Bruckmühl – Mit dem Frühling beginnen sich seit einigen Wochen die Fahrradwege wieder zu füllen. Doch Vorsicht ist geboten, wenn man das Fahrrad nach der Winterpause zum ersten Mal auf dem Radlweg ausführt: Mit eingerosteter Kette oder schlecht eingestellten Bremsen sind Unfälle oder Pannen schnell passiert.
Probleme vor allem bei Schaltung und Bremse
„Die meisten Probleme treten nach dem Winter mit der Bremse oder bei der Schaltung auf“, weiß Hobby-Fahrradmechaniker Hottner. Das bedeutet, man sollte sich zuerst Bremsbeläge und Fahrradkette ansehen.
Mit Kettenöl lässt sich die Kette schnell von Rost und Schmutz befreien. „Nach den nasskalten Wintermonaten ist das besonders wichtig“, erklärt Kaa. Saubermachen sollte man außerdem die Laufrollen unterhalb der Fahrradkette. Hier sammelt sich im Laufe der Zeit, vor allem bei Nässe, viel Dreck, der die Kette behindert. Die Ritzel, das sind die Zahnräder oberhalb der Kette, sollte man ebenfalls von Rost befreien, damit sie nicht die Kette blockieren.
Beachten sollten Fahrradfahrer auch, dass sich eine Kette im Laufe der Jahre abnutzt: Das bedeutet, mit zunehmendem Verschleiß wird sie länger. Ist die Kette irgendwann zu lang, springt sie beim Schalten häufig heraus. „Da hat man als Radlfahrer keinen Spaß mehr“, findet Hottner. In diesem Fall hat die Kette ausgedient und sollte getauscht werden. Mit einer Kettenlehre lässt sich der Abstand der einzelnen Kettenglieder zueinander und somit der Verschleiß der Kette messen. So lässt sich schnell feststellen, ob man eine neue Kette benötigt. Eingestellt werden sollten auch die Bremsbeläge: Beim Bremsen sollten diese aufliegen – und zwar parallel zueinander auf beiden Seiten des Rades. Wichtig ist, dass sie nicht zu weit oben am Reifen aufliegen, aber auch nicht zu weit unten. Außerdem muss der Winkel stimmen: Der Bremsbelag soll mit seiner gesamten Fläche aufliegen, wenn gebremst wird.
Nutzt sich der Belag ab, müssen die Scheiben, die sich hinter den Belägen befinden, ausgetauscht werden: Diese lassen sich einfach herausdrehen. Befinden sich anfangs noch die dünnen Scheiben in der Mitte, werden sie mit weiterer Abnutzung des Belags durch die dickeren Metallscheiben weiter außen getauscht.
Die Grobeinstellung wird in der Regel unten am Rad und direkt am Bremsbelag gemacht. Für die symmetrische Ausrichtung hält der Zug über dem Reifen her, und für die Feineinstellung dreht man die Schraube direkt am Bremsgriff.
Bremsbeläge
richtig einstellen
Hottner und Kaa empfehlen außerdem jedem Hobbyradler, ein kleines Notfallset mit dem nötigsten Werkzeug immer am Fahrrad zu haben. „Diese kleinen Sets gibt es bei jedem Fahrradhändler“, weiß Hottner. Auch ein kompaktes Flick-Set für platte Reifen und eine mobile Luftpumpe lassen sich unkompliziert am Fahrradrahmen befestigen.
Für Schlauch und Mantel lohnt es sich außerdem, etwas mehr Geld auszugeben. „Hier sind schnell mal 30 oder 40 Euro weg“, bedauert Radlexperte Kaa, „aber dafür fährt man lange sicher“. Zudem halten bei vielen Billigschläuchen die Reparaturflicken nicht. Wer in diesem Fall mit einer Reifenpanne auf dem Radweg liegenbleibt, ärgert sich doppelt und schiebt am Ende nach Hause.