Kinder-Ernährungstipps von einer Olympiasiegerin

von Redaktion

Das Projekt „Landfrauen machen Schule“ bringt Tausenden Grundschulkindern die Herkunft ihrer Nahrung näher. Zum Auftakt in Ostermünchen war auch Olympiasiegerin und Schirmherrin Hilde Gerg dabei, um den Kindern zu zeigen, woher die Milch kommt.

Ostermünchen – Was steckt in unseren Lebensmitteln? Antworten liefert das Projekt „Landfrauen machen Schule“, das auch 2026 wieder Tausende Grundschulkinder in ganz Bayern erreicht. Der Auftakt fand auf dem Bauernhof der Familie Baumgartner in Ostermünchen-Berg statt.

Das vorgestellte Projekt der Landfrauen existiert seit über 20 Jahren und zielt darauf ab, Kindern die Herkunft ihrer Lebensmittel, insbesondere Milch, näherzubringen. Mit dabei ist die ehemalige Skirennläuferin und Olympiasiegerin Hilde Gerg als Schirmherrin.

Wissen und Praxis
für gesunde Ernährung

Im Mittelpunkt des Projekts steht die Vermittlung von Wissen über landwirtschaftliche Prozesse, regionale Lebensmittelproduktion und die Bedeutung von Weiden für die Milchproduktion. Ziel ist es, das Vertrauen in regionale Lebensmittel zu stärken und Alltagskompetenzen im Umgang mit Lebensmitteln zu fördern. Landesbäuerin Christine Singer betont: „Neben Bewegung braucht es vor allem fundiertes Wissen über gesunde Ernährung. Entscheidend ist, dass Kinder praktisch erleben, wie sich aus heimischen Lebensmitteln einfache und ausgewogene Mahlzeiten zubereiten lassen.“

„Kinder sollen verstehen,
warum sie was essen“

Die Zusammenarbeit zwischen engagierten Landwirten, Ernährungsfachfrauen und dem Landwirtschaftsministerium ist essenziell für die Umsetzung und Finanzierung. Auch Hilde Gerg unterstrich die Bedeutung früh vermittelter Alltagskompetenzen: „Kinder sollen verstehen, warum sie was essen. Denn Gesundheit beginnt schon bei der Wahl der Lebensmittel“, so die Olympiasiegerin, die auch als Gesundheitscoach aktiv ist.

Im Zentrum des Projekts steht das praktische Lernen: Speziell geschulte Ernährungsfachfrauen besuchen die Schulen, bereiten gemeinsam mit den Kindern einfache Speisen zu und vermitteln altersgerecht, welche Lebensmittel regelmäßig auf dem Speiseplan stehen sollen. „Gerade das eigene Tun macht den Unterschied“, so Singer. „Wenn Kinder schneiden, rühren und probieren, bleibt das Gelernte nachhaltig verankert.“ Bei der Auftaktveranstaltung durften Kinder Fragen an die Ehrengäste stellen, darunter Bürgermeister Christian Mayer, Anna Bruckmeier, Behördenleiterin des AELF, Elisabeth Mengele-Kley, Regierungsdirektorin im Bayerischen Staatsministerium, Margaret Careddu-Bayr, Schulleiterin in Ostermünchen, und natürlich Hilde Gerg. Alle Befragten legten unisono den Schwerpunkt auf die Bedeutung regionaler Lebensmittel und die Wertschätzung von Lebensmitteln. Die Gäste teilten persönliche Erfahrungen mit dem Leben auf dem Bauernhof und hoben den Zusammenhalt sowie die Naturverbundenheit hervor. Hans und Magdalena Baumgartner gaben anschließend einen Überblick über die Aktivitäten und das Leben auf dem Bauernhof. Sie erläuterten, wie die Familie mit fünf Kindern den Hof bewirtschaftet und dabei sowohl landwirtschaftliche als auch hauswirtschaftliche Meisterqualifikationen vorweisen kann. Besonders hervorgehoben wurde das Konzept des Erlebnisbauernhofs, bei dem Schulklassen und Besucher spielerisch und praxisnah über Kreislaufwirtschaft und Lebensmittel informiert werden. Neu ist ein Angebot für Menschen mit Demenz, die zusammen mit Angehörigen einmal im Monat den Hof besuchen, um mit Musik, Gesang und tiergestützten Aktivitäten positive Erlebnisse zu schaffen und dabei auch den Austausch der Familien untereinander zu unterstützen. Die Familie zeigt sich stolz auf die landwirtschaftlichen Flächen rund um den Hof.

Anschließend ging es für die Kinder der ersten Klasse mit Klassenleiterin Hannah Janßen ins Praktische: Gräser erraten, melken, Kühe füttern und vieles mehr. Das machte den Kindern naturgemäß mehr Spaß als die vorangegangenen Reden oder nur im Klassenzimmer zu sitzen.

Erfolgsmodell
mit großer Reichweite

Das Projekt stößt seit Jahren auf große Resonanz. 2026 wird „Landfrauen machen Schule“ in rund 40 bayerischen Landkreisen an über 100 Schulen umgesetzt und erreicht so etwa 7.000 Kinder. Seit Projektbeginn haben bereits rund 112.000 Schüler daran teilgenommen. Gefördert wird das Projekt vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus sowie vom Bildungswerk des Bayerischen Bauernverbandes.

Artikel 1 von 11