Über Baustelle und Büro ins Rathaus

von Redaktion

Christian Mayer ist seit dem 1. Mai neuer Bürgermeister von Tuntenhausen. Der 50-Jährige, der mit 84,6 Prozent der Stimmen gewählt wurde, spricht über die ersten Projekte, die er nun in der Gemeinde angehen möchte.

Tuntenhausen – Seit dem 1. Mai hat Christian Mayer den Chefsessel im Rathaus der Gemeinde Tuntenhausen übernommen. Bei der Bürgermeisterwahl am 8. März trat der 50-Jährige als einziger Kandidat an und bekam einen großen Zuspruch von den Bürgern. Mayer holte 84,6 Prozent der Stimmen und löste damit Georg Weigl (CSU/Freie Wählergemeinschaft) ab. „Das ist ein absolut unglaubliches Ergebnis und ich bin da allen sehr dankbar“, sagt Mayer. „Das ermuntert mich, dass es die richtige Entscheidung war, anzutreten.“

Zeit als Bürgermeister
wird „spannend“

Nervös sei er aber die letzten Tage vor seiner Amtseinführung nicht gewesen. Eher war es stressig, schließlich musste er noch einiges erledigen. „Ich habe bis zum letzten Tag in der Firma weitergearbeitet, weil ich unter anderem meinen Nachfolger eingearbeitet habe und verschiedene Sachen noch fertig machen musste“, sagt Mayer. Parallel hat er auch schon ein paar Termine mit seinem Vorgänger Georg Weigl wahrgenommen. So war er zum einen bei der Eröffnung des neuen Hühner- und Schulgartens an der Fritz-Schäffer-Schule in Ostermünchen und zum anderen beim Klimaschutz-Netzwerktreffen.

Doch je mehr der Tag der Schlüsselübergabe näher rückte, desto realer wurde alles. „Ich überlege mir dann schon, dass ich jetzt eine Riesenverantwortung trage und dieser auch gerecht werden möchte“, sagt Mayer. Die nächste Zeit wird für ihn „spannend“. Dass er mal Bürgermeister in seiner Heimat wird, hatte er so nicht auf seiner Liste.

Christian Mayer ist in Tuntenhausen aufgewachsen. Nach der Schule begann er eine Lehre zum Groß- und Außenhandelskaufmann. Danach wollte er sich noch etwas anderes anschauen und fuhr Lkw bei den Vereinigten Weinkellereien in Bruckmühl. Einige Zeit später hatte er als Lkw-Fahrer bei einer kleinen Zufahrtsfirma gearbeitet. „Diese Arbeit hat mir richtig viel Spaß gemacht und mir gut gefallen“, sagt der 50-Jährige. Mayer entwickelte sich in der Firma weiter und wurde vom „Lkw-Fahrer zum Mitarbeiter und dann zum Allrounder“.

Als dann sein Vorarbeiter aufhörte, wurde Mayer gefragt, ob er nicht dessen Nachfolger werden möchte. „Das hat dann auch ganz gut funktioniert“, sagt er. Doch die Firma stellte den Betrieb ein und Christian Mayer wechselte 2003 zur Firma Schwaiger Bau in Bad Aibling. Zunächst arbeitete er auch dort als Vorarbeiter und meldete sich dann für eine Zulassung zum Werkspolierlehrgang an. Später machte er zusätzlich noch die staatliche Prüfung zum Geprüften Polier – Fachrichtung Tiefbau.

Beruflich viele
Erfahrungen gesammelt

Doch damit nicht genug. Christian Mayer machte dann noch neben der Arbeit eine Weiterbildung zum Straßenbauermeister. „Währenddessen habe ich bei der Firma Schwaiger Bau dann schon Bauleitung gemacht. Also bin ich von der Baustelle ins Büro gewechselt“, erklärt der 50-Jährige. Und damit immer noch nicht genug. Als er Straßenbauermeister wurde, kam in einer Abendschule dann auch noch der geprüfte Betriebswirt nach der Handwerksordnung hinzu. 2018 kam Mayer dann auch in die Geschäftsführung der Firma Schwaiger Bau.

