutsch Ende Februar bleibt die Bahnstrecke zwischen Kreuzstraße und Westerham weiterhin gesperrt. Die Sanierungsarbeiten der Deutschen Bahn verzögern sich. Die Maßnahmen dauern nun voraussichtlich bis Ende Juni an.

Feldkirchen-Westerham – Schon seit Monaten fahren auf der Mangfallbahn zwischen Kreuzstraße und Westerham keine Züge mehr, sondern nur noch Ersatzbusse. Im Februar rutschte nach starken Schneefällen und abschließenden Regenfällen ein Teil des Bahndamms in Westerham ab. Die Bau- und Instandsetzungsarbeiten der Deutschen Bahn (DB) werden nun noch länger andauern. Während das Eisenbahnunternehmen ursprünglich davon ausging, dass die Strecke bereits am 30. April wieder in Betrieb genommen werden kann, dauern die Baumaßnahmen wohl jetzt doch bis zum 30. Juni an.

Als es im Februar zu dem Teilabrutsch des Dammes in Westerham kam, wurde der Zugverkehr umgehend eingestellt. „Ein in dem Bereich installiertes Warnsystem registrierte frühzeitig Bewegungen im Damm“, teilte die Deutsche Bahn in einer Pressemitteilung mit. Weiter hieß es, dass die betroffene Stelle am Damm erhebliche Schäden aufweist. Erst wenn umfassende Instandsetzungsmaßnahmen und ein Sachverständiger die Stelle wieder freigeben, können die Züge wieder fahren. Doch bis jetzt gab es noch keine Freigabe. Denn nach dem ersten Alarm sei es erneut zu Bewegungen im Gleisbereich gekommen.

Appell der Gemeinde
Feldkirchen-Westerham

Auf OVB-Anfrage, wie es nun weitergeht, verwies eine Pressesprecherin der Deutschen Bahn darauf, dass für die Stabilisierung des Bahndamms ein Spezialverfahren angewendet wird: „Die Böschungssicherung wird mittels Mikropfählen durchgeführt – umgangssprachlich auch als ‚Vernagelung‘ bezeichnet. Dieses Verfahren ist zur Sicherung von Hängen üblich.“ Außerdem werden auch neue Entwässerungsschächte eingebaut, die Regenwasser aufnehmen und so besser versickern lassen. „Durch diese nachhaltige Sanierung wird der Damm bei künftigen Starkregenereignissen deutlich widerstandsfähiger sein“, heißt es weiter.

Auch die Gemeinde Feldkirchen-Westerham klärt ihre Bürger über das weitere Vorgehen der DB auf. So heißt es in einer Mitteilung der Kommune, dass die Sperrung „sinnvoll“ für weitere Arbeiten genutzt wird: „So werden unter anderem Gleise und Weichen im Bereich Kreuzstraße erneuert sowie Arbeiten im Bereich Heufeldmühle umgesetzt.“ Und das habe langfristig „einen positiven Effekt“. Denn derzeit herrschen auf dieser Strecke „Langsamfahrstellen“, die durch die Bauarbeiten dauerhaft entfallen sollen. „In den ersten Wochen nach der Wiederinbetriebnahme kann es zwar noch vereinzelt zu Einschränkungen kommen – perspektivisch wird die Strecke jedoch sicherer, stabiler und leistungsfähiger“, so die Gemeinde in ihrer Mitteilung.

Außerdem weist die Gemeinde darauf hin, im Bereich der Baustelle immer vorsichtig zu sein. Denn auch wenn dort mal keine Bauarbeiten durchgeführt werden, sei die Stelle trotzdem „hochgefährlich“. „Es sind große Baumaschinen im Einsatz“, so die Gemeinde. „Die Fahrerinnen und Fahrer haben aufgrund von Größe und Bauweise keinen Rundumblick.“ Aber auch Sicherungsmaßnahmen und mögliche Erdbewegungen können „jederzeit zu unvorhersehbaren Situationen führen“.

Zusätzlich richtet die Gemeinde einen „eindringlichen Appell“ an alle. So solle keiner über die Absperrungen gehen oder die Baustelle noch die Gleisanlage betreten. „Queren Sie die Gleise in keinem Fall – auch nicht ‚nur kurz‘ oder wenn gerade kein Zug zu sehen ist“, heißt es in der Mitteilung.

Pendler brauchen
viel Geduld

Für die Pendler, die mit der Mangfalltalbahn zwischen Westerham und Kreuzstraße unterwegs sind, heißt es also weiterhin, Geduld zu haben. Auch wenn das für manche schwierig ist. So gibt es auf Social Media einige Kommentare, wie zum Beispiel: „Es macht keinen Spaß mehr, mit der Bahn zu fahren“ oder „Bäume immer schön abhacken, dann läuft das Wasser den Hang hinab.“

Aber auch: „Na dann sollten sie sich mal beeilen mit der Reparatur, die Strecke wird nächstes Jahr als Umleitungsstrecke benötigt.“ Denn der Damm wird laut der DB bereits unabhängig vom aktuellen Ereignis seit 2025 saniert. Die Strecke Holzkirchen–Rosenheim soll 2028 als Umleiterroute während der Generalsanierung München–Rosenheim dienen.

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