Bürgersprechstunden am Wertstoffhof

von Redaktion

Georg Weigl verabschiedet sich nach zwölf Jahren als Bürgermeister der Gemeinde Tuntenhausen. Nach der Übergabe der Rathausschlüssel an seinen Nachfolger Christian Mayer schaut er nun auf die vergangene Zeit zurück und verrät, mit wem er jetzt frühstückt.

Tuntenhausen – Wenn Georg Weigl auf die vergangenen zwölf Jahre zurückblickt, erinnert er sich an viele spannende und schöne Momente. Zwölf Jahre lang war er Bürgermeister der Gemeinde Tuntenhausen. Doch nach zwei Amtszeiten wollte Weigl bei der diesjährigen Kommunalwahl in Bayern am 8. März kein drittes Mal antreten. „Schon nach der Wiederwahl vor sechs Jahren habe ich gesagt, das sind meine letzten sechs Jahre als Bürgermeister“, sagt er. „Aus Altersgründen wollte ich das nicht mehr.“

Neue Ortsmitte bis
Brenner-Nordzulauf

Mit 65 Jahren verabschiedete er sich von seinem Amt als Rathauschef und machte damit Platz für seinen Nachfolger Christian Mayer (CSU/ Freie Wählergemeinschaft). Mit einem lachenden und einem weinenden Auge hat Georg Weigl das Rathaus verlassen. Nachdem er nun fast 50 Jahre berufstätig war, sei jetzt die passende Zeit gekommen, um in den Ruhestand zu gehen. „Deswegen ist es mir vielleicht nicht ganz so schwergefallen“, verrät Weigl. „Aber natürlich hatte ich viel Wehmut meinen Kolleginnen und Kollegen gegenüber, weil wir über einen längeren Zeitraum eine intensive Zusammenarbeit und Zusammenhalt hatten.“

Besonders gerne erinnert er sich an die Tage kurz nach der ersten Wahl zum Bürgermeister 2014. „Ich bin samstags zum Wertstoffhof gefahren und hatte dort eigentlich meine erste Bürgersprechstunde“, sagt Weigl und lacht. Viele Bürger seien auf ihn zugekommen und hätten mit ihm geredet. Für den Altbürgermeister war das ein „positives“ Erlebnis. Doch so richtig bewusst war ihm da noch nicht, dass er nun der neue Rathauschef war. Erst als er sein Namensschild neben seinem Büro im Rathaus sah, wurde ihm seine neue Position bewusst.

In den zwölf Jahren als Bürgermeister habe er „alles erreicht“, was er sich vorgenommen hat, und zusammen mit der Verwaltung und dem Gemeinderat viele Projekte vorangetrieben. „Ich würde schon sagen, dass wir wirklich viel bewegt haben“, so Weigl. Als Erstes fällt ihm dazu der Flächennutzungsplan ein, der 2020 im Gemeinderat erarbeitet wurde. Um den Wunsch nach einem attraktiven Wohn- und Wirtschaftsstandort zu realisieren und gleichzeitig die ländlichen Strukturen erhalten zu können, sollte ein neuer Flächennutzungsplan erarbeitet werden. „Im Oktober letzten Jahres haben wir dann die Genehmigung vom Landratsamt bekommen“, so der Altbürgermeister.

Ein weiteres Projekt, welches Georg Weigl „intensiv beschäftigt“ hat, ist die neue Ortsmitte von Ostermünchen. 2019 startete das Projekt mit der ersten Bürgerbeteiligung. „Das hat mir viel Spaß gemacht, weil man gemerkt hat, da kann man was für Ostermünchen und speziell etwas für die Gemeinde bewegen“, erinnert er sich. „Und der aktuelle Stand ist, dass man hier auch eigentlich nur noch auf die letzte Genehmigung wartet.“ Nächstes Jahr soll dann der Bau beginnen, was Weigl auch privat weiterverfolgen wird. Schließlich wird er auch weiterhin in der Gemeinde wohnen.

Im Auge behalten wird der 65-Jährige außerdem den Brenner-Nordzulauf. „Damit habe ich mich eigentlich schon meine ganze Amtszeit lang beschäftigt“, sagt Weigl. Er kann sich noch gut daran erinnern, wie alle Bürgermeister der Kommunen, die an der Bahnstrecke entlang liegen, nach Kufstein eingeladen wurden und die ersten Informationen dazu bekamen. Seitdem ist der Brenner-Nordzulauf immer wieder Thema in der Gemeinde.

Doch neben diesen großen Projekten gibt es auch eine Sache, die vielleicht eher unscheinbar ist, aber für Georg Weigl eine große Bedeutung hat. „Zwischen Schönau und Hohenthann gab es eine ganz gefährliche Kreuzung“, sagt er. „Da hat es viele schwere Unfälle über Jahrzehnte gegeben. Da haben wir es geschafft, dass wir einen Kreisverkehr bekommen.“ Auch wenn der Weg bis dahin nicht ganz so einfach war.

Denn eigentlich habe das städtische Bauamt das übernehmen müssen, doch „das war dann etwas schwieriger“, verrät der Altbürgermeister. Letztendlich sei er dann selbst bis zur Regierung von Oberbayern gegangen und habe sich dafür eingesetzt, nachdem es dort noch einmal einen schweren Unfall mit Personenschaden gegeben habe. „Da habe ich schon sehr viel Druck ausüben müssen, damit der Kreisel gebaut wird. Aber dieser ist schon sehr wichtig für uns“, so Weigl.

Mehr Zeit mit seiner Frau und für seine Hobbys

Auch wenn Georg Weigl gerne an seine Zeit als Bürgermeister zurückdenkt, ist er auch froh über die neugewonnene Freizeit. „Ich bin ein Mensch, der gerne Sport macht, und war sofort mit dem Rad unterwegs“, sagt er. „Momentan gehe ich auch mit meiner Frau frühstücken.“ Endlich könne er wieder seinen Hobbys nachgehen, ohne Zeitdruck. Das sei „ein positives Gefühl“.

Ganz aus der Politik zieht er sich aber nicht zurück. Schließlich interessierte sich Weigl schon immer für Gemeindepolitik oder Kommunalpolitik. „Mein Vater war schon kommunalpolitisch tätig“, erklärt er. „Vielleicht liegt es ja in meinen Genen, dass ich mich so sehr dafür interessiere.“ Georg Weigl wird in der kommenden Zeit noch einiges als Kreistagsmitglied zu tun haben.

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