Und jetzt geht es beruflich wieder weiter. Denn am Montag, 4. Mai, übernahm Christian Mayer die Rathausschlüssel von Georg Weigl und ist damit der neue Bürgermeister von Tuntenhausen. Geplant war das aber nie. „Ich bin völlig überraschend von meinen CSU-Kollegen gefragt worden, ob ich mir denn nicht vorstellen könnte, für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren“, erinnert sich Mayer. „Da war ich natürlich zunächst geplättet und meine erste Antwort war dann: Da muss ich erst mal meine Frau fragen.“

Doch zunächst machte sich Mayer selbst ein paar Gedanken darüber. Schließlich wollte er erst einmal selbst überlegen, ob er sich überhaupt vorstellen könnte, dieses Amt zu übernehmen. „Dann habe ich ein paar Nächte drüber geschlafen und konnte es mir dann doch gut vorstellen“, sagt er. „Es hat mich sehr gereizt.“ Und die endgültige Entscheidung traf er, als seine Familie ihre Unterstützung äußerte. „Meine Frau war ganz entspannt und sagte mir, dass, wenn das mein Weg ist, sie mich immer unterstützen wird“, sagt der neue Bürgermeister von Tuntenhausen.

Viele Veränderungen
im Privatleben?

Dass sich jetzt einiges verändert und viel Arbeit auf den 50-Jährigen zukommen wird, ist Mayer durchaus bewusst. Dass dadurch sein Familienleben mit seiner Frau und den drei Kindern auf der Strecke bleiben könnte, darüber macht er sich aber keine Sorgen. „Was das angeht, bin ich ganz locker, weil ich auch jetzt viele Termine am Abend und am Wochenende habe“, erklärt Mayer. Schließlich ist er in einigen Vereinen tätig und beim SV Ostermünchen sogar Vorstand. Fußballspiele oder Vereinssitzungen am Abend oder am Wochenende standen also regelmäßig auf der Liste von Mayer. Doch den Vorstand beim SV Ostermünchen wird er bei der nächsten regulären Wahl im Jahr 2027 abgeben. „Ich möchte allen Vereinen gegenüber gleich neutral sein“, so der Bürgermeister.

Und was wird seine erste Amtshandlung als neuer Rathauschef sein? „Am Montag, 4. Mai, bekomme ich von Georg Weigl die Schlüssel zum Rathaus übergeben“, so Mayer. „Und danach findet erst einmal die obligatorische Montagsbesprechung mit den Sachgebietsleitern statt.“ Besonders freut er sich in den ersten Wochen als Bürgermeister auf die vielen neuen Kontakte und Treffen.

Haushaltslage lässt
nicht viel Spielraum

Und welche Themen möchte Christian Mayer sofort angehen? „Was natürlich viele Bürgermeister beschäftigt, ist die Haushaltslage, die nicht viel Spielraum lässt“, sagt er. „Da müssen wir jetzt erst einmal schauen, was wir für Möglichkeiten haben und was wir umsetzen können.“ Aber ein großes Thema wird die neue Ortsmitte von Ostermünchen sein, der Bürgersaal für Schönau und der Rechtsanspruch auf Ganztagsförderung für Grundschüler: „Das wird nicht günstig werden.“

Auf die kommende Zeit freut sich Christian Mayer aber trotz vieler wichtiger Themen und Entscheidungen sehr. Nach einem „unfassbaren“ Wahlergebnis und großem Zuspruch von den Bürgern könne der neue Bürgermeister von Tuntenhausen mit viel Energie sein Amt angehen. „Es gab schon viele tolle Momente nach der Wahl“, sagt Mayer. „Als mir einige gratuliert haben, haben sie mir den Eindruck vermittelt, dass sie sich wirklich für mich freuen, und das macht mich sehr glücklich.“

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