Lesung erinnert an Bücherverbrennungen

von Redaktion

Schauspieler Michael Stacheder liest am 15. Mai aus Werken von Klaus Mann

Bad Aibling – Auch in diesem Jahr organisiert der Verein „Mut&Courage Bad Aibling“ eine Lesung zur Erinnerung an die nationalsozialistischen Bücherverbrennungen im Jahr 1933, bei der wieder das Werk eines verfolgten Schriftstellers im Mittelpunkt stehen wird.

Dieses Jahr liest Regisseur und Schauspieler Michael Stacheder am Freitag, 15 Mai 2025, 19.30 Uhr im evangelischen Gemeindehaus, Martin-Luther-Hain 2, aus Texten von Klaus Mann, den sein Vater, Thomas Mann, „zu den Begabtesten“ seiner Generation zählte. Geboten wird ein Abend im „zwölfhundertsten Hotelzimmer“, um die „Geschichte eines Intellektuellen zwischen zwei Weltkriegen“ zu hören, „der die entscheidenden Lebensjahre in einem sozialen und geistigen Vakuum verbringen musste – immer schweifend, immer ruhelos, beunruhigt, umgetrieben, immer auf der Suche“.  

Klaus Mann führte ein ausschweifendes Leben. Mit seinen Exzessen glich es nicht selten einem Tanz auf dem Vulkan. Ein flackerndes Dasein, voller Amouren und Kämpfe, revoltierend gegen den berühmten Vater Thomas Mann wie gegen sich selbst. Der viel beachtete Romancier, Chronist seiner Zeit und offen lebender Homosexueller, erkannte schon früh die Gefahr, die von den Nationalsozialisten ausging.

Ein Leben wie ein
Tanz auf dem Vulkan

Um der Verfolgung durch die Faschisten zu entgehen, verließ Klaus Mann 1933 Deutschland und verbrachte 20 Jahre seines Lebens im Exil. 

Michael Stacheder, der sich in seinen Inszenierungen immer wieder mit der Zeit des frühen 20. Jahrhunderts beschäftigt und 2018 zum ersten Mal in Bad Aibling die Max-Mannheimer-Kulturtage initiierte, engagiert sich seit mehreren Jahren für die Erinnerungskultur. Der Verantwortung für die Gegenwart und Zukunft bewusst, besucht er mit seinen Lesungen Schulen, Kulturhäuser und andere Bildungseinrichtungen, um an die Zeit des Nationalsozialismus und an dessen Folgen zu erinnern.

Zu seinen jüngsten Theaterarbeiten zählen neben „Ein Kind unserer Zeit“ von Ödön von Horváth (2022) und Jean-Paul Sartres „Der Teufel und der liebe Gott“ (2023), „Der ewige Spießer“ (2024), ebenfalls nach Ödön von Horváth, sowie „Die letzte Sau“ (2024), nach einem Drehbuch von Aron Lehmann und Carlos V. Irmscher. 

Der Veranstalter ist der Verein „Mut&Courage Bad Aibling“. Dieser wurde 2010 gegründet und engagiert sich seitdem für ein starkes „Wir“ mit einem klaren Ja zu unserer Demokratie, die es zu stärken und zu schützen gilt.

Um eine Anmeldung für die Veranstaltung wird gebeten unter E-Mail info@muttutgut.org oder Telefon 0179/7325938. 

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