Keine Einigung: Bäckerei Kuhn kommt nicht

von Redaktion

Die geplante Filiale der Bäckerei Kuhn in Feldkirchen-Westerham wird nicht gebaut. Obwohl die Familie das Projekt vor einem halben Jahr im Gemeinderat vorstellte, kam es zu keiner Einigung mit dem Erbpachtgeber. Ein neuer Standort im Landkreis Miesbach wurde bereits gefunden.

Feldkirchen-Westerham – Familie Kuhn plante etwas Großes in Feldkirchen-Westerham. Zusammen betreiben sie in fünfter Generation die Bäckerei und Konditorei Kuhn. Von München bis zum Tegernsee haben sie bereits zwölf Filialen errichtet, wovon sich eine auch in der Westerhamer Straße in Feldkirchen-Westerham befindet. Eigentlich sollte eine weitere in der Gemeinde gebaut werden. Doch die wird jetzt doch nicht kommen.

Bäckermeister
Martin Kuhn klärt auf

Im Gewerbegebiet östlich der Fritz-Krause-Straße sollte die neue Filiale mit Backstube, Verkaufsraum und Café entstehen. Der Gemeinderat stimmte vor fast einem halben Jahr dem Antrag auf Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans einstimmig zu. In der jüngsten Gemeinderatssitzung teilte die Verwaltung der Kommune nun mit, dass der Antragsteller das geplante Vorhaben einer Bäckerei nicht weiterverfolgen wird. „Sehr bedauerlich, aber dann müssen wir den Antrag eben jetzt aufheben“, sagt Josef Hupfauer (Freie Wähler Feldolling), der als Dritter Bürgermeister die Sitzung leitete. Die Gemeinderäte stimmten dem einstimmig zu.

Familie will in die
Zukunft investieren

Was der Grund für die Absage ist, wurde im Gemeinderat nicht weiter thematisiert. Doch Bäckermeister Martin Kuhn, der zusammen mit seiner Frau Cornelia und den Kindern Valentin und Regina das Projekt entwickelt hat, klärt auf, warum sie sich für einen anderen Standort entschieden haben. „Wir hätten sehr gerne unsere neue Backstube an diesem Fleck errichtet“, sagt Martin Kuhn. „Es ist wirklich sehr schade, wir wären wirklich gerne gekommen.“

Mit dem „Erbpachtgeber“ sei man zu „keiner Einigung gekommen“. „Aber die Gemeinde war immer sehr kooperativ“, sagt Martin Kuhn. Und auch wenn es in Feldkirchen-Westerham nicht geklappt hat, hat die Familie bereits einen neuen Standort gefunden. Die neue Filiale wird nun im Landkreis Miesbach eröffnet. „Da können wir auch schon fast ein halbes Jahr eher rein als in Feldkirchen-Westerham geplant war“, so der Bäckermeister.

Seit 2019 war die Familie Kuhn auf der Suche nach einem neuen Gebäude. Endlich fanden sie den geeigneten Platz. Als die Familie ihren Plan im Gemeinderat vorstellte, betonte Martin Kuhn: „Wir sind froh, dass wir hier in Feldkirchen-Westerham einen Platz für unser Bauvorhaben gefunden haben.“ Und geplant hatten sie einiges.

Ein großes Anliegen war für die Familie, von der Nachtschicht mehr in die Tagschicht zu gehen. Schließlich wollte das Familienunternehmen „zukunftsfit“ werden, um damit auch mehr junge Leute für den Beruf zu gewinnen. So planten die Kuhns, 70 Prozent der Mitarbeiter aus der Nachtschicht herauszubekommen. Zudem sollte die neue Filiale eine Backstube und einen Verkaufsladen mit Café beinhalten. „Wir wollen, dass die Kunden vom Laden in die Backstube hineinschauen können“, erklärte Martin Kuhn. Damit wollte man den Kunden den handwerklichen Beruf etwas näherbringen.

Bei der Vorstellung, wie das neue Gebäude aussehen soll, fiel unter anderem das spezielle Dach auf. „Mit dem ansteigenden Verlauf der Dachform können die entstandenen Dämpfe, die sich beim Backen entwickeln, in einer physikalischen Lösung über die Fenster oben einfach entlüften“, erklärte Martin Kuhn. Damit könne das Familienunternehmen an teuren Lüftungsanlagen sparen. Zudem sollte ein Teil der Halle zweigeschossig werden, der andere sollte eingeschossig mit hohen Wänden werden. Der Standort war auch wegen der guten Anbindung an den Bahnhof ideal. Damit hätten die Mitarbeiter einen kurzen Weg von den Zügen zur Arbeitsstelle.

Wie geht es an
dem Standort weiter?

Doch nun wird diese neue Filiale nicht im Gewerbegebiet östlich der Fritz-Krause-Straße gebaut, sondern im Landkreis Miesbach. Und wie geht es am Standort in Feldkirchen-Westerham weiter? „Der Beschluss zur Änderung des Flächennutzungsplans für den Bereich östlich der Fritz-Krause-Straße wurde unabhängig vom Bäckereivorhaben gefasst und zielte auf die generelle Entwicklung einer Gewerbefläche ab“, heißt es von der Verwaltung. „Dieser bleibt daher unverändert bestehen.“ Bestehen bleibt also „der Entwicklungswunsch dieser Fläche für Gewerbe“, weshalb interessierte Unternehmen sich sowohl mit Bürgermeister Johannes Zistl als auch mit der Gemeindeverwaltung in Verbindung setzen können.

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