Bruckmühl – Insgesamt 744.750 Euro aus der Sportmilliarde fließen in den Landkreis Rosenheim, konkret: in die Gemeinden Bernau und Bruckmühl. Für die Sanierung ihres Sportplatzes erhält die Gemeinde Bruckmühl davon 362.250 Euro. „Sport hat für unsere Gesellschaft eine enorme Bedeutung. Er ist ein verbindendes Element, fördert den Gemeinsinn und den Teamgeist und ist auch für die Jugend eine sinnvolle und gesunde Freizeitbeschäftigung. Mit diesen Zuschüssen können die Vereine ihre Jugendarbeit und den Breitensport stärken“, freut sich Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig.
Auch der Bruckmühler Bürgermeister Richard Richter ist sich des hohen Stellenwerts von Vereinen wie dem SV Bruckmühl für die Marktgemeinde bewusst. Sie seien fester Bestandteil des gesellschaftlichen, sportlichen und kulturellen Lebens. „In Bruckmühl gibt es noch – was eine Besonderheit ist – über 100 Vereine, was den Facettenreichtum der Kommune darstellt“, freut sich Richter. „Der SVB sieht in diesem Förderprogramm die Gelegenheit, den ‚Fußballplatz drei‘ durch einen modernen und ganzjährig bespielbaren Kunstrasenbelag zu ersetzen“, heißt es seitens der Gemeinde. Seit Jahren spielen die Fußballer mit dieser Zukunftsvision. Als im Oktober 2025 die Bundesregierung den Projektaufruf 2025/2026 und das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ startete, mit dem bestehende und in die Jahre gekommene Sportstätten, darunter sowohl Hallen als auch Freianlagen, auf neue Beine gestellt werden können, witterten die SVB-Sportler ihre Chance.
Bei seiner Sitzung im vergangenen Februar sprach sich der Marktgemeinderat mit deutlicher Mehrheit für „die Teilnahme am Projektaufruf 2025/2026 zur Umwandlung eines Rasenplatzes in einen Kunstrasenplatz auf dem SVB-Vereinsgelände“ aus. Eine Entscheidung über die Bereitstellung von Haushaltsmitteln sollte jedoch zu einem späteren Zeitpunkt getroffen werden.
Die finanzielle Bezuschussung ist nicht gleichbedeutend mit einem Beschluss zur Errichtung des Kunstrasenplatzes. Zwar ist mit der erfolgreichen Bewerbung „eine erste und wichtige Hürde für den Bau genommen“, so die Gemeinde, allerdings „werden noch weitere Hürden folgen“.
Bevor weitere Schritte in Richtung Sanierung eingeleitet werden, finden nun einige Antrags- und Abstimmungsgespräche statt. Diese sollen in einem Förderantrag der Marktgemeinde mit der Benennung ihrer finanziellen Beteiligung münden. Hierüber muss der Marktgemeinderat allerdings noch einmal final entscheiden.
„Ich habe mich sehr dafür eingesetzt, dass wir mit mehr als einem Projekt berücksichtigt werden. Das war keine Selbstverständlichkeit bei der hohen Anzahl von Bewerbern“, erklärt Bundestagsabgeordnete Ludwig. Schließlich seien insgesamt 3.684 Interessensbekundungen beim zuständigen Bundesinstitut für Bau-. Stadt-, und Raumforschung eingegangen.
Das Förderprojekt setze ein wichtiges Versprechen aus dem Koalitionsvertrag um, betont MdL Ludwig. „Damit können wichtige, sanierungsbedürftige Sportanlagen endlich modernisiert werden. Mit der Sportmilliarde gibt der Bund demnach ein klares Bekenntnis ab für seine Kommunen, für die Vereine und für den Breitensport im Land.“
Bereits bei der vergangenen Gemeinderatssitzung hatte Bürgermeister Richter darauf verwiesen, dass sich die Sportvereine seit gut zehn Jahren einen Kunstrasenplatz wünschen. So ließe sich etwa die Situation während der Hallentrainingszeiten – insbesondere in den Wintermonaten – entzerren. Im Antrag ist die Rede von der Sanierung eines bestehenden Sportplatzes, es soll „nichts Neues auf der grünen Wiese“ gebaut werden, betonte Richter. Doch angesichts der angespannten Haushaltslage der Marktgemeinde sei das Kostenvolumen von 442.750 Euro für einen Sportplatz eine enorme Summe. Andererseits bekomme man eine derart hohe Fördersumme selten. In diesem Zusammenhang sei der Anteil sogenannter Drittmittel (Sponsoren) noch zu erhöhen. „Dazu sei der SVB verpflichtet, wodurch sich dann auch der Gemeindeanteil minimieren ließe“, erklärt Richter weiter.
Von einem Kunstrasenplatz würden künftig neben der SVB-Fußballabteilung auch andere Sportarten und Vereine profitieren. Die SVB-Fußballer haben derzeit 25 Mannschaften im Spielbetrieb, darunter 17 Jugendmannschaften. „Wir freuen uns riesig, dass wir für die Förderung ausgewählt worden sind. Wir wünschen uns nichts sehnlicher, als einen Kunstrasenplatz. Dementsprechend spielt diese Vision schon seit vielen Jahren eine zentrale Rolle in unseren Zukunftsplänen“, so Fußball-Abteilungsleiter Michael Straßer.
Trotz der Größe der bereits bestehenden Sportanlage platze diese immer wieder aus allen Nähten, vor allem, wenn sich – wie im vergangenen Frühjahr – die Regen- und Schneetage während des Ligabetriebs häufen. „Es wird die Anstrengung aller Beteiligten benötigen, um den Plan umzusetzen“, ist sich Straßer sicher.
Voraussichtlich am 19. Mai soll das weitere Verfahren mit allen Begünstigten des Förderprogramms besprochen werden.